Apis mellifica D12
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Hintergrundinformationen - Apis
mellifica
Apis mellifica ist die
homöopathische Bezeichnung der Europäischen Honigbiene (Apis mellifera). Neben
der alltäglichen Nutzung von Honig, Bienenwachs, Propolis und Pollen findet die
Biene schon seit langem medizinische Anwendung. Bereits die alten Ägypter
bedienten sich verschiedener Bienenprodukte zur Behandlung von Krankheiten. In
der Homöopathie werden die ganzen Tiere verwendet. Verantwortlich für die
medizinale Wirkung ist das darin enthaltene Bienengift. Ein anderes
homöopathisches Mittel, Apisinum, wird nur aus der Giftblase hergestellt. Das
Bienengift enthält als wirksame Substanzen Histamine und verschiedene Proteine.
Über die Histaminrezeptoren des Körpers führt ein Bienenstich zu einer lokalen
Rötung, Schwellung und Erwärmung.
Gemäß dem Simile-Prinzip wird sie in der
Homöopathie bei Symptomen eingesetzt, wie sie nach einem Bienenstich
typischerweise auftreten, also vor allem brennenden, stechenden und beißenden
Schmerzen, die schnell und heftig auftreten und berührungsempfindlich sind.
Apis mellifica ist ein wichtiges Mittel zur Behandlung von allergischen und
entzündlichen Erkrankungen der Haut, die rot und angeschwollen erscheint,
brennt und berührungsempfindlich ist. Apis ist wirksam auf Haut, Niere, Blase
und auf die weiblichen Geschlechtsorgane.
Erscheinungsbild: Allgemeine Charakteristik
und Leitsymptome - Apis mellifica
Patienten, die von Apis
mellifica profitieren, sind sehr vital, nervös, hektisch und unruhig wie ein
Bienenstock. Sie sind eifersüchtig, launisch, reizbar und werden schnell
wütend. Dabei sind sie ausgesprochen redselig und können sich nicht
konzentrieren. Auch bei Krankheit behaupten sie stets, alles sei in Ordnung.
Auch bei hohem Fieber empfinden sie keinen Durst. Oftmals treten Schmerzen nur
auf der rechten Körperhälfte auf.
Anwendungsgebiete in der Übersicht -
Apis mellifica
·
Hauterkrankungen
mit geschwollener, geröteter und berührungsempfindlicher Haut
·
Fieber mit
Schweißausbrüchen und trockener Hitze im Wechsel
·
akute
Entzündungen von Häuten und Schleimhäuten
·
Insektenstiche,
auch nach Entzündung
·
allergische
Reaktionen mit Rötungen, Schwellungen und heftigen Schmerzen
·
Sonnenbrand,
Sonnenstich und Sonnenallergie
·
Nesselsucht
·
Erysipel
·
Bindehautentzündungen
·
Hagelkörner
(Chalziome) und Gerstenkörner (Hordeola) am Auge
·
Mittelohrentzündungen
·
Halsschmerzen
mit Mandel- und Kehlkopfentzündungen
·
Harnwegsentzündungen
und Reizblase
·
Menstruationsbeschwerden
mit berührungsempfindlichem Unterbauch
·
während der
Schwangerschaft bei Sodbrennen, Verstopfung, Schmerzen beim Stuhlgang und
Wasserlassen
·
bei Babys
vor allem bei hohem Fieber bei Erkältungen mit Entzündungen von Hals und
Mandeln
·
bei Kindern
mit Allergien, Insektenstichen, Nesselsucht
Modalitäten: Verbesserungen und
Verschlimmerungen - Apis mellifica
Zu einer
Verschlechterung der Symptome kommt es durch Hitze, warme Anwendungen (Wickel),
Bettwärme und Berührung der betroffenen Stelle sowie nach dem Schlafen und im
Liegen. Besserung tritt ein in der Kälte, durch kalte Auflagen oder Bäder,
frische Luft und Bewegung.
Wirkungsweise und Nebenwirkungen - Apis
mellifica
Apis mellifica kann in
jedem Alter angewendet werden. Apis sollte nicht eingenommen bei einer
bekannten Überempfindlichkeit gegenüber Bienengift, vor allem nicht in
niedriger Potenz.
Dosierung und Darreichungsformen - Apis
mellifica
3 mal täglich, Kinder die Hälfte oder bei mangelnder Wirkung Dosis erhöhen
sind Regeln, die in der Homöopathie nicht gelten. Hier entscheidet nicht die
Menge, sondern die Art der Information. Schematische Dosierungsangaben
widersprechen dem Prinzip der Individualität in der Homöopathie.
Die homöopathische Arznei wird am schnellsten
und sichersten über die Mundschleimhaut aufgenommen, also: Globuli oder
Tabletten zergehen lassen, Lösungen eine Weile im Mund behalten, bevor sie
geschluckt werden. Auch über die gesunde Haut kann das Mittel wirken. Die
äußerliche Behandlung eines erkrankten Körperteils mit Salben und Einreibungen
ist in der Regel nicht nötig. Die homöopathische Behandlung zielt auf den
gesamten Organismus und nicht auf einzelne Teile.
Information wird am besten verstanden, wenn kein
anderer dazwischenredet. Wenn die Arznei einwirken soll, darf die
Mundschleimhaut nicht durch andere Einflüsse irritiert sein. Der Mindestabstand
zum Essen und Trinken, zu Kaugummi, Zigaretten, Zähneputzen und dergleichen
sollte 10 Minuten betragen. Die Arznei wird in akuten Fällen sofort gegeben,
ansonsten zu einem ruhigen Zeitpunkt.
Um ein Fernsehprogramm oder im Aufzug das
Stockwerk zu wählen, genügt ein Knopfdruck oder, bei manchen Vorrichtungen, das
bloße Berühren. Ein fester Druck bringt kein besseres Programm (es sei denn,
der Knopf ist schwer gängig, d.h. die Arznei ist von minderer Qualität). Bei
guter Arzneiqualität genügt ein Globulus oder ein Tropfen, um die Information
in den Organismus zu bringen. Manche geben zwei Globuli, zur Sicherheit, manche
drei oder fünf, manche Hersteller empfehlen zehn. Wenn wenige Globuli nicht
wirken, ist meist das Mittel falsch oder die Reaktion gestört. Dann sollte man
fachlichen Rat einholen.
Homöopathische Arzneien werden nicht nach der
Uhr, sondern nach Bedarf gegeben und ebenso auch wiederholt. Solange eine
Wirkung anhält, d.h. die Besserung voranschreitet, wird abgewartet. Erst bei
Stillstand der Wirkung oder erneutem Auftreten der alten Beschwerden wird die
Einnahme wiederholt.
Haben sich die Symptome verändert, muss das
Arzneimittel neu bestimmt werden.
Bei Wiederholung des Mittels in kurzen
Zeitabständen geht man günstiger Weise nach der sogenannten
„Wasserglas-Methode“ vor : Dazu gibt man ein bis drei Globuli in etwa 100 ml
kohlensäurefreies Wasser und nimmt davon jedes Mal, wenn nötig, einen Teelöffel
(kein Metall) oder kleinen Schluck voll ein, nachdem man zuvor umgerührt hat.
Etwas anders verhält es sich bei den Q- bzw.
LM-Potenzen. Von der flüssigen Version (Tropfen), die vorzugsweise eingesetzt
wird, werden je nach Empfindlichkeit des Patienten ein bis 10 Tropfen nach
mehrmaligem kräftigem Schütteln des Fläschchens eingenommen. In chronischen
Fällen einmal täglich, in akuten Fällen auch mehrmals täglich. Nach dem
Aufbrauchen wird ein jeweils höherer Potenzgrad genommen.
Für den Hausgebrauch wird die D oder C 6 bzw. 12
empfohlen. Ihre Wirkdauer kann gut überblickt werden; sie beträgt in akuten
Fällen nur einige Stunden. Die Gabe kann bei Bedarf wiederholt werden. Bei
mangelnder Wirkung ist ein schneller Wechsel der Arznei problemlos möglich.
Hochgiftige Substanzen allerdings, z.B. Schwermetalle, sollten nicht unter der
D 8 (besser der D 12 bzw. C 6) verwendet werden. Höhere Potenzen wirken
intensiver und länger, werden aber bei falscher Mittelwahl zum Problem:
Arzneisymptome können länger als erwünscht
anhalten und sowohl das Krankheitsbild als auch die Wirkung der zweiten Arznei
überlagern.