Hypericum C30 - PZN 08017431

Hypericum C30

Regenbogen Apotheke Oberursel

PZN: 08017431

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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage (bei Heilwassern das Etikett) und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke. Bei Tierarznei lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie die Tierärztin, den Tierarzt oder die Apotheke.

Hintergrundinformationen zu Hypericum perforatum

Das echte oder getüpfelte Johanniskraut, Hypericum perforatum, gehört zu den Hartheugewächsen und ist in ganz Europa verbreitet. Die bis zu einem Meter hohe, krautige Pflanze wächst vorwiegend auf Wiesen, Wald- und Wegesrändern und fällt durch ihre sichtbaren gelben Blüten auf. Seinen Namen hat Johanniskraut durch seine Blütezeit erhalten, die von Juni bis August um den Johannistag am 24. Juni liegt.
Die namensgebende Tüpfelung ("perforatum") der Blätter erkennt man, wenn man die Blätter gegen das Licht hält: Zahlreiche kleine Öldrüsen sind als helle Punkte und Hypericinbehälter als dunkle Punkte sichtbar. Die Blätter sehen wie perforiert aus.
Vor allem die Blüten enthalten den roten Farbstoff Hypericin, der beim Zerreiben austritt und volkstümlich als Johannisblut oder Herrgottsblut bezeichnet wird. Hypericin wirkt photosensibilisierend und führt bei Weidetieren, die das Kraut gefressen haben, unter Sonneneinstrahlung zu Sonnenbrand.

Johanniskraut war im Mittelalter als mystische Pflanze mit Zauberkräften bekannt. So wurde es auch Walpurgiskraut und Hexenkraut genannt, da es Hexenspuk und Teufelsmächte auszutreiben vermochte.

Heute wird Johanniskraut in der Schulmedizin vorrangig als Antidepressivum bei leichten bis mittelschweren Depressionen eingesetzt. Durch eine neuronale Wiederaufnahmehemmung von verschiedenen Neurotransmittern wirkt es hierbei gemüts- und stimmungsaufhellend. Die Volksmedizin verwendet Johanniskrautöl äußerlich als Umschläge und Einreibungen zur Wundbehandlung von Verbrennungen, zur Linderung der Beschwerden bei Gicht und Rheuma oder gegen Verrenkungen und Verstauchungen.

In der Homöopathie dienen Zubereitungen von Johanniskraut der Behandlung von Verletzungen, vor allem solchen, bei denen Nerven betroffen sind. Sie dienen der Linderung von stechenden und einschießenden Schmerzen und der Förderung der Wundheilung. Nach traumatischen Verletzungen und nach Operationen hilft es gegen Wundschmerz, Kribbeln und Taubheitsgefühl.
Für homöopathische Zubereitungen wird die frische ganze Pflanze zur Blütezeit verwendet.


Erscheinungsbild: Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome

Patienten, die von Hypericum profitieren, sind von Natur aus ängstlich, unruhig und aufgeregt. Sie reden viel und verhaspeln sich oft beim Sprechen und vergessen, was sie eigentlich sagen wollten oder wechseln aprupt das Thema. Ebenso vertun sie sich häufig beim Schreiben. Depressive Verstimmungen treten häufig auf.


Anwendungsgebiete in der Übersicht

·         Verletzungen mit Nervenschädigungen durch Prellungen, Stauchungen und Quetschungen mit stechenden, einschießenden Schmerzen

·         Erschütterungen der Wirbelsäule oder des Steißbeins

·         Gehirnerschütterung und Phantomschmerzen nach Amputationen nach Rücksprache mit dem Arzt

·         Neuralgien und andere ziehende Nervenschmerzen

·         Schnitt-, Riss-, Stich- und Operationswunden

·         nach Verbrennungen

·         Zahnschmerzen oder Schmerzen nach Zahnextraktionen

·         Reißende, klopfende Kopfschmerzen

·         schmerzhafte Hautausschläge mit Nervenbeteiligung (Gürtelrose)

·         Tierbisse

·         leichte Depressionen und melancholische Zustände



Modalitäten: Verbesserungen und Verschlimmerungen

Die Beschwerden bessern sich durch Stillliegen, Liegen auf dem Bauch oder durch Rückwärtsneigen des Kopfes. Eine Verschlechterung tritt auf bei nebligem, feuchtem und kaltem Wetter, bei Berührung, Erschütterung sowie bei Bewegung.


Wirkungsweise und Nebenwirkungen von

Hypericum wirkt auf das periphere und das zentrale Nervensystem. Nebenwirkungen sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch von homöopathischen Zubereitungsformen nicht bekannt. Hypericum kann auch während der Schwangerschaft und der Stillzeit eingenommen werden.


Hypericum perforatum - Dosierung und Darreichungsformen

Homöopathie legt großen Wert auf individuelle Behandlung jedes Patienten. Eine eingehende Anamnese durch einen erfahrenen Homöopathen ermöglicht die Wahl eines Einzelmittels, das anhand des Erscheinungsbildes eines Patienten am besten geeignet erscheint. Daher kann es vorkommen, dass zwei Patienten mit der gleichen Erkrankung zwei unterschiedliche homöopathische Mittel bekommen. Dementsprechend sind schematische Dosierungsangaben, wie man sie aus der Schulmedizin kennt, nicht angebracht.
Entscheidend ist bei homöopathischen Arzneimitteln die Information eines Mittels, nicht die Menge. Das verhält sich ähnlich wie die Wahl eines Fernsehprogramms mittels Fernbedienung oder des Stockwerkes im Fahrstuhl: Ein stärkeres Drücken des Knopfes bringt keinerlei Vorteil, es sei denn, der Knopf ist defekt, analog zu einer minderen Qualität der homöopathischen Zubereitung.
Bei homöopathischen Mitteln hoher Qualität genügt in der Regel ein einzelner Globulus, um die notwendige Information in den Körper zu bringen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Bisweilen geht man auf Nummer sicher und gibt zwei oder drei davon. Das sollte ausreichen, denn stellt sich erst mit vielen Globuli ein Effekt ein, ist das Arzneimittel qualitativ minderwertig oder die Reaktion des Körpers ist anders als erwartet, das heißt das Mittel ist ungeeignet und die Mittelwahl war falsch.
Bei der Einnahme von Globuli sollten Sie einige Punkte beachten, um eine optimale Wirksamkeit zu gewährleisten. Dazu gehört, dass die Informationen am zuverlässigsten vermittelt werden, wenn sie über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Daher sollten Sie Globuli nicht wie andere Medikamente mit Flüssigkeit herunterspülen, sondern auf der Zunge zergehen lassen und eine Weile im Mund behalten, bevor Sie sie herunterschlucken.
Ebenso ist eine lokale Behandlung mit Salben, Einreibungen und ähnlichem nicht notwendig, denn jede homöopathische Therapie bezieht den gesamten Körper und seine Selbstheilungskräfte mit ein, nicht nur Teile davon.
Für eine erfolgreiche Informationsvermittlung sollte die Mundschleimhaut nicht durch andere Einflüsse beeinträchtigt sein. Daher sollte die Einnahme zeitlich versetzt, mindestens zehn Minuten oder länger, zu Trinken, Nahrungsaufnahme oder dem Putzen der Zähne und Kaugummi kauen erfolgen. Geben Sie die Globuli auf die Hand und führen sie diese zum Mund. Verwenden Sie für die Einnahme keine Löffel aus Metall, sondern aus Plastik oder Horn. Globuli wirken ganzheitlich. Genuss von Nikotin, Alkohol, Drogen sowie ungesundes Essen und unzuträgliche Lebensweise beeinträchtigen eine solche Wirkungsweise nachhaltig und machen die positiven Effekte zunichte.
Bei jeder erstmaligen Einnahme homöopathischer Zubereitungen kann es zu einer Erstverschlimmerung der Symptome kommen. Das ist nicht schlimm, sondern normal und gilt in der Homöopathie als gutes Zeichen. Sie signalisiert, dass die Informationen erfolgreich angekommen sind und die körpereigenen Selbstheilungskräfte in Gang gesetzt haben. Sollten sich die Symptome nicht innerhalb von zwei oder drei Tagen bessern, muss der behandelnde Therapeut aufgesucht und um Rat gefragt werden. Unter Umständen hat das zu bedeuten, dass sich eine weitere Krankheit im Hintergrund verborgen hält und einer zusätzlichen Behandlung bedarf.
Die Einnahme von Globuli sollte nicht nach der Uhr erfolgen, sondern nach Bedarf. Stehen Beschwerden an, sind sie einzunehmen und der Effekt abzuwarten. Solange eine Besserung der Symptome auftritt und die Wirkung anhält, ist keine weitere Einnahme vonnöten. Erst wenn die Beschwerden sich erneut abzuzeichnen beginnen sind die Globuli erneut einzunehmen. Haben sich nach der Einnahme die Symptome geändert, muss der behandelnde Homöopath ein neues Einzelmittel bestimmen.
Ist ein homöopathisches Mittel in akuten Fällen in kurzen Zeitabständen mehrfach einzunehmen, geschieht das am besten mit der Wasserglas-Methode. Dazu geben Sie maximal drei Globuli in ein Glas mit Wasser ohne Kohlensäure und nehmen einen kleinen Schluck davon ein. Das wiederholen Sie so lange, bis sich die Beschwerden bessern. Die hochwirksamen Q- und LM-Potenzen verabreicht man meistens als Mischung in flüssiger Form. Für die Einnahme müssen Sie das Behältnis gründlich schütteln und von dem Inhalt ein bis zehn Tropfen auf einem nicht metallenen Löffel einnehmen. Behalten Sie die Flüssigkeit eine Weile im Mund, bevor Sie sie schlucken. Eine solche Einnahme erfolgt bei akuten Krankheitsfällen mehrmals täglich. Zur Behandlung chronischer Erkrankungen genügt eine einzige Einnahme am Tag. Ist das Medikament aufgebraucht, geht der Therapeut in der Regel zu einer höheren Potenzierung über.
Bei einer homöopathischen Selbstbehandlung sollten Sie eine D- oder C-Potenz in der Stufe 6 respektive 12 verwenden. Damit ist die Wirkung, die nur wenige Stunden anhält, am besten zu überblicken und bei mangelndem Effekt können Sie problemlos auf ein anderes Einzelmittel umsteigen. Bei höheren Potenzen ist der Effekt langsamer und nachhaltiger, was jedoch bei der Wahl eines ungeeigneten Mittels aufgrund der Langfristigkeit zum Problem werden kann.