Arsenicum album C30
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Hintergrundinformationen zu Arsenicum
album
Arsenicum
album ist die homöopathische Bezeichnung des weißen Arseniks, eines früher
verbreiteten Mittels zum heimlichen Mord. Es wurde von der Antike bis in die
Neuzeit in böser Absicht unter das Essen gemischt. Kleine, über einen längeren
Zeitraum verabreichte Dosen führten zu langsam zunehmender Entkräftigung und
qualvollem Tod, hohe Dosen waren dagegen durch Versagen von Nieren und
Kreislauf sehr schnell wirksam. Erst im 19. Jahrhundert wurde mit der
Marshschen Probe (Arsenspiegel) eine einfache und zuverlässige Nachweismethode
entwickelt. Aber auch in der Heilkunde wurde Arsen schon früh eingesetzt.
Bereits Hippokrates beschrieb eine arsenhaltige Salbe zur Behandlung von
Geschwüren. Im Mittelalter wurde Arsen in geringer Dosierung als
Stärkungsmittel verwendet und Paracelsus benutzte es zur Krebsbehandlung. In
homöopathischen Anwendungen ist Arsenicum album unbedenklich und bei vielen
Symptomen hilfreich. Gemäß dem Simile-Prinzip wirkt Arsenicum album vor allem
bei Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, sowie Hautveränderungen. Arsenicum album
wirkt auf das Nerven- und Herz-Kreislauf-System, die Atemwege und den
Verdauungstrakt und kann bei Erschöpfungs- und Schwächezuständen, die nach
schweren Krankheiten, Schockzuständen oder Schicksalsschlägen auftreten, angewendet
werden.
Erscheinungsbild: Allgemeine
Charakteristik und Leitsymptome
Personen,
die von Arsenicum album profitieren, neigen zu Perfektionismus. Sie sind
ausgesprochen ordentlich, pünktlich, schlank und blass. Daneben sind sie
ängstlich und von steter Unruhe geplagt. Beschwerden wie Schwächesymptome,
Magen-Darm-Probleme und Brechdurchfall treten plötzlich, intensiv und
periodisch auf.
Anwendungsgebiete von Arsenicum album in
der Übersicht
· Lebensmittelvergiftung
· Magenschleimhautentzündung
· Übelkeit
und Erbrechen
· Durchfall
· Appetitmangel
· Ängste
· Erschöpfungszustände
· Ekzeme
· Hautausschläge,
bei Babys (z.B. Milchschorf)
Modalitäten: Verbesserungen und
Verschlimmerungen
Eine
Besserung der Symptome tritt auf durch Wärme, warme Anwendungen (Wickel) und
durch Hochlagern des Kopfes. Kleine Schlucke kalter Getränke werden als
angenehm empfunden. Verschlimmert werden die Beschwerden in der Kälte, durch
kalte Speisen, in der Ruhe und durch Druck, Berührung und Einengung.
Wirkungsweise und Nebenwirkungen
Wegen
seiner Toxizität ist Arsenicum album bis zur D3 verschreibungspflichtig. Da
sich die Substanz über lange Zeiträume im Körper ansammeln kann, sollte man
Arsenicum album nur so lange einnehmen, wie Symptome vorhanden sind. Bei
niedrigen Potenzen kann eine Erstverschlimmerung auftreten, die an
Vergiftungssymptome erinnert. Daher wird von einer Selbstbehandlung mit
niedrigen Potenzen abgeraten.
Dosierung und Darreichungsformen
3 mal
täglich, Kinder die Hälfte oder bei mangelnder Wirkung Dosis erhöhen sind
Regeln, die in der Homöopathie nicht gelten. Hier entscheidet nicht die Menge,
sondern die Art der Information. Schematische Dosierungsangaben widersprechen
dem Prinzip der Individualität in der Homöopathie. Die homöopathische Arznei
wird am schnellsten und sichersten über die Mundschleimhaut aufgenommen, also:
Globuli oder Tabletten zergehen lassen, Lösungen eine Weile im Mund behalten,
bevor sie geschluckt werden. Auch über die gesunde Haut kann das Mittel wirken.
Die äußerliche Behandlung eines erkrankten Körperteils mit Salben und
Einreibungen ist in der Regel nicht nötig. Die homöopathische Behandlung zielt
auf den gesamten Organismus und nicht auf einzelne Teile.
Information wird am besten verstanden, wenn kein anderer dazwischenredet. Wenn
die Arznei einwirken soll, darf die Mundschleimhaut nicht durch andere
Einflüsse irritiert sein. Der Mindestabstand zum Essen und Trinken, zu
Kaugummi, Zigaretten, Zähneputzen und dergleichen sollte 10 Minuten betragen.
Die Arznei wird in akuten Fällen sofort gegeben, ansonsten zu einem ruhigen
Zeitpunkt.
Um ein Fernsehprogramm oder im Aufzug das Stockwerk zu wählen, genügt ein
Knopfdruck oder, bei manchen Vorrichtungen, das bloße Berühren. Ein fester
Druck bringt kein besseres Programm (es sei denn, der Knopf ist schwer gängig,
d.h. die Arznei ist von minderer Qualität). Bei guter Arzneiqualität genügt ein
Globulus oder ein Tropfen, um die Information in den Organismus zu bringen.
Manche geben zwei Globuli, zur Sicherheit, manche drei oder fünf, manche
Hersteller empfehlen zehn. Wenn wenige Globuli nicht wirken, ist meist das
Mittel falsch oder die Reaktion gestört. Dann sollte man fachlichen Rat
einholen.
Homöopathische Arzneien werden nicht nach der Uhr, sondern nach Bedarf gegeben
und ebenso auch wiederholt. Solange eine Wirkung anhält, d.h. die Besserung
voranschreitet, wird abgewartet. Erst bei Stillstand der Wirkung oder erneutem
Auftreten der alten Beschwerden wird die Einnahme wiederholt. Haben sich die
Symptome verändert, muss das Arzneimittel neu bestimmt werden. Bei Wiederholung
des Mittels in kurzen Zeitabständen geht man günstiger Weise nach der
sogenannten „Wasserglas-Methode“ vor : Dazu gibt man ein bis drei Globuli in
etwa 100 ml kohlensäurefreies Wasser und nimmt davon jedes Mal, wenn nötig,
einen Teelöffel (kein Metall) oder kleinen Schluck voll ein, nachdem man zuvor
umgerührt hat. Etwas anders verhält es sich bei den Q- bzw. LM-Potenzen. Von
der flüssigen Version (Tropfen), die vorzugsweise eingesetzt wird, werden je
nach Empfindlichkeit des Patienten ein bis 10 Tropfen nach mehrmaligem
kräftigem Schütteln des Fläschchens eingenommen. In chronischen Fällen einmal
täglich, in akuten Fällen auch mehrmals täglich. Nach dem Aufbrauchen wird ein
jeweils höherer Potenzgrad genommen.
Für den Hausgebrauch wird die D oder C 6 bzw. 12 empfohlen. Ihre Wirkdauer kann
gut überblickt werden; sie beträgt in akuten Fällen nur einige Stunden. Die
Gabe kann bei Bedarf wiederholt werden. Bei mangelnder Wirkung ist ein
schneller Wechsel der Arznei problemlos möglich. Hochgiftige Substanzen
allerdings, z.B. Schwermetalle, sollten nicht unter der D 8 (besser der D 12
bzw. C 6) verwendet werden. Höhere Potenzen wirken intensiver und länger,
werden aber bei falscher Mittelwahl zum Problem: Arzneisymptome können länger
als erwünscht anhalten und sowohl das Krankheitsbild als auch die Wirkung der
zweiten Arznei überlagern. Globuli aus Eigenherstellung, handpotenziert in
kleinen Chargen.