KOHLE COMPRETTEN
PZN: 03056515
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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage (bei Heilwassern das Etikett) und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke. Bei Tierarznei lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie die Tierärztin, den Tierarzt oder die Apotheke.
Darreichungsform: Tabletten
- Das Präparat ist ein Arzneimittel zur Anwendung
- bei akutem Durchfall (Diarrhoe).
- zur Verhinderung der Resorption bei oralen Vergiftungen.
- zur Beschleunigung der Ausscheidung bei Vergiftungen mit Stoffen, die einem enterohepatischen Kreislauf unterliegen (z. B. Carbamazepin, Phenobarbital, Phenylbutazon, Theophyllin).
- Nehmen Sie die Tabletten immer genau nach der Anweisung in der Gebrauchsinformation ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie nicht ganz sicher sind.
- Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis
- bei Durchfall: Erwachsene 3 - 5-mal täglich 2 - 4 Tabletten, Kinder die Hälfte.
- Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren: 3 - 5-mal täglich 2 - 4 Tabletten
- Kinder bis 14 Jahre: 3 - 5-mal täglich 1 - 2 Tabletten
- bei Vergiftungen: Erwachsene 2 - 5 Tabletten pro Kilogramm Körpergewicht, Kinder 3 - 5 Tabletten pro Kilogramm Körpergewicht (entspricht 0,5 - 1,25 g medizinische Kohle/Kilogramm Körpergewicht). Dies entspricht folgendem Schema:
- Erwachsene und Jugendliche bzw. ab 60 kg Körpergewicht
- 120 - 300 Tabletten
- Kinder 10 - 14 Jahr bzw. ab 30 kg Körpergewicht
- 90 - 150 Tabletten
- Kinder 6 - 9 Jahre bzw. ab 20 kg Körpergewicht
- 60 - 100 Tabletten
- Kinder 3 - 5 Jahre bzw. ab 15 kg Körpergewicht
- 45 - 75 Tabletten
- Kinder 1 - 2 Jahre zw. ab 10 kg Körpergewicht
- 30 - 50 Tabletten
- Erwachsene und Jugendliche bzw. ab 60 kg Körpergewicht
- bei Durchfall: Erwachsene 3 - 5-mal täglich 2 - 4 Tabletten, Kinder die Hälfte.
- Die Kohle ist umso wirksamer, je schneller die Einnahme nach der Aufnahme des Giftes erfolgt. Beginnen Sie unverzüglich nach Kenntnis über die Vergiftung mit der Einnahme und folgen Sie den Anweisungen der Giftinformationszentrale oder des Notarztes.
- Wie lange sollten Sie das Arzneimittel einnehmen?
- Bei Durchfall bis zur Normalisierung des Stuhlgangs. Sollte die Behandlung nach 3 Tagen erfolglos geblieben sein, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
- Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten:
- Fahren Sie mit der Einnahme fort, so wie es in der Dosierungsanleitung beschrieben ist.
- Wenn Sie die Einnahme vergessen haben:
- Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Fahren Sie mit der Einnahme fort, so wie es in der Dosierungsanleitung beschrieben ist.
- Wenn Sie die Einnahme abbrechen:
- Eine Unterbrechung oder vorzeitige Beendigung der Behandlung ist unbedenklich.
- Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen medizinische Kohle oder einen der sonstigen Bestandteile sind.
- bei fieberhaftem Durchfall.
- bei Vergiftungen mit ätzenden Stoffen (starke Säuren und Laugen), da hierdurch diagnostische Maßnahmen wie Speiseröhrenspiegelung (Ösophagoskopie) oder Magenspiegelung (Gastroskopie) erschwert werden.
- Wie alle Arzneimittel kann dieses Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
- Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
- Sehr häufig: Mehr als 1 von 10 Behandelten
- Häufig: Weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
- Gelegentlich: Weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1.000 Behandelten
- Selten: Weniger als einer von 1.000, aber mehr als 1 von 10.000 Behandelten
- Sehr selten: 1 oder weniger als 1 von 10.000 Behandelten einschließlich Einzelfälle
- Da die folgenden möglichen Nebenwirkungen auf spontanen Meldungen aus umfangreicher Anwendung nach der Markteinführung beruhen, ist eine präzise Schätzung der Häufigkeit nicht möglich. Daher ist die Häufigkeit als „nicht bekannt" einzustufen.
- Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und Maßnahmen, wenn Sie betroffen sind:
- Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten Nebenwirkungen betroffen sind, nehmen Sie das Arzneimittel nicht weiter ein und suchen Sie Ihren Arzt möglichst umgehend auf.
- Bei der Einnahme gegen Durchfall sind in den empfohlenen Dosierungen keine Nebenwirkungen bekannt.
- Nach sehr hohen Dosen, die bei Vergiftungen eingenommen werden können, kann es in Einzelfällen zu Verstopfung und zum Darmverschluss (mechanischer Ileus) kommen, dem durch Gabe salinischer Abführmittel (z. B. Natriumsulfat) vorgebeugt werden kann.
- Da medizinische Kohle unverändert wieder ausgeschieden wird, kommt es nach der Einnahme zu einer Schwarzfärbung des Stuhls, die jedoch harmlos ist.
- Andere Mögliche Nebenwirkungen:
- Es sind keine anderen möglichen Nebenwirkungen bekannt.
- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht angegeben sind.
Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
Medizinische Kohle - peroral- bei akuter Vergiftung oder Überdosierung von Medikamenten
- zuerst einen Arzt oder eine Giftinformationszentrale kontaktieren und gemäß deren Anweisungen sofort danach nach deren Anweisung Kohle verabreichen
- medizinische Kohle nicht geeignet zur Adsorption von organischen und anorganischen Salzen und Lösungsmitteln, z.B.
- Salze von Eisenverbindungen
- Lithium
- Thallium
- Cyanid (Blausäure)
- Methanol
- Ethanol
- Ethylenglykol
- petroleumhaltige Lösungsmittel
- Hinweis
- bei diesen Stoffen sind andere Maßnahmen zur Giftelimination erforderlich (z.B. Magenspülung)
- die wichtigsten Gifte, bei denen medizinische Kohle wirkungslos ist und eine geeignete orale Therapie bekannt ist, sind
- Cyanid
- spezifisches Antidot: Natriumnitrit, 4-Dimethylaminophenol
- Eisenverbindungen
- spezifisches Antidot: Deferoxamin (Desferrioxamin)
- Lithium
- spezifisches Antidot: Calciumpolystyrensulfat
- Methanol
- spezifisches Antidot: Ethanol
- Ethylenglykol
- spezifisches Antidot: Ethanol
- Cyanid
- nicht wirksam bei Verätzungen mit Säuren oder Laugen
- medizinische Kohle kann nachfolgende endoskopische Diagnostik erschweren
- bei vielen Intoxikationen soll neben medizinischer Kohle zusätzlich ein spezifisches Antidot verabreicht werden (z.B. N-Acetylcystein bei Paracetamolvergiftungen)
- in Fällen, bei denen eine orale Therapie oder ein orales, spezifisches Antidot von wesentlicher Bedeutung ist, wird von der Anwendung von medizinischer Kohle abgeraten
- motilitätshemmende Substanzen
- Anwendung von medizinischer Kohle nicht ratsam bei Patienten, die motilitätshemmende Medikamente einnehmen oder eine giftige Substanz mit motilitätshemmender Wirkung geschluckt haben, da das Risiko eines paralytischen Ileus besteht, was zu einer Perforation führen könnte
- Patienten, bei denen eine mehrfache Gabe von medizinischer Kohle nach einer Vergiftung notwendig ist
- bei diesen Patienten sollte die Peristaltik durch eine Überprüfung der gastrointestinalen Geräusche in kurzen Abständen überwacht werden
- bewusstlose Patienten
- zur Vermeidung einer Aspiration sollte bei bewusstlosen Patienten ein Arzt oder das Krankenpflegepersonal unter ärztlicher Aufsicht die Suspension durch eine Magensonde verabreichen
- Schwarzfärbung des Stuhl
- Anwendung von medizinischer Kohle geht mit einer Schwarzfärbung des Stuhls einher
- Schwarzfärbung des Stuhls kann Blutungen im Verdauungstrakt verbergen
- Besondere Vorsicht bei der Einnahme ist erforderlich,
- wenn Verdacht auf Vergiftungen besteht. Kontaktieren Sie in diesem Fall unverzüglich einen Arzt oder eine Giftinformationszentrale!
- Bei verschiedenen Giften und Arzneimitteln sind andere oder zusätzliche Maßnahmen erforderlich.
- Medizinische Kohle ist nicht wirksam bei Vergiftungen mit organischen und anorganischen Salzen sowie Lösungsmitteln, z. B. Lithium, Thallium, Cyanid (Blausäure), Eisensalzen, Methanol, Ethanol und Ethylenglykol (z. B. Frostschutzmitteln). Hier sind andere Maßnahmen zur Giftelimination (z. B. Magenspülungen) angezeigt.
- Wichtige Gifte, bei denen medizinische Kohle wirkungslos ist und eine geeignete orale Therapie bekannt ist, sind nachfolgend aufgeführt:
- Cyanid
- Spezifisches Gegengift (Antidot): 4-Dimethylaminophenol
- Eisenverbindungen
- Spezifisches Gegengift (Antidot): Deferoxamin (Desferrioxamin)
- Lithium
- Spezifisches Gegengift (Antidot): Calciumpolystyrolsulfonat
- Methanol
- Spezifisches Gegengift (Antidot): Ethanol
- Ethylenglykol
- Spezifisches Gegengift (Antidot): Ethanol
- Cyanid
- Bei vielen Vergiftungen ist zusätzlich zu medizinischer Kohle auch ein spezifisches Gegengift zu verabreichen (z. B. Acetylcystein bei Paracetamolvergiftung).
- Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:
- Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.
- Kohle, medizinisch (250 mg pro 1 Stück)
- Carmellose, Natriumsalz
- Lactose (184 mg pro 1 Stück)
- Glucose (92 mg pro 1 Stück)
- Galactose (92 mg pro 1 Stück)
- Magnesium stearat
- Saccharose (284 mg pro 1 Stück)
- Bei Einnahme mit anderen Arzneimitteln:
- Das Arzneimittel sollen nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln eingenommen werden, da deren Wirksamkeit vermindert werden kann.
- Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen bzw. vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
- Bei Einnahme zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
- Nicht erforderlich.
Herstellerinformationen
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Website
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Weitere Herstellerinformationen
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