Ignatia D6
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Hintergrundinformationen zu Ignatia
amara (Strychnos ignatii)
Die Ignatiusbohne
gehört zu den Brechnussgewächsen, die durch das darin enthaltene hochgiftige
Alkaloid Strychnin bekannt ist. Die Schlingpflanze ist in China, Indonesien und
den Philippinen beheimatet.
Sie findet heute ausschließlich in der
Alternativmedizin Verwendung. Ihren Namen hat die Pflanze von dem spanischen
Begründer des Jesuitenordens, Ignatius von Loyola erhalten. Spanische Jesuiten
brachten die Pflanze im 17. Jahrhundert von den Philippinen nach Europa. Das
hochgiftige Strychnin führt in hoher Dosis zum Tod durch Ersticken. In
homöopathischer Zubereitung in höheren Potenzen ist Ignatia jedoch untoxisch.
In der Homöopathie wirkt Ignatia auf das
Nervensystem. Hauptanwendungsgebiete sind depressive Verstimmungen, die durch
Kummer ausgelöst wurden. Ignatia gilt sogar als das Kummermittel in der
Homöopathie. Ebenso hilft es bei Nervosität, Schlafstörungen und nervösen
Magen-Darm-Beschwerden. Neben dem zentralen Nervensystem und dem Gemüt
beeinflusst Ignatia Muskulatur und Verdauungstrakt.
Ignatia ist ein homöopathisches Mittel, das sehr
oft bei emotional reagierenden Frauen und Kindern Anwendung findet,
insbesondere bei auffallend paradoxen Beschwerden, die in starkem Widerspruch
zur Erkrankung stehen: Magenbeschwerden bessern sich durch Essen, Kopfschmerzen
durch Bücken, Halsschmerzen durch Schlucken. Daher gilt Ignatia auch als das
homöopathische Mittel der Widersprüche.
Für homöopathische Zubereitungen werden die
getrockneten, reifen Samen verwendet.
Erscheinungsbild: Allgemeine
Charakteristik und Leitsymptome
Patienten, die von
Ignatia profitieren, sind intelligent, ehrgeizig und einfühlsam, aber auch
nervös, angespannt und schreckhaft. Meist sind sie eher dunkel und von zarter
Statur, andere sind von grobem Körperbau mit Neigung zu Übergewicht und starker
Behaarung. Frauen haben oftmals einen Damenbart. Ihre Gesichtsfarbe wechselt
von totenblass zu rot, ihre Stimmung schwankt zwischen extremer Heiterkeit und
zu Tode betrübt.
Sie sprechen ungern über ihre Gefühle und kommen
über Schicksalsschläge lange nicht hinweg. Von Natur aus sind sie von sanftem
Wesen und sehr sensibel, neigen aber zu emotionalen Wutausbrüchen bis hin zur
Hysterie. Sie neigen zu Perfektionismus, hegen hohe Erwartungen an sich selbst
und an ihre Umgebung und reagieren beleidigt und verletzt, wenn diese nicht
erfüllt werden. Typisch ist ein regelmäßiges Seufzen und ein nervöses
Kloßgefühl im Hals.
Ignatia amara - Anwendungsgebiete in der
Übersicht
·
Depressive
Verstimmungen, Kummer und Melancholie infolge trauriger Ereignisse
·
Angstzustände
und Lampenfieber
·
Nervös
bedingte Verdauungsbeschwerden, Magenschmerzen und Durchfälle
·
nervöse
Muskelzuckungen und Krämpfe
·
Reizhusten
(Kitzelhusten) bis hin zu Würgereiz und Erbrechen
·
Migräne und
Kopfschmerzen (als würde ein Nagel in den Schädel gehämmert)
·
Verkrampfungen
im Halsbereich und Kloßgefühl im Hals beim Schlucken
Modalitäten: Verbesserungen und
Verschlimmerungen
Zu einer Besserung der
Beschwerden kommt es durch Essen, in der Wärme, durch warme Anwendungen, durch
Liegen auf der schmerzhaften Seite und Lagewechsel. Die Beschwerden
verschlechtern sich morgens, durch Berührung, in der Kälte, durch starke
Gerüche, Tabakrauch und Kaffee.
Wirkungsweise und Nebenwirkungen von
Ignatia amara
Ignatia wirkt auf das
zentrale Nervensystem.
Wirkstoffe von Ignatia sind vor allem
Indolalkaloide wie Strychnin und Brucin. Sie sind der Grund dafür, dass Ignatia
bis einschließlich D3 verschreibungspflichtig ist. Bei höheren Potenzen sind
bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keine unerwünschten Nebenwirkungen zu erwarten.
Ignatia amara - Dosierung und
Darreichungsformen
Homöopathie legt großen Wert auf individuelle Behandlung jedes Patienten.
Eine eingehende Anamnese durch einen erfahrenen Homöopathen ermöglicht die Wahl
eines Einzelmittels, das anhand des Erscheinungsbildes eines Patienten am
besten geeignet erscheint. Daher kann es vorkommen, dass zwei Patienten mit der
gleichen Erkrankung zwei unterschiedliche homöopathische Mittel bekommen.
Dementsprechend sind schematische Dosierungsangaben, wie man sie aus der
Schulmedizin kennt, nicht angebracht.
Entscheidend ist bei homöopathischen
Arzneimitteln die Information eines Mittels, nicht die Menge. Das verhält sich
ähnlich wie die Wahl eines Fernsehprogramms mittels Fernbedienung oder des
Stockwerkes im Fahrstuhl: Ein stärkeres Drücken des Knopfes bringt keinerlei
Vorteil, es sei denn, der Knopf ist defekt, analog zu einer minderen Qualität
der homöopathischen Zubereitung.
Bei homöopathischen Mitteln hoher Qualität
genügt in der Regel ein einzelner Globulus, um die notwendige Information in
den Körper zu bringen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Bisweilen
geht man auf Nummer sicher und gibt zwei oder drei davon. Das sollte
ausreichen, denn stellt sich erst mit vielen Globuli ein Effekt ein, ist das
Arzneimittel qualitativ minderwertig oder die Reaktion des Körpers ist anders
als erwartet, das heißt das Mittel ist ungeeignet und die Mittelwahl war
falsch.
Bei der Einnahme von Globuli sollten Sie einige
Punkte beachten, um eine optimale Wirksamkeit zu gewährleisten. Dazu gehört,
dass die Informationen am zuverlässigsten vermittelt werden, wenn sie über die
Mundschleimhaut aufgenommen werden. Daher sollten Sie Globuli nicht wie andere
Medikamente mit Flüssigkeit herunterspülen, sondern auf der Zunge zergehen lassen
und eine Weile im Mund behalten, bevor Sie sie herunterschlucken.
Ebenso ist eine lokale Behandlung mit Salben,
Einreibungen und ähnlichem nicht notwendig, denn jede homöopathische Therapie
bezieht den gesamten Körper und seine Selbstheilungskräfte mit ein, nicht nur
Teile davon.
Für eine erfolgreiche Informationsvermittlung
sollte die Mundschleimhaut nicht durch andere Einflüsse beeinträchtigt sein.
Daher sollte die Einnahme zeitlich versetzt, mindestens zehn Minuten oder
länger, zu Trinken, Nahrungsaufnahme oder dem Putzen der Zähne und Kaugummi
kauen erfolgen. Geben Sie die Globuli auf die Hand und führen sie diese zum
Mund. Verwenden Sie für die Einnahme keine Löffel aus Metall, sondern aus
Plastik oder Horn. Globuli wirken ganzheitlich. Genuss von Nikotin, Alkohol,
Drogen sowie ungesundes Essen und unzuträgliche Lebensweise beeinträchtigen
eine solche Wirkungsweise nachhaltig und machen die positiven Effekte zunichte.
Bei jeder erstmaligen Einnahme homöopathischer
Zubereitungen kann es zu einer Erstverschlimmerung der Symptome kommen. Das ist
nicht schlimm, sondern normal und gilt in der Homöopathie als gutes Zeichen.
Sie signalisiert, dass die Informationen erfolgreich angekommen sind und die
körpereigenen Selbstheilungskräfte in Gang gesetzt haben. Sollten sich die
Symptome nicht innerhalb von zwei oder drei Tagen bessern, muss der behandelnde
Therapeut aufgesucht und um Rat gefragt werden. Unter Umständen hat das zu
bedeuten, dass sich eine weitere Krankheit im Hintergrund verborgen hält und einer
zusätzlichen Behandlung bedarf.
Die Einnahme von Globuli sollte nicht nach der
Uhr erfolgen, sondern nach Bedarf. Stehen Beschwerden an, sind sie einzunehmen
und der Effekt abzuwarten. Solange eine Besserung der Symptome auftritt und die
Wirkung anhält, ist keine weitere Einnahme vonnöten. Erst wenn die Beschwerden
sich erneut abzuzeichnen beginnen sind die Globuli erneut einzunehmen. Haben
sich nach der Einnahme die Symptome geändert, muss der behandelnde Homöopath
ein neues Einzelmittel bestimmen.
Ist ein homöopathisches Mittel in akuten Fällen
in kurzen Zeitabständen mehrfach einzunehmen, geschieht das am besten mit der
Wasserglas-Methode. Dazu geben Sie maximal drei Globuli in ein Glas mit Wasser
ohne Kohlensäure und nehmen einen kleinen Schluck davon ein. Das wiederholen
Sie so lange, bis sich die Beschwerden bessern. Die hochwirksamen Q- und
LM-Potenzen verabreicht man meistens als Mischung in flüssiger Form. Für die
Einnahme müssen Sie das Behältnis gründlich schütteln und von dem Inhalt ein
bis zehn Tropfen auf einem nicht metallenen Löffel einnehmen. Behalten Sie die
Flüssigkeit eine Weile im Mund, bevor Sie sie schlucken. Eine solche Einnahme
erfolgt bei akuten Krankheitsfällen mehrmals täglich. Zur Behandlung
chronischer Erkrankungen genügt eine einzige Einnahme am Tag. Ist das
Medikament aufgebraucht, geht der Therapeut in der Regel zu einer höheren
Potenzierung über.
Bei einer homöopathischen Selbstbehandlung
sollten Sie eine D- oder C-Potenz in der Stufe 6 respektive 12 verwenden. Damit
ist die Wirkung, die nur wenige Stunden anhält, am besten zu überblicken und
bei mangelndem Effekt können Sie problemlos auf ein anderes Einzelmittel
umsteigen. Bei höheren Potenzen ist der Effekt langsamer und nachhaltiger, was
jedoch bei der Wahl eines ungeeigneten Mittels aufgrund der Langfristigkeit zum
Problem werden kann.