Säuren und Basen

Der Säure-Basen-Haushalt

Unser Körper ist ein komplexes Chemielabor, indem andauernd chemische Prozesse ablaufen, die für das Leben im Allgemeinen und die Gesundheit im Besonderen zuständig sind.

Alle Flüssigkeiten im menschlichen Körper enthalten sowohl Säuren als auch Basen, die durch Stoffwechselvorgänge in den Zellen entstehen oder über die Nahrung aufgenommen werden.

Um diesen sensibel abgestimmten Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht zu halten, gibt es verschiedene körpereigene Mechanismen. Diese sind immer darum bemüht, den gesunden pH-Wert im Körper aufrecht zu halten. Erreicht ist das Gleichgewicht, wenn der pH-Wert des Blutes bei 7,4 liegt. Wird dieser Wert unterschritten, spricht man von einer Übersäuerung.

Die meisten Menschen denken bei Übersäuerung als erstes an Sodbrennen. Dabei sind eine Übersäuerung und Sodbrennen etwas völlig Unterschiedliches. Die Übersäuerung kann für gesundheitliche Beschwerden verantwortlich oder zumindest maßgeblich an deren Entstehung beteiligt sein. Wir sprechen von einem Zustand, der ganz zu Beginn eines Leidensweges steht und viele Symptome nach sich ziehen kann, zum Beispiel auch Sodbrennen.

Fatal ist, dass wir eine Übersäuerung anfangs nicht spüren.

Wenn wir uns dann schlapp, müde, energielos oder sogar krank fühlen und uns unser Weg zum Arzt führt, werden wir dort mehr oder weniger erfolgreich behandelt. Dass als Ursache unserer Beschwerden eine Übersäuerung infrage kommt, wird eher selten in Betracht gezogen und darum auch nicht festgestellt.

"Ich bin sauer" – Wer hat das nicht schon mal von sich behauptet. Und dabei haben wir gar nicht bedacht wie wahr diese Aussage sein kann.

Was führt zu unserem "Sauersein"?

Vereinfacht ausgedrückt kann es unsere Lebensweise sein. Eventuell sind wir gestresst, schlafen zu wenig, sind depressiv verstimmt, trinken dann vielleicht noch mehr Kaffee als sonst und rauchen die Zigarette zum Entspannen. Das macht unseren Körper im wahrsten Sinne des Wortes sauer.

Nach so einem Tag belohnen wir uns möglicherweise mit Süßigkeiten, essen dann noch die heißgeliebte Currywurst mit Pommes Frites und spülen unser Antistress-Menue mit einer Cola oder mit einem Bierchen hinunter.

Nun laufen die komplexen Stoffwechselvorgänge in unserem Körper auf Hochtouren. Fallen allerdings so viele Säuren an, dass unser Körper sie nicht alle hinausschaffen kann, werden sie im Körper zwischengelagert – die Übersäuerung entsteht.

Um die überschüssigen Säuren zwischenzulagern, legt der Körper zusätzliche Fettzellen an. Fett eignet sich prima zur Einlagerung von Säuren. Gleichzeitig werden so die lebenswichtigen Organe vor den gefährlichen Säuren geschützt. Was allerdings weniger erfreulich ist: wir nehmen an Gewicht zu.

Wir stecken in einem Säure-Dilemma, welches maßgeblich durch den Verzehr säurebildender Nahrungsmittel und durch eine ungünstige Lebensweise beschleunigt wird.

Eine zu große Säurelast entsteht durch:

  • Tierische Eiweiße wie Fleisch, Wurst, Fisch und Eier
  • Milch und die meisten Milchprodukte
  • Sojaprodukte
  • Teig- und Backwaren
  • Süßspeisen
  • Kohlensäurehaltiges Mineralwasser
  • Cola und andere Softdrinks
  • Kaffee
  • Alkohol
  • Nikotin
  • Geschmacksverstärker wie Glutamat
  • Süßstoffe wie Aspartam etc.
  • Übertriebener Sport
  • Stress, Angst, Sorgen, Ärger, negative Gedanken

Woran kann Säure schuld sein? – Krank durch Säure von A bis Z

  • Allergien, Antriebsschwäche, Arthritis, Arthrose, Asthma bronchiale
  • Bandscheibenbeschwerden, Bindegewebsschwäche, Bindehautentzündung, Bluthochdruck, Blutfettwerte, Bronchitis
  • Depressive Stimmungen, Diabetes, Durchblutungsstörungen
  • Ekzeme, Erschöpfung
  • Fieber
  • Gallensteine, Gedächtnisschwäche, Gicht
  • Haarausfall, Hauterkrankungen, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Hexenschuss, Hörsturz
  • Infektionsanfälligkeit
  • Körpergeruch, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen
  • Leberschwäche
  • Magengeschwüre, Migräne, Müdigkeit, Multiple Sklerose, Mundgeruch
  • Nebenhöhlenentzündungen, Neuralgien, Nieren- und Blasensteine, Nierenerkrankungen
  • Osteoporose
  • Pilze, Polyarthritis
  • Rheumatische Erkrankungen, Rückenschmerzen
  • Schlafstörungen, Schlaganfall, Sodbrennen, Stress
  • Verdauungsbeschwerden, Verstopfung
  • Zahnschäden
  • Zwölffingerdarmgeschwür

Wie sieht der "saure Mensch" aus? – Folgende Zeichen sprechen für sich:

  • Die Hautfarbe verändert sich krankhaft und die Hautoberfläche wirkt spröde.
  • Die Hautspannung lässt nach und vorzeitige Falten entstehen.
  • Die Zunge kann weißliche bis braune Beläge, Furchen und Einrisse aufweisen
  • Chronisch übersäuerte Menschen haben häufig einen verkniffen wirkenden Mund.
  • Die Farbe der Augäpfel kann Aufschluss über z.B. betroffene Organe geben. Gelb: Störungen im Leberstoffwechsel. Rot: Entzündungen
  • Die vorzeitige Alterung des Gerüsteiweißes Kollagen führt auch zu Veränderungen der Haare und Nägel. Typisch ist trockenes, sprödes, mattes Haar, mit Neigung zu Schuppen.
  • Finger- und Zehennägel reißen schneller ein.
  • Mundgeruch kann auf Übersäuerung hindeuten.
  • Körpergeruch kann ebenfalls ein Zeichen von Übersäuerungsein. Über den Schweiß versucht der Organismus schädliche Abfallstoffe loszuwerden.

Ein erfahrener Arzt erkennt die Anzeichen einer versteckten Übersäuerung, auch ohne die Messdaten einer Labordiagnose.

Tipp: Spezielle Urinteststreifen aus der Apotheke geben Aufschluss darüber, ob der Körper "sauer" ist.

Mit der richtigen Kost gegensteuern

Die oben erwähnten Faktoren wie auch Lebensmittel können wir, bis auf einige Ausnahmen, nicht gänzlich aus unserem Leben verbannen und wollen es vermutlich auch nicht. Wir können allerdings säurebildende Lebensmittel seltener und in kleineren Mengen verzehren und mit basenbildenden Lebensmitteln ergänzen.

Wer die schädlichen Säuren in seinem Körper eliminieren möchte, sollte diese Lebensmittel auf seinen Speiseplan setzen:

  • Grundnahrungsmittel sind Gemüse aller Art und bunte Salate mit Sprossen verfeinert
  • Kartoffeln und Maroni sind gute basische Beilagen
  • Obst, wie Blaubeeren, Orangen, Äpfel etc. sind eine willkommene Abwechslung und decken den Bedarf an Süßem
  • Kräutertees oder Grüntees bieten sich als gute Alternative zum Kaffe an
  • Stilles Wasser ist der ideale Durstlöscher und unverzichtbar für die optimale Nährstoffaufnahme, 2 Liter am Tag sind empfehlenswert
  • Aus Nüssen und Samen lassen sich sogar milchähnliche Getränke herstellen, zum Beispiel Mandelmilch

Entdecken Sie die Vielfalt der gesunden Nahrungsmittel und die Möglichkeiten, diese in Ihren Speiseplan einzubauen. Probieren Sie neue Gerichte aus und lassen Sie sich von Ihrem Geschmack leiten.

Fangen Sie noch heute an, die Harmonie zwischen Säuren und Basen in Ihrem Organismus wieder herzustellen. Ihr Körper wird es Ihnen mit mehr Energie und Wohlbefinden danken.

Lesen Sie eine Fortsetzung zu diesem Thema mit dem Schwerpunkt "Tipps und Strategien zur Entsäuerung". Sie finden sie in der Tipp-Sammlung.