Chelidonium C30
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Hintergrundinformationen zu Chelidonium
majus Globuli
Chelidonium majus, das
Schöllkraut, wird auch Schellkraut oder Warzenkraut genannt. Es handelt sich um
ein in Europa und Asien häufig vorkommendes Mohngewächs. Es wächst bis zu einem
halben Meter hoch auf Ruderalstellen, an Weges- und Waldrändern und in der Nähe
von Häusern und neben Mauern. Neben seinen charakteristischen kleinen gelben
Blüten, weist es einen typischen gelben Milchsaft auf, der bei Verletzungen
austritt. Dieser ist bitter, scharf schmeckend und stark hautreizend. Seine
Alkaloide machen das Schöllkraut zu einer Giftpflanze. Bei Verzehr der Pflanze
kommt es zu Vergiftungserscheinungen mit schmerzhaften, blutigen Durchfällen
und Erbrechen. In geringer Dosierung kann es die Leber schädigen.
In der Volksmedizin verwendet man Schöllkraut
zur Anregung des Gallenflusses und zur Behandlung von Warzen, indem der
Milchsaft auf die Warzen aufgetupft wird. Hierbei nutzt man die viruzide
Wirkung der enthaltenen Alkaloide.
Gemäß dem Simile-Prinzip ist Chelidonium majus
eine beliebte Heilpflanze zur homöopathischen Behandlung von Erkrankungen der
Leber und Gallenblase. Chelidonium majus hat hierbei eine krampflösende und
schmerzstillende, zugleich aber auch beruhigende Wirkung.
In der Homöopathie wird der frische Wurzelstock
mit anhängenden Wurzeln im Spätherbst oder zu Beginn des Austriebs zur
Gewinnung der Urtinktur verwendet.
Erscheinungsbild: Allgemeine
Charakteristik und Leitsymptome
Patienten, die von
Chelidonium majus profitieren, sind niedergeschlagen, traurig und ängstlich.
Gegenüber anderen Personen sind sie übellaunig, leicht reizbar und schnippisch.
Sie sind schwach, ermüden nach der kleinsten Anstrengung und besitzen eine
innere Schwere. Oft zeigen sie sich geistesabwesend und vergessen, was sie
gerade tun wollten.
Oft leiden sie an Verdauungsstörungen mit
Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Verstopfungen und Durchfälle
wechseln sich ab. Der Stuhl ist schleimig, gelblich, steinhart oder klumpig.
Gegen Fleisch, Kaffee und Käse besteht eine große Abneigung, hingegen besteht
Heißhunger auf warme, saure und scharfe Speisen.
Schmerzen treten vor allem auf der rechten Seite
auf, d.h. beispielsweise im rechten Oberbauch, in der rechten Schulter oder an
der rechten Schläfe.
Anwendungsgebiete von Schöllkraut in der
Übersicht
·
Gallenkoliken
·
Gallensteine
·
Lebererkrankungen
·
Milzerkrankungen
·
Kopfschmerzen
und Migräne
·
Bronchitis
·
Hühneraugen
und Hornhautschwielen
·
Warzen
·
rheumatische
Beschwerden
Modalitäten: Verbesserungen und
Verschlimmerungen
Die Beschwerden bessern
sich durch warme Speisen und Getränke. Eine Verschlechterung tritt auf durch
Bewegung, durch Berührung, bei Wetterwechsel und gegen 4 Uhr und 16 Uhr.
Wirkungsweise und Nebenwirkungen von
Chelidonium majus
Typisch für Chelidonium
sind die auf der rechten Seite stärker als auf der linken Seite ausgeprägten
Beschwerden. Bis zur Potenz D6 bzw. C3 ist Chelidonium in der Schwangerschaft
und in der Stillzeit kontraindiziert. In Einzelfällen wurden durch die Einnahme
chelidoniumhaltiger Arzneimittel in einer Potenz bis D6 bzw. C3 ein Anstieg der
Leberfunktionswerte beobachtet. Aus diesem Grund sollten die Arzneimittel nur
gemeinsam mit einem Therapeuten eingesetzt werden.
Chelidonium majus Dosierung und
Darreichungsformen
Homöopathie legt großen Wert auf individuelle Behandlung jedes Patienten.
Eine eingehende Anamnese durch einen erfahrenen Homöopathen ermöglicht die Wahl
eines Einzelmittels, das anhand des Erscheinungsbildes eines Patienten am
besten geeignet erscheint. Daher kann es vorkommen, dass zwei Patienten mit der
gleichen Erkrankung zwei unterschiedliche homöopathische Mittel bekommen.
Dementsprechend sind schematische Dosierungsangaben, wie man sie aus der
Schulmedizin kennt, nicht angebracht.
Entscheidend ist bei homöopathischen Arzneimitteln
die Information eines Mittels, nicht die Menge. Das verhält sich ähnlich wie
die Wahl eines Fernsehprogramms mittels Fernbedienung oder des Stockwerkes im
Fahrstuhl: Ein stärkeres Drücken des Knopfes bringt keinerlei Vorteil, es sei
denn, der Knopf ist defekt, analog zu einer minderen Qualität der
homöopathischen Zubereitung.
Bei homöopathischen Mitteln hoher Qualität
genügt in der Regel ein einzelner Globulus, um die notwendige Information in
den Körper zu bringen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Bisweilen
geht man auf Nummer sicher und gibt zwei oder drei davon. Das sollte
ausreichen, denn stellt sich erst mit vielen Globuli ein Effekt ein, ist das
Arzneimittel qualitativ minderwertig oder die Reaktion des Körpers ist anders
als erwartet, das heißt das Mittel ist ungeeignet und die Mittelwahl war
falsch.
Bei der Einnahme von Globuli sollten Sie einige
Punkte beachten, um eine optimale Wirksamkeit zu gewährleisten. Dazu gehört,
dass die Informationen am zuverlässigsten vermittelt werden, wenn sie über die
Mundschleimhaut aufgenommen werden. Daher sollten Sie Globuli nicht wie andere
Medikamenten mit Flüssigkeit herunterspülen, sondern auf der Zunge zergehen
lassen und eine Weile im Mund behalten, bevor Sie sie herunterschlucken.
Ebenso ist eine lokale Behandlung mit Salben,
Einreibungen und ähnlichem nicht notwendig, denn jede homöopathische Therapie
bezieht den gesamten Körper und seine Selbstheilungskräfte mit ein, nicht nur
Teile davon.
Für eine erfolgreiche Informationsvermittlung
sollte die Mundschleimhaut nicht durch andere Einflüsse beeinträchtigt sein.
Daher sollte die Einnahme zeitlich versetzt, mindestens zehn Minuten oder
länger, zu Trinken, Nahrungsaufnahme oder dem Putzen der Zähne und Kaugummi
kauen erfolgen. Geben Sie die Globuli auf die Hand und führen sie diese zum
Mund. Verwenden Sie für die Einnahme keine Löffel aus Metall, sondern aus
Plastik oder Horn.
Globuli wirken ganzheitlich. Genuss von Nikotin,
Alkohol, Drogen sowie ungesundes Essen und unzuträgliche Lebensweise beeinträchtigen
eine solche Wirkungsweise nachhaltig und machen die positiven Effekte zunichte.
Bei jeder erstmaligen Einnahme homöopathischer
Zubereitungen kann es zu einer Erstverschlimmerung der Symptome kommen. Das ist
nicht schlimm, sondern normal und gilt in der Homöopathie als gutes Zeichen.
Sie signalisiert, dass die Informationen erfolgreich angekommen sind und die
körpereigenen Selbstheilungskräfte in Gang gesetzt haben. Sollten sich die
Symptome nicht innerhalb von zwei oder drei Tagen bessern, muss der behandelnde
Therapeut aufgesucht und um Rat gefragt werden. Unter Umständen hat das zu
bedeuten, dass sich eine weitere Krankheit im Hintergrund verborgen hält und
einer zusätzlichen Behandlung bedarf.
Die Einnahme von Globuli sollte nicht nach der Uhr
erfolgen, sondern nach Bedarf. Stehen Beschwerden an, sind sie einzunehmen und
der Effekt abzuwarten. Solange eine Besserung der Symptome auftritt und die
Wirkung anhält, ist keine weitere Einnahme vonnöten. Erst wenn die Beschwerden
sich erneut abzuzeichnen beginnen sind die Globuli erneut einzunehmen. Haben
sich nach der Einnahme die Symptome geändert, muss der behandelnde Homöopath
ein neues Einzelmittel bestimmen.
Ist ein homöopathisches Mittel in akuten Fällen
in kurzen Zeitabständen mehrfach einzunehmen, geschieht das am besten mit der
Wasserglas-Methode. Dazu geben Sie maximal drei Globuli in ein Glas mit Wasser
ohne Kohlensäure und nehmen einen kleinen Schluck davon ein. Das wiederholen
Sie so lange, bis sich die Beschwerden bessern.
Die hochwirksamen Q- und LM-Potenzen verabreicht
man meistens als Mischung in flüssiger Form. Für die Einnahme müssen Sie das
Behältnis gründlich schütteln und von dem Inhalt ein bis zehn Tropfen auf einem
nicht metallenen Löffel einnehmen. Behalten Sie die Flüssigkeit eine Weile im
Mund, bevor Sie sie schlucken. Eine solche Einnahme erfolgt bei akuten
Krankheitsfällen mehrmals täglich. Zur Behandlung chronischer Erkrankungen
genügt eine einzige Einnahme am Tag. Ist das Medikament aufgebraucht, geht der
Therapeut in der Regel zu einer höheren Potenzierung über.
Bei einer homöopathischen Selbstbehandlung
sollten Sie eine D- oder C-Potenz in der Stufe 6 respektive 12 verwenden. Damit
ist die Wirkung, die nur wenige Stunden anhält, am besten zu überblicken und
bei mangelndem Effekt können Sie problemlos auf ein anderes Einzelmittel
umsteigen. Bei höheren Potenzen ist der Effekt langsamer und nachhaltiger, was
jedoch bei der Wahl eines ungeeigneten Mittels aufgrund der Langfristigkeit zum
Problem werden kann.