Aesculus D6
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Hintergrundinformationen - Aesculus
hippocastanum
Aesculus hippocastanum
ist die homöopathische und lateinische Bezeichnung für die Aesculus
hippocastanum. Der ursprünglich vom Balkan und dem Kaukasus stammende, bis zu
30 Metern hohe Baum gehört zu den Seifenbaumgewächsen. Die Rosskastanie hat
ihren Namen erhalten, weil in der Türkei früher ihre Samen an die Pferde
verfüttert wurden, vor allem wenn die Tiere an Blähungen litten. Auf ihren
Feldzügen brachten die Türken den Baum mit nach Mitteleuropa, wo er heute weit
verbreitet ist und im Frühjahr mit seinen hübschen Blütenständen Parks und
Gartenanlagen ziert. Vor allem Kinder haben im Herbst ihren Spaß mit den
stacheligen Früchten und den großen, braunglänzenden Samen. Die geschälten
stärke- und gerbstoffreichen Samen werden in der Homöopathie zu Tinkturen,
Globuli und Tabletten aufbereitet.
Erscheinungsbild: Allgemeine
Charakteristik und Leitsymptome - Aesculus hippocastanum
Patienten, die von
Aesculus hippocastanum profitieren, sind leicht reizbar, jähzornig und
depressiv. Sie sind grüblerisch und können sich nur schlecht konzentrieren.
Morgens nach dem Aufstehen kommen sie nur langsam in die Gänge. Typisch sind
Stauungen der Körperflüssigkeiten und trockene Schleimhäute. Aesculus
hippocastanum wirkt vor allem auf den Verdauungstrakt bei Verstopfungen, den
Bewegungsapparat und auf das Venensystem. Hier hilft es gegen alle Arten von
Stauungen, wie Durchblutungsstörungen, Hämorrhoiden, Krampfadern und
geschwollene Füßen.
Anwendungsgebiete von Aesculus
hippocastanum in der Übersicht
·
Hämorrhoiden
·
Verstopfung
·
Venenschwäche
·
Krampfadern
und Besenreiser
·
geschwollene
Füße und schwere, schmerzende Beine
·
nach
Thrombosen
·
in der
Schwangerschaft bei Hämorrhoiden
Modalitäten: Verbesserungen und
Verschlimmerungen
Eine Besserung der
Symptome tritt auf in kühler frischer Luft, bei einem kalten Bad und im Freien,
vor allem in Verbindung mit leichter Bewegung. Zu einer Verschlechterung kommt
es im Stehen, bei übermäßiger Bewegung, in der Wärme und nach dem Stuhlgang.
Aesculus hippocastanum Wirkungsweise und
Nebenwirkungen
Hauptwirkstoffe sind
die reichlich in den Samen enthaltenen Gerbstoffe, die Saponine, vor allem das
Aescin, das gefäßabdichtend wirkt. Weitere Inhaltsstoffe wie Gerbstoffe,
Cumarine und Flavonoide wirken entzündungshemmend und stärken die Venen. Als
Nebenwirkungen bei niedrigen Potenzen kann es nach den Mahlzeiten zu Übelkeit,
Völlegefühl, Schwindel und leichten Kopfschmerzen kommen. Bei der
gleichzeitigen Einnahme blutverdünnender Medikamente sollte man erst
Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten.
Aesculus hippocastanum Dosierung und
Darreichungsformen
3 mal täglich, Kinder die Hälfte oder bei mangelnder Wirkung Dosis erhöhen
sind Regeln, die in der Homöopathie nicht gelten. Hier entscheidet nicht die
Menge, sondern die Art der Information. Schematische Dosierungsangaben
widersprechen dem Prinzip der Individualität in der Homöopathie.
Die homöopathische Arznei wird am schnellsten
und sichersten über die Mundschleimhaut aufgenommen, also: Globuli oder
Tabletten zergehen lassen, Lösungen eine Weile im Mund behalten, bevor sie
geschluckt werden. Auch über die gesunde Haut kann das Mittel wirken. Die
äußerliche Behandlung eines erkrankten Körperteils mit Salben und Einreibungen
ist in der Regel nicht nötig. Die homöopathische Behandlung zielt auf den gesamten
Organismus und nicht auf einzelne Teile.
Information wird am besten verstanden, wenn kein
anderer dazwischenredet. Wenn die Arznei einwirken soll, darf die
Mundschleimhaut nicht durch andere Einflüsse irritiert sein.
Der Mindestabstand zum Essen und Trinken, zu Kaugummi, Zigaretten,
Zähneputzen und dergleichen sollte 10 Minuten betragen. Die Arznei wird in
akuten Fällen sofort gegeben, ansonsten zu einem ruhigen Zeitpunkt.
Um ein Fernsehprogramm oder im Aufzug das
Stockwerk zu wählen, genügt ein Knopfdruck oder, bei manchen Vorrichtungen, das
bloße Berühren. Ein fester Druck bringt kein besseres Programm (es sei denn,
der Knopf ist schwer gängig, d.h. die Arznei ist von minderer Qualität). Bei
guter Arzneiqualität genügt ein Globulus oder ein Tropfen, um die Information
in den Organismus zu bringen. Manche geben zwei Globuli, zur Sicherheit, manche
drei oder fünf, manche Hersteller empfehlen zehn. Wenn wenige Globuli nicht
wirken, ist meist das Mittel falsch oder die Reaktion gestört. Dann sollte man fachlichen
Rat einholen.
Homöopathische Arzneien werden nicht nach der
Uhr, sondern nach Bedarf gegeben und ebenso auch wiederholt. Solange eine
Wirkung anhält, d.h. die Besserung voranschreitet, wird abgewartet. Erst bei
Stillstand der Wirkung oder erneutem Auftreten der alten Beschwerden wird die
Einnahme wiederholt.
Haben sich die Symptome verändert, muss das
Arzneimittel neu bestimmt werden.
Bei Wiederholung des Mittels in kurzen
Zeitabständen geht man günstiger Weise nach der sogenannten „Wasserglas-Methode“
vor : Dazu gibt man ein bis drei Globuli in etwa 100 ml kohlensäurefreies
Wasser und nimmt davon jedes Mal, wenn nötig, einen Teelöffel (kein Metall)
oder kleinen Schluck voll ein, nachdem man zuvor umgerührt hat.
Etwas anders verhält es sich bei den Q- bzw.
LM-Potenzen. Von der flüssigen Version (Tropfen), die vorzugsweise eingesetzt
wird, werden je nach Empfindlichkeit des Patienten ein bis 10 Tropfen nach
mehrmaligem kräftigem Schütteln des Fläschchens eingenommen. In chronischen
Fällen einmal täglich, in akuten Fällen auch mehrmals täglich. Nach dem
Aufbrauchen wird ein jeweils höherer Potenzgrad genommen.
Für den Hausgebrauch wird die D oder C 6 bzw. 12
empfohlen. Ihre Wirkdauer kann gut überblickt werden; sie beträgt in akuten
Fällen nur einige Stunden. Die Gabe kann bei Bedarf wiederholt werden. Bei
mangelnder Wirkung ist ein schneller Wechsel der Arznei problemlos möglich.
Hochgiftige Substanzen allerdings, z.B. Schwermetalle, sollten nicht unter der
D 8 (besser der D 12 bzw. C 6) verwendet werden. Höhere Potenzen wirken
intensiver und länger, werden aber bei falscher Mittelwahl zum Problem:
Arzneisymptome können länger als erwünscht
anhalten und sowohl das Krankheitsbild als auch die Wirkung der zweiten Arznei
überlagern.