Calcium carbonicum D12
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Calcium
carbonicum Hahnemanni Hintergrundinformationen
Calcium carbonicum Hahnemanni wurde von dem Begründer der Homöopathie,
Samuel Hahnemann, eingeführt. Es handelt sich dabei um Austernschalenkalk, das
Calciumcarbonat aus der mittleren Schicht der Schale (d.h. zwischen rauer
Außenseite und dem Perlmutt im Innersten).
In der Homöopathie zählt Calcium carbonicum
Hahnemanni zu den sogenannten Polychresten, das heißt Heilmitteln, die ein sehr
großes Wirkungsspektrum haben und entsprechend oft Anwendung finden. Es gehört
hier mit über 8.000 Einzelsymptomen zu den Spitzenreitern. Es wird dabei in
erster Linie als Konstitutionsmittel, vorwiegend bei Kindern, die hellhaarig
sind und einen blassen Teint haben, eingesetzt. Calcium carbonicum Hahnemanni
wirkt auf Knochen und Zähne, auf das Nervensystem, die Hormondrüsen, den
Magen-Darm-Trakt sowie Haut und Bewegungsapparat.
Erscheinungsbild
Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome
Nach dem Simile-Prinzip sind die entsprechenden Personen, die von Calcium
Carbonicum carbonicum Hahnemanni profitieren, ähnlich einer Auster: Sie sind
sehr empfindsam, mit verschlossenem Wesen, vorsichtigen und z.T. langsamen Bewegungen.
Sie sind gewissenhaft, herzlich, geradlinig, empfindsam und bescheiden, ihr
Naturell ist eher schüchtern, zurückhaltend, sorgenvoll und ängstlich. So
leiden sie häufig an Höhenangst und reagieren panisch auf Ratten, Mäuse oder
Insekten. Gleichzeitig sind sie pflichtbewusst, fleißig und verantwortungsvoll
und neigen dazu, sich zu überarbeiten. Oftmals fühlen sie sich matt, apathisch,
müde und ohne Spannkraft. Sie neigen zu Übergewicht. Sie fürchten sich in der
Dunkelheit, vor dem Alleinsein, Krankheiten und dem Tod. Sie sind
kälteempfindlich, lieben Wärme, meiden frische Luft und körperliche Aktivität
und sind eher träge. Schnell beginnen sie stark zu schwitzen und ihr Schweiß
riecht stark säuerlich. Bei körperlicher und geistiger Anstrengung werden sie
schnell müde und sind wenig belastbar. Häufig sind sie verstopft und haben eine
Abneigung gegen Milch, Fleisch und gekochte Speisen, aber ein ausgeprägtes
Verlangen nach Süßigkeiten und gekochten Eiern. Oft leiden sie an verspäteten
Entwicklungen, etwa bei der Zahnung oder an Verkrümmungen der Wirbelsäule.
Kinder sind zurückhaltend, sanftmütig, genügsam, anhänglich, empfindsam, aber
auch eigensinnig und dickköpfig. Nachts schlafen sie unruhig und haben häufig
Albträume.
Anwendungsgebiete
von Calcium carbonicum Hahnemanni in der Übersicht
·
Anfälligkeit für Erkältungen und sonstige Infektionen
·
wiederkehrende Mittelohrentzündungen
·
bei Babys mit verzögerter Entwicklung (Zahnen, Laufen,
Sprechen)
·
bei Babys mit säuerlichen Durchfällen,
Windelausschlag, Milchschorf und chronischen Erkältungen
·
bei Kindern mit Entwicklungsproblemen, etwa bei
Zahnung, Rachitis, Wachstumsstörungen, Schließen der Fontanellen
·
bei Kindern mit erhöhter Anfälligkeit gegenüber
Infekten
·
bei Kindern mit Schuppen, juckender Kopfhaut und
nässendem Ausschlag in und hinter den Ohren
·
Erschöpfungszustände
·
Atemnot bei körperlicher Anstrengung
·
Ängste nach Rücksprache
·
Schwindelgefühl
·
Verdauungsprobleme wie Sodbrennen und Völlegefühl
·
Nachtschweiß und Schwitzen (besonders am Kopf)
·
Ekzeme, starkes Hautjucken
·
rheumatische Beschwerden, vor allem bei nassem und
kaltem Wetter
·
Rückenschmerzen und Hexenschuss
·
Schwindelgefühl beim Treppensteigen, schnellen
Kopfbewegungen und Herabschauen aus der Höhe
·
(Nasen)polypen nach Rücksprache
Modalitäten:
Verbesserungen und Verschlimmerungen
Schlimmer werden die Symptome in der Kälte, bei kaltem, nassem Wetter, nach
körperlichen und geistigen Anstrengungen. Zu einer leichten Besserung kommt es
im Freien und durch trockenes Wetter.
Wirkungsweise
und Nebenwirkungen von Calcium carbonicum Hahnemanni
Zu Calcium carbonicum in homöopathischen Darreichungsformen sind keine
Nebenwirkungen bekannt.
Dosierung
und Darreichungsformen
3 mal täglich, Kinder die Hälfte oder
bei mangelnder Wirkung Dosis erhöhen sind Regeln, die in der Homöopathie nicht
gelten. Hier entscheidet nicht die Menge, sondern die Art der Information.
Schematische Dosierungsangaben widersprechen dem Prinzip der Individualität in
der Homöopathie. Die homöopathische Arznei wird am schnellsten und sichersten
über die Mundschleimhaut aufgenommen, also: Globuli oder Tabletten zergehen
lassen, Lösungen eine Weile im Mund behalten, bevor sie geschluckt werden. Auch
über die gesunde Haut kann das Mittel wirken. Die äußerliche Behandlung eines
erkrankten Körperteils mit Salben und Einreibungen ist in der Regel nicht
nötig. Die homöopathische Behandlung zielt auf den gesamten Organismus und
nicht auf einzelne Teile. Information wird am besten verstanden, wenn kein
anderer dazwischenredet. Wenn die Arznei einwirken soll, darf die
Mundschleimhaut nicht durch andere Einflüsse irritiert sein. Der Mindestabstand
zum Essen und Trinken, zu Kaugummi, Zigaretten, Zähneputzen und dergleichen
sollte 10 Minuten betragen. Die Arznei wird in akuten Fällen sofort gegeben,
ansonsten zu einem ruhigen Zeitpunkt.
Um ein Fernsehprogramm oder im Aufzug das
Stockwerk zu wählen, genügt ein Knopfdruck oder, bei manchen Vorrichtungen, das
bloße Berühren. Ein fester Druck bringt kein besseres Programm (es sei denn,
der Knopf ist schwer gängig, d.h. die Arznei ist von minderer Qualität). Bei
guter Arzneiqualität genügt ein Globulus oder ein Tropfen, um die Information
in den Organismus zu bringen. Manche geben zwei Globuli, zur Sicherheit, manche
drei oder fünf, manche Hersteller empfehlen zehn. Wenn wenige Globuli nicht
wirken, ist meist das Mittel falsch oder die Reaktion gestört. Dann sollte man
fachlichen Rat einholen.
Homöopathische Arzneien werden nicht nach der
Uhr, sondern nach Bedarf gegeben und ebenso auch wiederholt. Solange eine
Wirkung anhält, d.h. die Besserung voranschreitet, wird abgewartet. Erst bei
Stillstand der Wirkung oder erneutem Auftreten der alten Beschwerden wird die
Einnahme wiederholt. Haben sich die Symptome verändert, muss das Arzneimittel
neu bestimmt werden. Bei Wiederholung des Mittels in kurzen Zeitabständen geht
man günstiger Weise nach der sogenannten Wasserglas-Methode vor: Dazu gibt man
ein bis drei Globuli in etwa 100 ml kohlensäurefreies Wasser und nimmt davon
jedes Mal, wenn nötig, einen Teelöffel (kein Metall) oder kleinen Schluck voll
ein, nachdem man zuvor umgerührt hat. Etwas anders verhält es sich bei den Q
-bzw. LM-Potenzen. Von der flüssigen Version (Tropfen), die vorzugsweise
eingesetzt wird, werden je nach Empfindlichkeit des Patienten ein bis 10
Tropfen nach mehrmaligem kräftigem Schütteln des Fläschchens eingenommen. In
chronischen Fällen einmal täglich, in akuten Fällen auch mehrmals täglich. Nach
dem Aufbrauchen wird ein jeweils höherer Potenzgrad genommen.
Für den Hausgebrauch wird die D oder C 6 bzw. 12
empfohlen. Ihre Wirkdauer kann gut überblickt werden; sie beträgt in akuten
Fällen nur einige Stunden. Die Gabe kann bei Bedarf wiederholt werden. Bei
mangelnder Wirkung ist ein schneller Wechsel der Arznei problemlos möglich.
Hochgiftige Substanzen allerdings, z.B. Schwermetalle, sollten nicht unter der
D 8 (besser der D 12 bzw. C 6) verwendet werden. Höhere Potenzen wirken
intensiver und länger, werden aber bei falscher Mittelwahl zum Problem:
Arzneisymptome können länger als erwünscht anhalten und sowohl das
Krankheitsbild als auch die Wirkung der zweiten Arznei überlagern. Globuli aus
Eigenherstellung, handpotenziert in kleinen Chargen.