Fastenzeit

Fastenzeit

Neustart für den Körper

Die Feiertage um den Jahreswechsel sind vorbei und nach der Hochzeit des Karnevals beginnt in der christlichen Kirche traditionell eine Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern. Diese religiöse Form des Fastens dient der Buße und der Vorbereitung auf das Osterfest. Allerdings liefert das Fasten auch gesundheitliche Vorteile, und das nicht zu knapp.

Wie steht es um unser Wohlbefinden am Ende des Winters?

  • Unser Körper hat den Winter über besondere Herausforderungen gemeistert: Er musste vermehrt fettes Essen und Alkohol verarbeiten und hat dazu noch wenig Bewegung bekommen. Nun fühlen wir uns müde, kraft- und antriebslos.
  • Die Auswirkungen der winterlichen Dunkelheit machen uns zu schaffen. Wir sind vermehrt müde. Manche leiden auch unter der typischen Winterdepression mit Antriebsschwäche und Verstimmung. Bis zum Frühling sind die meisten Menschen dann stark ausgelaugt. Die Frühjahrsmüdigkeit wird spürbar.
  • Obwohl das Frühjahr doch die Zeit des anwachsenden Lichtes ist, sind wir deutlich müder als in anderen Jahreszeiten. Die Anpassung der Hormondrüsen durch die verlängerten Tage und die Umstellung von wenig Licht auf viel Licht strengt den Organismus an und macht uns müde.
  • Viele Menschen ernähren sich im Winter vitaminärmer und dafür kalorienreicher. Bis zum Frühjahr können wir die Folgen des Vitaminmangels deutlich spüren. Wir fühlen uns schlapp und das Immunsystem schwächelt.
  • Im Winter bewegen wir uns deutlich weniger als im übrigen Jahr. Das hat zur Folge, dass bis zum Frühling die Muskeln geschrumpft sind und die Bewegung uns schwerer fällt und mehr anstrengt.

Los geht’s!

Jetzt ist genau die richtige Zeit den Körper zu entlasten, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und den über den Winter angesammelten Ballast abzuwerfen. Der zeitweilige Verzicht auf feste Nahrung kann der Motor für mehr Lebensenergie und Wohlbefinden sein. Fastenperioden sollen nicht nur Fett schmelzen lassen, sondern auch vor Diabetes, Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Infektionen schützen. Eine Auszeit vom Essen kann einen guten Einstieg bieten, seine Lebensgewohnheiten zu hinterfragen und vor allem dauerhaft zu ändern. Nach dem Fasten schmeckt einem vieles eher Ungesundes nicht mehr, was man vorher regelmäßig verzehrt hat, fettes Fleisch und Süßigkeiten beispielsweise. Vegetarisches und pflanzliche Nahrung schmecken auf einmal wesentlich besser. Dazu kommt der Stolz auf sich selbst, dass man das Fasten durchgehalten hat. Der Nahrungsverzicht und die Erkenntnis daraus, nicht immer essen zu müssen, wenn es angeboten wird, führen im besten Fall zu einem neuen Bewusstsein in Bezug auf die tägliche Nahrungsaufnahme. Zudem stellt sich bei den meisten nach dem Fasten ein allgemeines Wohlgefühl ein.
Prinzipiell darf jeder, der volljährig und körperlich und geistig gesund ist, in Eigenregie fasten. Hilfreich ist allerdings ein gut ausgebildeter Fastenbegleiter. Er hilft über Startschwierigkeiten und Tiefs hinweg. Fasten an sich ist ja für uns Menschen nichts Ungewöhnliches. Die Situation, ständig an Nahrung zu kommen, ist in der Menschheitsgeschichte relativ neu. Der menschliche Körper kann besser mit Fastenzeiten umgehen als mit ständigem Futtern.

Was passiert beim Fasten im Körper?
Wenn man die Zufuhr von Eiweiß und Zucker beschränkt, werden körpereigene Reparaturgene aktiviert. Gleichzeitig kann sich das Immunsystem erholen, weil es nicht dauernd durch die Eiweiße aus der Nahrung angestachelt wird. Das erklärt, warum Fasten sich auf so viele Erkrankungen günstig auswirkt. Besonders günstig ist, wenn man sich beim Fasten regelmäßig bewegt. Dann schütten die Muskelzellen antientzündliche Botenstoffe aus. Wissenschaftler haben vor einiger Zeit das Bauchfett als potenten Produzenten schädlicher Botenstoffe entlarvt. Schwinden die Fettdepots der Körpermitte beim Fasten, bessern sich somit nicht nur die Blutzuckerwerte, auch der Cholesterinspiegel sinkt und der Blutdruck normalisiert sich, wie Fastenärzte regelmäßig beobachten. Die Leber beginnt bereits nach 24 Stunden damit, die Fettreserven im Körper zur Energiegewinnung heranzuziehen. Das körpereigene Fett wird zu Energie umgewandelt. Der Leberstoffwechsel kommt erst in Schwung, wenn man wenige Kalorien (unter 500) täglich zu sich nimmt. Mit dieser kleinen Menge an Kalorien und bei gleichzeitiger Bewegung baut man keine nennenswerten Mengen an Muskeln ab.

Die meisten Menschen erleben eine deutliche Stimmungsverbesserung. Sie fühlen sich leichter, fröhlicher und gut gelaunt. Die ersten zwei bis drei Fastentage können zwar noch schwer sein, spätestens aber ab dem vierten Tag hat sich der Körper auf den Leberstoffwechsel umgestellt. Mit dem Fasten kann man also auch ganz leichte Depressionen oder saisonale Verstimmungen gut in den Griff bekommen. Aus diesem Grund ist das Fasten im Frühjahr, vielleicht sogar zeitgleich mit der Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern, eine gute Möglichkeit, den Folgen der dunklen Jahreszeit zu begegnen.

Mehr noch: Fasten ist eine super Sache zur Stressreduktion. Möglicherweise hat es sogar einen Einfluss auf die Lebensdauer. Für Tiere ist bereits seit Längerem nachgewiesen, dass eine langfristig kalorienarme Ernährung jung hält und das Leben verlängert.
Außerdem: Fasten wird schon seit Jahrtausenden in vielen Kulturen betrieben und hat sich gut etabliert. Es würde ja heutzutage kein Mensch fasten, wenn es nicht so einen tollen Effekt hätte.

Wie wird gefastet?

  • Unter Heilfasten versteht man den freiwilligen Verzicht auf feste Nahrung für eine begrenzte Zeit. In der Regel werden über fünf bis maximal 35 Tage keine feste Nahrung aufgenommen. Der Fastende ernährt sich, je nach Fasten-Modell, ausschließlich von Gemüsebrühe, Säften, Tee und Wasser. Es gibt drei Möglichkeiten, wie man Heilfasten betreiben kann: Stationär in einer Heilfasten-Klinik, ambulant mit einem Fastenbetreuer oder medizinischer Begleitung oder alleine, etwa mit Hilfe von entsprechender Lektüre. Wobei Letzteres nur zu empfehlen ist, wenn man bereits fastenerfahren ist. Zudem muss sichergestellt sein, dass gesundheitlich alles in Ordnung ist.
  • Buchinger Fasten war ursprünglich ein stationäres Konzept, um chronische Zivilisationserkrankungen (z. B. Stoffwechselerkrankungen) zu behandeln. Meist wird es heute jedoch zu Hause durchgeführt, um schnell ein paar Pfunde loszuwerden. Feste Nahrung gibt es nicht, nur Brühe, Tee, Säfte und Wasser.
  • Saftfasten ist eine Variante des Heilfastens, allerdings in etwas abgemilderter Form. Es werden nicht nur Wasser und ungesüßter Tee getrunken, sondern mehrmals täglich ein Glas (am besten) frisch gepresster Obst- oder Gemüsesaft.
  • Intermittierendes Fasten ist keine typische Form des Fastens, sondern ein Essrhythmus. Man nimmt Nahrung zu sich, allerdings nur zu bestimmten Zeiten, beziehungsweise in einem bestimmten Zeitfenster. So sollen unter anderem altersbedingte Krankheiten gemildert sowie das Abnehmen und Gewicht halten erleichtert werden.

Starten Sie doch einfach in Ihre persönliche Fastenzeit und lassen Sie sich von positiven Veränderungen überraschen.