Gelsemium C30
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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage (bei Heilwassern das Etikett) und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke. Bei Tierarznei lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie die Tierärztin, den Tierarzt oder die Apotheke.
Hintergrundinformationen zu Gelsemium
sempervirens
Gelsemium sempervirens
ist der "Gelbe Jasmin", ein Enziangewächs, das in Nordamerika
beheimatet ist. Mit dem "Echten Jasmin" ist er allerdings nicht
verwandt. Der gelbe Jasmin ist eine immergrüne Liane, die sich an Bäumen und
Sträuchern empor rankt. Die angenehm duftenden, gelben Blüten sind
trichterförmig und bilden Fruchtkapseln mit geflügelten Samen, die der Wind
verbreitet. Die Pflanze ist durch die enthaltenen Alkaloide (Hauptinhaltsstoffe
Gelsemin und Gelseminin) in allen Teilen stark giftig. Diese Alkaloide
verhindern die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln an den motorischen
Endplatten. Bei klarem Geist kommt es bei fortschreitender Vergiftung somit
zunächst zur Lähmung der willkürlichen Skelettmuskulatur, später auch der
unwillkürlichen Eingeweidemuskulatur. Anschließend tritt Tod durch Atemlähmung
und Herzstillstand ein.
Die mexikanischen Otomi-Indianer erzeugten aus
dem gelben Jasmin einen giftigen Trank, den "gläsernen Sarg"
(Bebo-sito). Dieser Trank führte bei vollem Bewusstsein zu vollständiger
Bewegungslähmung.
Neben dieser gewünschten giftigen Wirkung wurde
der gelbe Jasmin aber auch von den Indianern zu medizinischen Zwecken, vor
allem zur Beruhigung und zur Schmerzlinderung, eingesetzt.
Heute werden für homöopathische Präparate die
frischen unterirdischen Teile verwendet. Diese sind durch die homöopathische
Potenzierung bei bestimmungsgemäßen Gebrauch unbedenklich.
Erscheinungsbild: Allgemeine
Charakteristik und Leitsymptome
Patienten, die von
Gelsemium profitieren, sind von Natur aus eher schüchtern und zurückhaltend.
Sie sind träge, angespannt und übermüdet, sodass sie kaum die Augen offen
halten können, zugleich schwach, benommen und kränklich. Angst vor Prüfungen
und Auftritten lähmen die Patienten geradezu. Ihre Beschwerden treten
vorzugsweise auf der rechten Seite auf. Trotz Fieber empfinden sie keinen
Durst.
Anwendungsgebiete von Gelsemium
sempervirens in der Übersicht
·
Nervosität
·
Erschöpfung
·
Schlafstörungen
·
Lampenfieber
und Prüfungsangst
·
Schüttelfrost
·
Schwindel
·
Erkältungen
und grippale Infekte mit Fieber und reichlich Schweißabsonderung
·
Kopfschmerzen
und Migräne, auch mit Sehstörungen
·
nervöse
Verdauungsprobleme mit Magenbeschwerden, Aufstoßen, Blähungen und Durchfall
·
nervöse
Herzbeschwerden, Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen
·
Muskelschwäche
und Zittern
Modalitäten: Verbesserungen und
Verschlimmerungen
Die Beschwerden bessern
sich nach dem Wasserlassen, durch Schwitzen, durch Trinken von Kaffee und
alkoholischer Getränke. Zu einer Verschlechterung der Symptome kommt es durch
Aufregung, emotionale Belastung, schlechte Nachrichten, Angst, vormittags zwischen
9-10 Uhr, in der Sonne, bei Nebel und feuchtwarmem Wetter, drohendem Gewitter
und durch Tabakrauch.
Wirkungsweise und Nebenwirkungen von
Gelsemium sempervirens
In der Homöopathie
wirkt Gelsemium auf das zentrale Nervensystem, die Atemwege, die weiblichen
Geschlechtsorgane und den Stütz- und Bewegungsapparat. Derzeit sind bei
homöopathischer Anwendung keine Nebenwirkungen und keine Gegenanzeigen von
Gelsemium bekannt.
Gelsemium sempervirens - Dosierung und
Darreichungsformen
Homöopathie legt großen Wert auf individuelle Behandlung jedes Patienten.
Eine eingehende Anamnese durch einen erfahrenen Homöopathen ermöglicht die Wahl
eines Einzelmittels, das anhand des Erscheinungsbildes eines Patienten am
besten geeignet erscheint. Daher kann es vorkommen, dass zwei Patienten mit der
gleichen Erkrankung zwei unterschiedliche homöopathische Mittel bekommen.
Dementsprechend sind schematische Dosierungsangaben, wie man sie aus der
Schulmedizin kennt, nicht angebracht.
Entscheidend ist bei homöopathischen Arzneimitteln
die Information eines Mittels, nicht die Menge. Das verhält sich ähnlich wie
die Wahl eines Fernsehprogramms mittels Fernbedienung oder des Stockwerkes im
Fahrstuhl: Ein stärkeres Drücken des Knopfes bringt keinerlei Vorteil, es sei
denn, der Knopf ist defekt, analog zu einer minderen Qualität der
homöopathischen Zubereitung.
Bei homöopathischen Mitteln hoher Qualität
genügt in der Regel ein einzelner Globulus, um die notwendige Information in
den Körper zu bringen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Bisweilen
geht man auf Nummer sicher und gibt zwei oder drei davon. Das sollte
ausreichen, denn stellt sich erst mit vielen Globuli ein Effekt ein, ist das
Arzneimittel qualitativ minderwertig oder die Reaktion des Körpers ist anders
als erwartet, das heißt das Mittel ist ungeeignet und die Mittelwahl war
falsch.
Bei der Einnahme von Globuli sollten Sie einige
Punkte beachten, um eine optimale Wirksamkeit zu gewährleisten. Dazu gehört,
dass die Informationen am zuverlässigsten vermittelt werden, wenn sie über die
Mundschleimhaut aufgenommen werden. Daher sollten Sie Globuli nicht wie andere
Medikamente mit Flüssigkeit herunterspülen, sondern auf der Zunge zergehen
lassen und eine Weile im Mund behalten, bevor Sie sie herunterschlucken.
Ebenso ist eine lokale Behandlung mit Salben,
Einreibungen und ähnlichem nicht notwendig, denn jede homöopathische Therapie
bezieht den gesamten Körper und seine Selbstheilungskräfte mit ein, nicht nur
Teile davon.
Für eine erfolgreiche Informationsvermittlung
sollte die Mundschleimhaut nicht durch andere Einflüsse beeinträchtigt sein.
Daher sollte die Einnahme zeitlich versetzt, mindestens zehn Minuten oder
länger, zu Trinken, Nahrungsaufnahme oder dem Putzen der Zähne und Kaugummi
kauen erfolgen. Geben Sie die Globuli auf die Hand und führen sie diese zum
Mund. Verwenden Sie für die Einnahme keine Löffel aus Metall, sondern aus
Plastik oder Horn.
Globuli wirken ganzheitlich. Genuss von Nikotin,
Alkohol, Drogen sowie ungesundes Essen und unzuträgliche Lebensweise
beeinträchtigen eine solche Wirkungsweise nachhaltig und machen die positiven
Effekte zunichte.
Bei jeder erstmaligen Einnahme homöopathischer
Zubereitungen kann es zu einer Erstverschlimmerung der Symptome kommen. Das ist
nicht schlimm, sondern normal und gilt in der Homöopathie als gutes Zeichen.
Sie signalisiert, dass die Informationen erfolgreich angekommen sind und die
körpereigenen Selbstheilungskräfte in Gang gesetzt haben. Sollten sich die
Symptome nicht innerhalb von zwei oder drei Tagen bessern, muss der behandelnde
Therapeut aufgesucht und um Rat gefragt werden. Unter Umständen hat das zu
bedeuten, dass sich eine weitere Krankheit im Hintergrund verborgen hält und
einer zusätzlichen Behandlung bedarf.
Die Einnahme von Globuli sollte nicht nach der
Uhr erfolgen, sondern nach Bedarf. Stehen Beschwerden an, sind sie einzunehmen
und der Effekt abzuwarten. Solange eine Besserung der Symptome auftritt und die
Wirkung anhält, ist keine weitere Einnahme vonnöten. Erst wenn die Beschwerden
sich erneut abzuzeichnen beginnen sind die Globuli erneut einzunehmen. Haben
sich nach der Einnahme die Symptome geändert, muss der behandelnde Homöopath
ein neues Einzelmittel bestimmen.
Ist ein homöopathisches Mittel in akuten Fällen
in kurzen Zeitabständen mehrfach einzunehmen, geschieht das am besten mit der
Wasserglas-Methode. Dazu geben Sie maximal drei Globuli in ein Glas mit Wasser
ohne Kohlensäure und nehmen einen kleinen Schluck davon ein. Das wiederholen
Sie so lange, bis sich die Beschwerden bessern.
Die hochwirksamen Q- und LM-Potenzen verabreicht
man meistens als Mischung in flüssiger Form. Für die Einnahme müssen Sie das
Behältnis gründlich schütteln und von dem Inhalt ein bis zehn Tropfen auf einem
nicht metallenen Löffel einnehmen. Behalten Sie die Flüssigkeit eine Weile im
Mund, bevor Sie sie schlucken. Eine solche Einnahme erfolgt bei akuten
Krankheitsfällen mehrmals täglich. Zur Behandlung chronischer Erkrankungen
genügt eine einzige Einnahme am Tag. Ist das Medikament aufgebraucht, geht der
Therapeut in der Regel zu einer höheren Potenzierung über.
Bei einer homöopathischen Selbstbehandlung
sollten Sie eine D- oder C-Potenz in der Stufe 6 respektive 12 verwenden. Damit
ist die Wirkung, die nur wenige Stunden anhält, am besten zu überblicken und
bei mangelndem Effekt können Sie problemlos auf ein anderes Einzelmittel
umsteigen. Bei höheren Potenzen ist der Effekt langsamer und nachhaltiger, was
jedoch bei der Wahl eines ungeeigneten Mittels aufgrund der Langfristigkeit zum
Problem werden kann.