Ignatia C30 - PZN 08017490

Ignatia C30

Regenbogen Apotheke Oberursel

PZN: 08017490

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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage (bei Heilwassern das Etikett) und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke. Bei Tierarznei lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie die Tierärztin, den Tierarzt oder die Apotheke.

Hintergrundinformationen zu Ignatia amara (Strychnos ignatii)

Die Ignatiusbohne gehört zu den Brechnussgewächsen, die durch das darin enthaltene hochgiftige Alkaloid Strychnin bekannt ist. Die Schlingpflanze ist in China, Indonesien und den Philippinen beheimatet.

Sie findet heute ausschließlich in der Alternativmedizin Verwendung. Ihren Namen hat die Pflanze von dem spanischen Begründer des Jesuitenordens, Ignatius von Loyola erhalten. Spanische Jesuiten brachten die Pflanze im 17. Jahrhundert von den Philippinen nach Europa. Das hochgiftige Strychnin führt in hoher Dosis zum Tod durch Ersticken. In homöopathischer Zubereitung in höheren Potenzen ist Ignatia jedoch untoxisch.

In der Homöopathie wirkt Ignatia auf das Nervensystem. Hauptanwendungsgebiete sind depressive Verstimmungen, die durch Kummer ausgelöst wurden. Ignatia gilt sogar als das Kummermittel in der Homöopathie. Ebenso hilft es bei Nervosität, Schlafstörungen und nervösen Magen-Darm-Beschwerden. Neben dem zentralen Nervensystem und dem Gemüt beeinflusst Ignatia Muskulatur und Verdauungstrakt.
Ignatia ist ein homöopathisches Mittel, das sehr oft bei emotional reagierenden Frauen und Kindern Anwendung findet, insbesondere bei auffallend paradoxen Beschwerden, die in starkem Widerspruch zur Erkrankung stehen: Magenbeschwerden bessern sich durch Essen, Kopfschmerzen durch Bücken, Halsschmerzen durch Schlucken. Daher gilt Ignatia auch als das homöopathische Mittel der Widersprüche.

Für homöopathische Zubereitungen werden die getrockneten, reifen Samen verwendet.


Erscheinungsbild: Allgemeine Charakteristik und Leitsymptome

Patienten, die von Ignatia profitieren, sind intelligent, ehrgeizig und einfühlsam, aber auch nervös, angespannt und schreckhaft. Meist sind sie eher dunkel und von zarter Statur, andere sind von grobem Körperbau mit Neigung zu Übergewicht und starker Behaarung. Frauen haben oftmals einen Damenbart. Ihre Gesichtsfarbe wechselt von totenblass zu rot, ihre Stimmung schwankt zwischen extremer Heiterkeit und zu Tode betrübt.
Sie sprechen ungern über ihre Gefühle und kommen über Schicksalsschläge lange nicht hinweg. Von Natur aus sind sie von sanftem Wesen und sehr sensibel, neigen aber zu emotionalen Wutausbrüchen bis hin zur Hysterie. Sie neigen zu Perfektionismus, hegen hohe Erwartungen an sich selbst und an ihre Umgebung und reagieren beleidigt und verletzt, wenn diese nicht erfüllt werden. Typisch ist ein regelmäßiges Seufzen und ein nervöses Kloßgefühl im Hals.


Ignatia amara - Anwendungsgebiete in der Übersicht

·         Depressive Verstimmungen, Kummer und Melancholie infolge trauriger Ereignisse

·         Angstzustände und Lampenfieber

·         Nervös bedingte Verdauungsbeschwerden, Magenschmerzen und Durchfälle

·         nervöse Muskelzuckungen und Krämpfe

·         Reizhusten (Kitzelhusten) bis hin zu Würgereiz und Erbrechen

·         Migräne und Kopfschmerzen (als würde ein Nagel in den Schädel gehämmert)

·         Verkrampfungen im Halsbereich und Kloßgefühl im Hals beim Schlucken

Modalitäten: Verbesserungen und Verschlimmerungen

Zu einer Besserung der Beschwerden kommt es durch Essen, in der Wärme, durch warme Anwendungen, durch Liegen auf der schmerzhaften Seite und Lagewechsel. Die Beschwerden verschlechtern sich morgens, durch Berührung, in der Kälte, durch starke Gerüche, Tabakrauch und Kaffee.


Wirkungsweise und Nebenwirkungen von Ignatia amara

Ignatia wirkt auf das zentrale Nervensystem.
Wirkstoffe von Ignatia sind vor allem Indolalkaloide wie Strychnin und Brucin. Sie sind der Grund dafür, dass Ignatia bis einschließlich D3 verschreibungspflichtig ist. Bei höheren Potenzen sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keine unerwünschten Nebenwirkungen zu erwarten.


Ignatia amara - Dosierung und Darreichungsformen

Homöopathie legt großen Wert auf individuelle Behandlung jedes Patienten. Eine eingehende Anamnese durch einen erfahrenen Homöopathen ermöglicht die Wahl eines Einzelmittels, das anhand des Erscheinungsbildes eines Patienten am besten geeignet erscheint. Daher kann es vorkommen, dass zwei Patienten mit der gleichen Erkrankung zwei unterschiedliche homöopathische Mittel bekommen. Dementsprechend sind schematische Dosierungsangaben, wie man sie aus der Schulmedizin kennt, nicht angebracht.
Entscheidend ist bei homöopathischen Arzneimitteln die Information eines Mittels, nicht die Menge. Das verhält sich ähnlich wie die Wahl eines Fernsehprogramms mittels Fernbedienung oder des Stockwerkes im Fahrstuhl: Ein stärkeres Drücken des Knopfes bringt keinerlei Vorteil, es sei denn, der Knopf ist defekt, analog zu einer minderen Qualität der homöopathischen Zubereitung.
Bei homöopathischen Mitteln hoher Qualität genügt in der Regel ein einzelner Globulus, um die notwendige Information in den Körper zu bringen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Bisweilen geht man auf Nummer sicher und gibt zwei oder drei davon. Das sollte ausreichen, denn stellt sich erst mit vielen Globuli ein Effekt ein, ist das Arzneimittel qualitativ minderwertig oder die Reaktion des Körpers ist anders als erwartet, das heißt das Mittel ist ungeeignet und die Mittelwahl war falsch.
Bei der Einnahme von Globuli sollten Sie einige Punkte beachten, um eine optimale Wirksamkeit zu gewährleisten. Dazu gehört, dass die Informationen am zuverlässigsten vermittelt werden, wenn sie über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Daher sollten Sie Globuli nicht wie andere Medikamente mit Flüssigkeit herunterspülen, sondern auf der Zunge zergehen lassen und eine Weile im Mund behalten, bevor Sie sie herunterschlucken.
Ebenso ist eine lokale Behandlung mit Salben, Einreibungen und ähnlichem nicht notwendig, denn jede homöopathische Therapie bezieht den gesamten Körper und seine Selbstheilungskräfte mit ein, nicht nur Teile davon.
Für eine erfolgreiche Informationsvermittlung sollte die Mundschleimhaut nicht durch andere Einflüsse beeinträchtigt sein. Daher sollte die Einnahme zeitlich versetzt, mindestens zehn Minuten oder länger, zu Trinken, Nahrungsaufnahme oder dem Putzen der Zähne und Kaugummi kauen erfolgen. Geben Sie die Globuli auf die Hand und führen sie diese zum Mund. Verwenden Sie für die Einnahme keine Löffel aus Metall, sondern aus Plastik oder Horn. Globuli wirken ganzheitlich. Genuss von Nikotin, Alkohol, Drogen sowie ungesundes Essen und unzuträgliche Lebensweise beeinträchtigen eine solche Wirkungsweise nachhaltig und machen die positiven Effekte zunichte.
Bei jeder erstmaligen Einnahme homöopathischer Zubereitungen kann es zu einer Erstverschlimmerung der Symptome kommen. Das ist nicht schlimm, sondern normal und gilt in der Homöopathie als gutes Zeichen. Sie signalisiert, dass die Informationen erfolgreich angekommen sind und die körpereigenen Selbstheilungskräfte in Gang gesetzt haben. Sollten sich die Symptome nicht innerhalb von zwei oder drei Tagen bessern, muss der behandelnde Therapeut aufgesucht und um Rat gefragt werden. Unter Umständen hat das zu bedeuten, dass sich eine weitere Krankheit im Hintergrund verborgen hält und einer zusätzlichen Behandlung bedarf.
Die Einnahme von Globuli sollte nicht nach der Uhr erfolgen, sondern nach Bedarf. Stehen Beschwerden an, sind sie einzunehmen und der Effekt abzuwarten. Solange eine Besserung der Symptome auftritt und die Wirkung anhält, ist keine weitere Einnahme vonnöten. Erst wenn die Beschwerden sich erneut abzuzeichnen beginnen sind die Globuli erneut einzunehmen. Haben sich nach der Einnahme die Symptome geändert, muss der behandelnde Homöopath ein neues Einzelmittel bestimmen.
Ist ein homöopathisches Mittel in akuten Fällen in kurzen Zeitabständen mehrfach einzunehmen, geschieht das am besten mit der Wasserglas-Methode. Dazu geben Sie maximal drei Globuli in ein Glas mit Wasser ohne Kohlensäure und nehmen einen kleinen Schluck davon ein. Das wiederholen Sie so lange, bis sich die Beschwerden bessern. Die hochwirksamen Q- und LM-Potenzen verabreicht man meistens als Mischung in flüssiger Form. Für die Einnahme müssen Sie das Behältnis gründlich schütteln und von dem Inhalt ein bis zehn Tropfen auf einem nicht metallenen Löffel einnehmen. Behalten Sie die Flüssigkeit eine Weile im Mund, bevor Sie sie schlucken. Eine solche Einnahme erfolgt bei akuten Krankheitsfällen mehrmals täglich. Zur Behandlung chronischer Erkrankungen genügt eine einzige Einnahme am Tag. Ist das Medikament aufgebraucht, geht der Therapeut in der Regel zu einer höheren Potenzierung über.
Bei einer homöopathischen Selbstbehandlung sollten Sie eine D- oder C-Potenz in der Stufe 6 respektive 12 verwenden. Damit ist die Wirkung, die nur wenige Stunden anhält, am besten zu überblicken und bei mangelndem Effekt können Sie problemlos auf ein anderes Einzelmittel umsteigen. Bei höheren Potenzen ist der Effekt langsamer und nachhaltiger, was jedoch bei der Wahl eines ungeeigneten Mittels aufgrund der Langfristigkeit zum Problem werden kann.