Belladonna C12
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Hintergrundinformationen zu Belladonna
Atropa belladonna ist
die "schwarze Tollkirsche", ein Nachtschattengewächs, das krautig
wächst, bis zu zwei Meter hoch wird und auf Waldlichtungen in ganz Europa bis
in den Iran und Nordafrika weit verbreitet ist. Aus den Blüten entwickeln sich
schwarze, kirschähnliche Früchte, die namensgebend sind. Belladonna bedeutet im
Italienischen "schöne Frau" und beruht auf der pupillenerweiternden
Eigenschaft des darin enthaltenen Atropins. Das griechische Wort
"Atropa" hingegen bezieht sich auf die Göttin Atropos, eine der drei
griechischen Schicksalsgöttinnen, die den Lebensfaden (Symbol für das
menschliche Leben) durchschnitt. Das deutet bereits auf die Giftigkeit der
hübsch anzusehenden Früchte hin. Etwa zehn Beeren sind für einen Erwachsenen
tödlich, denn sie enthalten verschiedene Alkaloide, vor allem Atropin und
Scopolamin, die in hoher Dosis zu Atem- und Herzstillstand führen. Belladonna
wird in der Homöopathie gerne bei plötzlich auftretenden Erkrankungen mit
heftigen Symptomen gegeben, vor allem im Magen-Darm-Trakt, bei grippalen
Infekten mit hohem Fieber und Erkrankungen der Augen.
Anwendungsgebiete von Belladonna in der
Übersicht
·
Abszesse
·
Sonnenbrand
und Sonnenstich
·
Verbrennungen
·
akute
rheumatoide Schmerzen der Muskeln und Gelenke mit Empfindlichkeit gegen kalte
Luft
·
Bauchschmerzen
und krampfartige Schmerzen
·
Bindehautentzündung
·
grippale
Infekte mit Husten, Bronchitis und Heiserkeit
·
Nasennebenhöhlenentzündungen
·
Mittelohrentzündungen
·
Migräne und
Kopfschmerzen
·
Schwindel
·
hohes Fieber
mit trockenen Schleimhäuten und starkem Durst
·
in der
Schwangerschaft bei fiebrigen Erkältungen und Kopfschmerzen
·
bei Kindern
bei der Zahnung, bei Bauchkrämpfen und Fieber
Modalitäten: Verbesserungen und
Verschlimmerungen
Eine Besserung der
Symptome tritt auf bei Rückwärtsbeugen und in der Ruhe. Zu einer
Verschlimmerung kommt es gegen Nachmittag und Abend, in der Kälte, bei
Berührung, Erschütterungen, Licht, Lärm und durch Zugluft.
Hinweise zu Belladonna
Wegen der Toxizität der
Ursubstanz ist Belladonna bis zur D3 verschreibungspflichtig.
Dosierung und Darreichungsformen
3 mal täglich, Kinder die Hälfte oder bei mangelnder Wirkung Dosis erhöhen
sind Regeln, die in der Homöopathie nicht gelten. Hier entscheidet nicht die
Menge, sondern die Art der Information. Schematische Dosierungsangaben
widersprechen dem Prinzip der Individualität in der Homöopathie. Die
homöopathische Arznei wird am schnellsten und sichersten über die
Mundschleimhaut aufgenommen, also: Globuli oder Tabletten zergehen lassen,
Lösungen eine Weile im Mund behalten, bevor sie geschluckt werden. Auch über
die gesunde Haut kann das Mittel wirken. Die äußerliche Behandlung eines
erkrankten Körperteils mit Salben und Einreibungen ist in der Regel nicht
nötig. Die homöopathische Behandlung zielt auf den gesamten Organismus und
nicht auf einzelne Teile.
Information wird am besten verstanden, wenn kein
anderer dazwischenredet. Wenn die Arznei einwirken soll, darf die
Mundschleimhaut nicht durch andere Einflüsse irritiert sein. Der Mindestabstand
zum Essen und Trinken, zu Kaugummi, Zigaretten, Zähneputzen und dergleichen sollte
10 Minuten betragen. Die Arznei wird in akuten Fällen sofort gegeben, ansonsten
zu einem ruhigen Zeitpunkt.
Um ein Fernsehprogramm oder im Aufzug das
Stockwerk zu wählen, genügt ein Knopfdruck oder, bei manchen Vorrichtungen, das
bloße Berühren. Ein fester Druck bringt kein besseres Programm (es sei denn,
der Knopf ist schwer gängig, d.h. die Arznei ist von minderer Qualität). Bei
guter Arzneiqualität genügt ein Globulus oder ein Tropfen, um die Information
in den Organismus zu bringen. Manche geben zwei Globuli, zur Sicherheit, manche
drei oder fünf, manche Hersteller empfehlen zehn. Wenn wenige Globuli nicht
wirken, ist meist das Mittel falsch oder die Reaktion gestört. Dann sollte man
fachlichen Rat einholen.
Homöopathische Arzneien werden nicht nach der
Uhr, sondern nach Bedarf gegeben und ebenso auch wiederholt. Solange eine
Wirkung anhält, d.h. die Besserung voranschreitet, wird abgewartet. Erst bei
Stillstand der Wirkung oder erneutem Auftreten der alten Beschwerden wird die
Einnahme wiederholt. Haben sich die Symptome verändert, muss das Arzneimittel
neu bestimmt werden. Bei Wiederholung des Mittels in kurzen Zeitabständen geht
man günstiger Weise nach der sogenannten „Wasserglas-Methode“ vor : Dazu gibt
man ein bis drei Globuli in etwa 100 ml kohlensäurefreies Wasser und nimmt
davon jedes Mal, wenn nötig, einen Teelöffel (kein Metall) oder kleinen Schluck
voll ein, nachdem man zuvor umgerührt hat. Etwas anders verhält es sich bei den
Q- bzw. LM-Potenzen. Von der flüssigen Version (Tropfen), die vorzugsweise
eingesetzt wird, werden je nach Empfindlichkeit des Patienten ein bis 10
Tropfen nach mehrmaligem kräftigem Schütteln des Fläschchens eingenommen. In
chronischen Fällen einmal täglich, in akuten Fällen auch mehrmals täglich. Nach
dem Aufbrauchen wird ein jeweils höherer Potenzgrad genommen.
Für den Hausgebrauch wird die D oder C 6 bzw. 12
empfohlen. Ihre Wirkdauer kann gut überblickt werden; sie beträgt in akuten
Fällen nur einige Stunden. Die Gabe kann bei Bedarf wiederholt werden. Bei mangelnder
Wirkung ist ein schneller Wechsel der Arznei problemlos möglich. Hochgiftige
Substanzen allerdings, z.B. Schwermetalle, sollten nicht unter der D 8 (besser
der D 12 bzw. C 6) verwendet werden. Höhere Potenzen wirken intensiver und
länger, werden aber bei falscher Mittelwahl zum Problem: Arzneisymptome können
länger als erwünscht anhalten und sowohl das Krankheitsbild als auch die
Wirkung der zweiten Arznei überlagern. Globuli aus Eigenherstellung,
handpotenziert in kleinen Chargen.