Phytolacca C30
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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage (bei Heilwassern das Etikett) und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke. Bei Tierarznei lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie die Tierärztin, den Tierarzt oder die Apotheke.
Hintergrundinformationen zu Phytolacca Globuli
Phytolacca decandra ist
die Kermesbeere. Die ursprünglich in Amerika beheimatete Pflanze wird bis zu
zwei Meter hoch und ist heute auf der ganzen Welt verbreitet. Der Name ist auf
Carl von Linné zurückzuführen, der sie nach ihren schwarz glänzenden Beeren
benannte. Der rote Farbstoff der Beeren wurde früher von Indianern zum Färben
von Stoffen und von Europäern als Lebensmittelfarbe für Wein und Süßwaren
verwendet. Heute spielt der Farbstoff keine Rolle mehr, da alle Teile der
Pflanze giftig sind. Vergiftungen äußern sich mit Übelkeit, Erbrechen, Krämpfen
und Durchfall. In homöopathischen Zubereitungen jedoch ist die Kermesbeere bei
bestimmungsgemäßem Gebrauch ungiftig.
In der Homöopathie wird Phytolacca bei
Erkrankungen der Atemwege, des Mundes sowie des Bewegungsapparates eingesetzt.
Die Urtinktur wird hierbei aus der frischen Wurzel der Pflanze im Herbst
gewonnen.
Erscheinungsbild: Allgemeine
Charakteristik und Leitsymptome
Patienten, die von
Phytolacca profitieren, wirken niedergeschlagen, gleichgültig und apathisch.
Andererseits erscheinen sie übellaunig, gereizt und wollen in Ruhe gelassen
werden. Sie sind erschöpft, unruhig und schmerzempfindlich. Typisch sind
geschwollene Drüsen, eine rote, belegte Zunge und ein trockener Mund. Sie
neigen zu Mundgeruch.
Anwendungsgebiete von Phytolacca Globuli
in der Übersicht
·
Halsschmerzen
und Angina (Schmerzen strahlen zum Ohr aus)
·
Entzündungen
im Mundraum und Rachen
·
geschwollene
Lymphknoten
·
Entzündungen
der Ohrspeicheldrüsen
·
Brustentzündungen
(Mastitis) mit schmerzhaften Schwellungen
·
rissige
Brustwarzen mit trockenen Höfen in der Stillzeit
·
Abstillen
·
rheumatische
Beschwerden
Modalitäten: Verbesserungen und
Verschlimmerungen
Die Beschwerden bessern
sich in der Wärme, bei warmem Wetter, in Ruhe sowie beim Liegen auf der linken
Seite oder auf dem Bauch. Zu einer Verschlechterung kommt es bei nassem und
kaltem Wetter, bei körperlicher Aktivität und durch heiße Getränke. Liegen auf
der rechten Seite verschlimmert die Symptome.
Wirkungsweise und Nebenwirkungen von
Phytolacca
Phytolacca eignet sich
zur Behandlung chronischer wie auch akuter Beschwerden. Die Wirkung zielt vor
allem auf Drüsengewebe ab (z.B. Mandeln, Brüste und Brustdrüsen).
Bewährt hat sich Phytolacca in der
Schwangerschaft und Stillzeit. Es hilft bei ausstrahlenden Halsschmerzen und
bei Entzündungen der stillenden Brust, bei Milchstau und bei wunden
Brustwarzen.
Dosierung und Darreichungsformen
Ziel der Homöopathie ist eine ganzheitliche Behandlung des Patienten. Sie
zielt nicht auf die Beseitigung der mit einer Krankheit verbundenen Symptome,
sondern auf die Besserung eines körperlichen und seelischen Ungleichgewichtes,
die zu der Erkrankung geführt haben.
Daher steht die Wahl eines geeigneten
Einzelmittels an erster Stelle. Dafür nimmt der Homöopath eine eingehende
Anamnese, eine Befragung und körperliche Untersuchung des Patienten vor. Sie
gibt ihm wichtige Hinweise, welches Mittel in Anbetracht des vorliegenden
Leitbildes am besten geeignet erscheint. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass
Patienten mit der gleichen Krankheit unterschiedliche Mittel erhalten, in
klarem Gegensatz zur Arzneimittelwahl in der Schulmedizin.
Die für die Schulmedizin typischen schematischen
Dosierungsangaben finden in der Homöopathie keine Verwendung. Wichtig ist die
Information, die das homöopathische Mittel trägt, nicht die Menge oder
Konzentration. Ähnlich wie beim Rufen des Fahrstuhles bringt ein stärkeres
Betätigen des Knopfes keine Vorteile, außer der Mechanismus ist defekt, analog
zu einer minderen Qualität der Arzneimittelzubereitung.
Von einem qualitativ hochwertigen
homöopathischen Mittel reicht daher ein einziger Globulus für die Aktivierung
der körpereigenen Selbstheilungskräfte aus. Aus Sicherheitsgründen verwendet
man trotzdem in der Regel zwei oder drei der Kügelchen. Schlägt das Mittel
trotz sicherer Qualität nicht an, bedeutet das, dass der Therapeut das falsche
Einzelmittel gewählt hat.
Homöopathische Einzelmittel wirken am besten,
wenn sie direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Daher sollten Sie
Globuli niemals wie Tabletten mit Flüssigkeit einnehmen oder sofort
hinunterschlucken. Lassen Sie die Kügelchen langsam auf der Zunge zergehen.
Nehmen Sie die Globuli dafür nicht in die Finger, sondern streuen sie sie in
die hohle Hand oder geben Sie die erforderliche Menge auf einen Horn- oder
Plastiklöffel. Metall beeinträchtigt die Wirksamkeit, sodass der Kontakt zu
vermeiden ist.
Bei Säuglingen ist es mitunter hilfreich, die
Dosis in einer kleinen Flüssigkeitsmenge zu lösen und mit einem Teelöffel zu
verabreichen. Der Wirkmechanismus ist zudem der Grund dafür, dass lokale
Behandlungen mit Salben und Einreibungen in der klassischen Homöopathie keine
Rolle spielen.
Diese ganzheitliche Wirkung darf man nicht
zeitgleich durch ungünstige Einflüsse torpedieren. Daher sind ungesunde
Lebensweise, Alkohol, Nikotin und Drogen für eine erfolgreiche homöopathische
Behandlung kontraproduktiv.
Bei der Einnahme homöopathischer Einzelmittel
tritt bisweilen eine Erstverschlimmerung der Symptome auf. Das ist völlig
normal und gilt als Anzeichen für ein Anschlagen der Therapie: Die
Selbstheilungskräfte des Körpers wurden erfolgreich aktiviert und setzen sich
mit dem Krankheitsgeschehen auseinander. Diese Erstverschlimmerung sollte
innerhalb von spätestens zwei oder drei Tagen abklingen. Ist das nicht der Fall
oder kommen weitere Symptome oder neue, unklare Beschwerden hinzu, suchen Sie
Ihren Arzt oder Homöopathen auf und lassen Sie ihn dies abklären.
Möglicherweise steckt eine weitere oder neue Krankheit hinter diesen Anzeichen,
die eine anders geartete Therapie erfordert.
Nehmen Sie Globuli nach Bedarf und nicht nach
der Uhr ein. Im Akutfall verwenden Sie die von Ihrem Therapeuten angegebene
Dosis und warten den Effekt ab. Solange sich die Symptome bessern und die
Wirkung anhält, sind keine weiteren Globuli einzunehmen. Warten Sie damit, bis
wieder erste Krankheitszeichen auftreten.
Ändern sich die Symptome nach der Einnahme, fragen
Sie Ihren Homöopathen um Rat - gegebenenfalls hat sich das Krankheitsbild
verschoben und erfordert ein neues, jetzt besser geeignetes Einzelpräparat.
Halten Sie sich bei der Behandlung chronischer Erkrankungen an die
verschriebene Dosierung und fragen Sie gegebenenfalls um Rat, falls sich die
Symptomatik ändert.
Für eine Selbstbehandlung sind vor allem die C-
und D-Potenzen in den Stufen 6 bis 12 geeignet. Ihr kurzer Effekt ist für Sie
leichter zu überblicken als die langsamen, aber nachhaltigen Wirkungen von
Hochpotenzen. Kommt es zu keiner Reaktion, können Sie jederzeit auf ein anderes
Einzelmittel ausweichen, ohne langfristige Veränderungen befürchten zu müssen.