Acidum nitricum C30
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Hintergrundinformationen - Acidum
nitricum
Acidum nitricum ist
die homöopathische Bezeichnung für die Salpetersäure, welche die Grundlage für
das Präparat liefert. Die reine Säure ist ätzend und löst auf der gesunden Haut
Blasen, Entzündungen und Geschwüre aus. Für homöopathische Darreichungsformen
wird sie allerdings so stark verdünnt, dass Verätzungen nicht mehr möglich
sind. Entsprechend dem Simile-Prinzip der Homöopathie wird das Präparat bei
einer vergleichbaren Symptomatik eingesetzt und auch bei Menschen, die man
bildlich nach ihrem Wesen als mürrisch, reizbar und ätzend bezeichnen würde.
Acidum nitricum wird gerne als Konstitutionsmittel eingesetzt und gehört zu den
Polychresten, also den Mitteln mit einem sehr breiten Wirkungsspektrum auf
Körper, Geist und Psyche. Beeinflusst werden Haut und Schleimhäute, Atemwege,
Magen-Darm-Trakt und Gemüt. Vor allem hat es sich bewährt bei Erkrankungen an
der Grenze zwischen Haut und Schleimhaut, etwa Geschwüren, Einrissen und
Fissuren an den Körperöffnungen, sowie auf der Haut und den Schleimhäuten
selbst.
Erscheinungsbild: Allgemeine
Charakteristik und Leitsymptome - Acidum nitricum
Menschen, die von
Acidum nitricum profitieren, sind übellaunig, misstrauisch, fühlen sich stets
in die Ecke gedrängt und gefährdet und sind von cholerischem Temperament. Sie
fluchen und schimpfen gern und viel, sind unzufrieden mit sich selbst und der
Welt, hartherzig, nachtragend, reizbar und neigen mitunter zur Gewalttätigkeit.
Oftmals grübeln sie über längst Vergangenes nach und machen sich Sorgen,
erkälten sich schnell und sind schon nach kleinen Anstrengungen geschwächt.
Diese Erschöpfungszustände gehen einher mit Frösteln und Zittern. Eine
besonders ausgeprägte Leistungsbereitschaft zeigen sie in kritischen
Situationen. Die Schmerzempfindlichkeit ist hoch, die Schmerzen treten schnell
und plötzlich auf, aber ebenso schnell verschwinden sie wieder. Der Urin wird
als kalt empfunden, der Stuhlgang ist unregelmäßig, und es besteht eine Neigung
zur Verstopfung. Alle Ausscheidungen, also Urin, Stuhl und Schweiss, riechen
außerordentlich unangenehm.
Die Patienten sind mit dieser Symptomatik leicht überfordert. Schnell stellen
sich Mutlosigkeit, Verzweiflung und Frustration ein. Oftmals leiden die
Patienten an Schlafmangel und nehmen stark an Gewicht ab. Es fällt ihnen
schwer, sich bei ihrer Arbeit über längere Zeit nachhaltig zu engagieren. Beim
Essen besteht ein starkes Verlangen nach Fett und Salz.
Anwendungsgebiete von Acidum nitricum in
der Übersicht
· allgemeine Schwäche
· Wunden, Blutungen
· Herpesbläschen am Mund
· eingerissene
Mundwinkel
· Geschwüre und
Entzündungen der Haut
· Furunkel, Akne und
Mitesser
· Warzen, Schorf
· Fissuren, Hämorrhoiden
und Schrunden am After
Modalitäten: Verbesserungen und
Verschlimmerungen - Acidum nitricum
Verbesserungen treten
auf bei gutem Wetter, durch Druck, in Gefahr und bei passiver Bewegung
(Autofahren, Reiten, Bahn). Eine Verschlechterung findet statt bei
geringfügigen Ursachen wie Wetterwechsel, in der Kälte, aber auch durch
Bettwärme, durch Bewegung, Berührung, Erschütterung, Geräusche und
Schlafmangel. Ferner infolge geistiger Anstrengung, nach dem Essen, vor allem
nach dem Genuss von Milch, Kaffee, Fett und Alkohol sowie von Nikotin.
Wirkungsweise und Nebenwirkungen -
Acidum nitricum
Wie alle
homöopathischen Arzneimittel wirkt Acidum nitricum unterstützend bei den
normalen Körperfunktionen und hilft bei der Neutralisierung der Beschwerden.
Dosierung und Darreichungsformen - Acidum
nitricum
3 mal täglich, Kinder
die Hälfte oder bei mangelnder Wirkung Dosis erhöhen sind Regeln, die in der
Homöopathie nicht gelten. Hier entscheidet nicht die Menge, sondern die Art der
Information. Schematische Dosierungsangaben widersprechen dem Prinzip der
Individualität in der Homöopathie.
Die homöopathische Arznei wird am schnellsten und sichersten über die
Mundschleimhaut aufgenommen, also: Globuli oder Tabletten zergehen lassen,
Lösungen eine Weile im Mund behalten, bevor sie geschluckt werden. Auch über
die gesunde Haut kann das Mittel wirken. Die äußerliche Behandlung eines
erkrankten Körperteils mit Salben und Einreibungen ist in der Regel nicht
nötig. Die homöopathische Behandlung zielt auf den gesamten Organismus und
nicht auf einzelne Teile.
Information wird am besten verstanden, wenn kein anderer dazwischenredet. Wenn
die Arznei einwirken soll, darf die Mundschleimhaut nicht durch andere
Einflüsse irritiert sein. Der Mindestabstand zum Essen und Trinken, zu
Kaugummi, Zigaretten, Zähneputzen und dergleichen sollte 10 Minuten betragen.
Die Arznei wird in akuten Fällen sofort gegeben, ansonsten zu einem ruhigen
Zeitpunkt.
Um ein Fernsehprogramm oder im Aufzug das Stockwerk zu wählen, genügt ein
Knopfdruck oder, bei manchen Vorrichtungen, das bloße Berühren. Ein fester
Druck bringt kein besseres Programm (es sei denn, der Knopf ist schwer gängig,
d.h. die Arznei ist von minderer Qualität). Bei guter Arzneiqualität genügt ein
Globulus oder ein Tropfen, um die Information in den Organismus zu bringen.
Manche geben zwei Globuli, zur Sicherheit, manche drei oder fünf, manche
Hersteller empfehlen zehn. Wenn wenige Globuli nicht wirken, ist meist das
Mittel falsch oder die Reaktion gestört. Dann sollte man fachlichen Rat
einholen.
Homöopathische Arzneien werden nicht nach der Uhr, sondern nach Bedarf gegeben
und ebenso auch wiederholt. Solange eine Wirkung anhält, d.h. die Besserung
voranschreitet, wird abgewartet. Erst bei Stillstand der Wirkung oder erneutem
Auftreten der alten Beschwerden wird die Einnahme wiederholt.
Haben sich die Symptome verändert, muss das Arzneimittel neu bestimmt werden.
Bei Wiederholung des Mittels in kurzen Zeitabständen geht man günstiger Weise
nach der sogenannten „Wasserglas-Methode“ vor : Dazu gibt man ein bis drei
Globuli in etwa 100 ml kohlensäurefreies Wasser und nimmt davon jedes Mal, wenn
nötig, einen Teelöffel (kein Metall) oder kleinen Schluck voll ein, nachdem man
zuvor umgerührt hat.
Etwas anders verhält es sich bei den Q- bzw. LM-Potenzen. Von der flüssigen
Version (Tropfen), die vorzugsweise eingesetzt wird, werden je nach
Empfindlichkeit des Patienten ein bis 10 Tropfen nach mehrmaligem kräftigem
Schütteln des Fläschchens eingenommen. In chronischen Fällen einmal täglich, in
akuten Fällen auch mehrmals täglich. Nach dem Aufbrauchen wird ein jeweils
höherer Potenzgrad genommen.
Für den Hausgebrauch wird die D oder C 6 bzw. 12 empfohlen. Ihre Wirkdauer kann
gut überblickt werden; sie beträgt in akuten Fällen nur einige Stunden. Die
Gabe kann bei Bedarf wiederholt werden. Bei mangelnder Wirkung ist ein
schneller Wechsel der Arznei problemlos möglich. Hochgiftige Substanzen
allerdings, z.B. Schwermetalle, sollten nicht unter der D 8 (besser der D 12
bzw. C 6) verwendet werden. Höhere Potenzen wirken intensiver und länger,
werden aber bei falscher Mittelwahl zum Problem: Arzneisymptome können länger
als erwünscht anhalten und sowohl das Krankheitsbild als auch die Wirkung der
zweiten Arznei überlagern.