ben-u-ron Saft - PZN 04993736

ben-u-ron Saft

bene Arzneimittel GmbH

PZN: 04993736

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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage (bei Heilwassern das Etikett) und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke. Bei Tierarznei lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie die Tierärztin, den Tierarzt oder die Apotheke.

Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!

Darreichungsform: Sirup

  • Das Präparat ist ein schmerzstillendes und fiebersenkendes Arzneimittel (Analgetikum und Antipyretikum).
  • Es wird eingenommen zur symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen und/oder von Fieber.
  • Nehmen Sie bzw. Ihr Kind dieses Arzneimittel immer genau wie in dieser Packungsbeilage beschrieben bzw. genau nach der mit Ihrem Arzt oder Apotheker getroffenen Absprache ein.
  • Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
  • Die Dosierung richtet sich nach den Angaben in der nachfolgenden Tabelle. Paracetamol wird in Abhängigkeit von Alter und Körpergewicht dosiert, in der Regel mit 10 bis 15 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis, bis maximal 60 mg/kg Körpergewicht als Tagesgesamtdosis.
  • Das jeweilige Dosierungsintervall richtet sich nach der Symptomatik und der maximalen Tagesgesamtdosis. Es sollte 6 Stunden nicht unterschreiten.
  • Bei Beschwerden, die länger als 3 Tage anhalten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
  • Tabelle
    • Körpergewicht (Alter): 3 kg (0 - 3 Monate)
      • Einzeldosis (entsprechende Paracetamoldosis): 1 ml (entsprechend 40 mg Paracetamol)
      • Max. Tagesdosis (24 Std.) (entsprechende Paracetamoldosis): 4 x 1 ml (entsprechend 160 mg Paracetamol)
    • Körpergewicht (Alter): 4 kg (0 - 3 Monate)
      • Einzeldosis (entsprechende Paracetamoldosis): 1,5 ml (entsprechend 60 mg Paracetamol)
      • Max. Tagesdosis (24 Std.) (entsprechende Paracetamoldosis): 4 x 1,5 ml (entsprechend 240 mg Paracetamol)
    • Körpergewicht (Alter): 5 kg (0 - 3 Monate)
      • Einzeldosis (entsprechende Paracetamoldosis): 1,5 ml (entsprechend 60 mg Paracetamol)
      • Max. Tagesdosis (24 Std.) (entsprechende Paracetamoldosis): 5 x 1,5 ml (entsprechend 300 mg Paracetamol)
    • Körpergewicht (Alter): 6 kg (3 - 6 Monate)
      • Einzeldosis (entsprechende Paracetamoldosis): 2 ml (entsprechend 80 mg Paracetamol)
      • Max. Tagesdosis (24 Std.) (entsprechende Paracetamoldosis): 4 x 2 ml (entsprechend 320 mg Paracetamol)
    • Körpergewicht (Alter): 7 kg (6 - 9 Monate)
      • Einzeldosis (entsprechende Paracetamoldosis): 2,5 ml (entsprechend 100 mg Paracetamol)
      • Max. Tagesdosis (24 Std.) (entsprechende Paracetamoldosis): 4 x 2,5 ml (entsprechend 400 mg Paracetamol)
    • Körpergewicht (Alter): 8 kg - 9 kg (6 - 12 Monate)
      • Einzeldosis (entsprechende Paracetamoldosis): 3 ml (entsprechend 120 mg Paracetamol)
      • Max. Tagesdosis (24 Std.) (entsprechende Paracetamoldosis): 4 x 3 ml (entsprechend 480 mg Paracetamol)
    • Körpergewicht (Alter): 10 kg (1 - 2 Jahre)
      • Einzeldosis (entsprechende Paracetamoldosis): 3,5 ml (entsprechend 140 mg Paracetamol)
      • Max. Tagesdosis (24 Std.) (entsprechende Paracetamoldosis): 4 x 3,5 ml (entsprechend 560 mg Paracetamol)
    • Körpergewicht (Alter): 11 kg - 12 kg (1 - 2 Jahre)
      • Einzeldosis (entsprechende Paracetamoldosis): 4 ml (entsprechend 160 mg Paracetamol)
      • Max. Tagesdosis (24 Std.) (entsprechende Paracetamoldosis): 4 x 4 ml (entsprechend 640 mg Paracetamol)
    • Körpergewicht (Alter): 13 kg - 15 kg (2 - 3 Jahre)
      • Einzeldosis (entsprechende Paracetamoldosis): 5 ml (entsprechend 200 mg Paracetamol)
      • Max. Tagesdosis (24 Std.) (entsprechende Paracetamoldosis): 4 x 5 ml (entsprechend 800 mg Paracetamol)
    • Körpergewicht (Alter): 16 kg - 18 kg (3 - 5 Jahre)
      • Einzeldosis (entsprechende Paracetamoldosis): 6 ml (entsprechend 240 mg Paracetamol)
      • Max. Tagesdosis (24 Std.) (entsprechende Paracetamoldosis): 4 x 6 ml (entsprechend 960 mg Paracetamol)
    • Körpergewicht (Alter): 19 kg - 21 kg (5 - 6 Jahre)
      • Einzeldosis (entsprechende Paracetamoldosis): 7,5 ml (entsprechend 300 mg Paracetamol)
      • Max. Tagesdosis (24 Std.) (entsprechende Paracetamoldosis): 4 x 7,5 ml (entsprechend 1.200 mg Paracetamol)
    • Körpergewicht (Alter): 22 kg - 25 kg (6 - 8 Jahre)
      • Einzeldosis (entsprechende Paracetamoldosis): 8 ml (entsprechend 320 mg Paracetamol)
      • Max. Tagesdosis (24 Std.) (entsprechende Paracetamoldosis): 4 x 8 ml (entsprechend 1.280 mg Paracetamol)
    • Körpergewicht (Alter): 26 kg - 29 kg (8 - 11 Jahre)
      • Einzeldosis (entsprechende Paracetamoldosis): 10 ml (entsprechend 400 mg Paracetamol)
      • Max. Tagesdosis (24 Std.) (entsprechende Paracetamoldosis): 4 x 10 ml (entsprechend 1.600 mg Paracetamol)
    • Körpergewicht (Alter): 30 kg - 32 kg (8 - 11 Jahre)
      • Einzeldosis (entsprechende Paracetamoldosis): 11 ml (entsprechend 440 mg Paracetamol)
      • Max. Tagesdosis (24 Std.) (entsprechende Paracetamoldosis): 4 x 11 ml (entsprechend 1.760 mg Paracetamol)
    • Körpergewicht (Alter): 33 kg - 43 kg (11 - 12 Jahre)
      • Einzeldosis (entsprechende Paracetamoldosis): 12,5 ml (entsprechend 500 mg Paracetamol)
      • Max. Tagesdosis (24 Std.) (entsprechende Paracetamoldosis): 4 x 12,5 ml (entsprechend 2.000 mg Paracetamol)
  • Die in der Tabelle angegebene maximale Tagesdosis (24 Stunden) darf keinesfalls überschritten werden.
  • Besondere Patientengruppen
    • Leberfunktionsstörungen und leichte Einschränkungen der Nierenfunktion
      • Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie Gilbert-Syndrom muss die Dosis vermindert bzw. das Dosisintervall verlängert werden. Eine tägliche Gesamtdosis von 2 g darf ohne ärztliche Anweisung nicht überschritten werden.
    • Schwere Niereninsuffizienz
      • Bei schwerer Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min) muss ein Dosisintervall von mindestens 8 Stunden eingehalten werden.
      • Sofern nicht anders verordnet, wird bei Patienten mit Niereninsuffizienz eine Dosisreduktion empfohlen. Der Abstand zwischen den einzelnen Dosen muss mindestens 6 Stunden betragen, siehe Tabelle:
        • Erwachsene
          • Glomeruläre Filtrationsrate (GFR): 30 - 59 ml/min
            • Dosis: 500 mg alle 6 Stunden
          • Glomeruläre Filtrationsrate (GFR): < 30 ml/min
            • Dosis: 500 mg alle 8 Stunden
    • Ältere Patienten
      • Erfahrungen haben gezeigt, dass keine spezielle Dosisanpassung erforderlich ist.
      • Allerdings kann bei geschwächten, immobilisierten älteren Patienten mit eingeschränkter Leber-oder Nierenfunktion eine Verminderung der Dosis oder Verlängerung des Dosierungsintervalls erforderlich werden.
      • Ohne ärztliche Anweisung sollte die maximale tägliche Dosis von 60 mg/kg Körpergewicht (bis zu einem Maximum von 2 g/Tag) nicht überschritten werden, bei:
        • Körpergewicht unter 50 kg
        • Chronischem Alkoholismus
        • Wasserentzug
        • Chronischer Unterernährung
    • Kinder und Jugendliche mit geringem Körpergewicht
      • Eine Anwendung von diesem Saft bei Kindern unter 3 kg Körpergewicht wird nicht empfohlen, da die Dosisstärke für diese Altersgruppe nicht geeignet ist.
  • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist.

 

  • Dauer der Anwendung
    • Nehmen Sie bzw. Ihr Kind das Arzneimittel ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 3 Tage ein.

 

  • Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben als Sie sollten
    • Um das Risiko einer Überdosierung zu verhindern, sollte sichergestellt werden, dass andere Arzneimittel, die gleichzeitig angewendet werden, kein Paracetamol enthalten.
    • Die Gesamtdosis an Paracetamol darf für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren bzw. ab 43 kg Körpergewicht 4.000 mg Paracetamol (entsprechend 100 ml Saft) täglich und für Kinder 60 mg/kg Körpergewicht pro Tag nicht übersteigen.
    • Bei einer Überdosierung treten im Allgemeinen innerhalb von 24 Stunden Beschwerden auf, die Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blässe und Bauchschmerzen umfassen.
    • Wenn eine größere Menge Saft eingenommen wurde als empfohlen, rufen Sie bitte den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe!

 

  • Wenn Sie die Einnahme vergessen haben
    • Nehmen Sie bzw. Ihr Kind nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie bzw. Ihr Kind die vorherige Anwendung vergessen haben.

 

  • Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden,
    • wenn Sie bzw. Ihr Kind allergisch gegenüber Paracetamol oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
  • Nebenwirkungen wurden mit den folgenden Häufigkeiten berichtet:
    • Selten: kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen
      • leichter Anstieg bestimmter Leberenzyme (Serumtransaminasen)
    • Sehr selten: kann bis zu 1 von 10000 Behandelten betreffen
      • allergische Reaktionen in Form von einfachem Hautausschlag oder Nesselausschlag bis hin zu einer Schockreaktion. Im Falle einer allergischen Schockreaktion rufen Sie den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe.
      • Schwere Hautreaktionen
      • Verengung der Atemwege (Analgetika-Asthma) bei empfindlichen Personen
      • Veränderungen des Blutbildes wie eine verringerte Anzahl von Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder eine starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose)
      • Fälle von Blut- und Flüssigkeitsanomalien (metabolische Azidose mit hoher Anionenlücke), die bei einem Anstieg der Plasmasäure auftreten, wenn Flucloxacillin gleichzeitig mit Paracetamol verwendet wird, in der Regel bei Vorliegen von Risikofaktoren.
  • Wenn Sie bzw. Ihr Kind Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht angegeben sind.

Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Paracetamol - intraoral

  • Risiko einer Überdosierung / nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch
    • um das Risiko einer schweren Leberschädigung im Fall einer Überdosierung zu vermeiden, sollte sichergestellt werden, dass gleichzeitig angewendete Medikamente kein Paracetamol enthalten
    • Gesamtdosis Paracetamol pro Tag darf 80 mg / kg Körpergewicht bei Kindern unter 40 kg sowie 3 g bei Erwachsenen und Kindern mit einem Körpergewicht zwischen 41 und 50 kg nicht überschreiten
    • allgemein sollen Paracetamol-haltige Arzneimittel ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nur wenige Tage und nicht in erhöhter Dosis angewendet werden
      • von längerer oder häufiger Anwendung wird abgeraten
      • die längerfristige Anwendung ohne ärztliche Aufsicht kann gesundheitsschädlich sein
      • bei langfristiger Anwendung kann das Risiko einer Nierenschädigung nicht vollkommen ausgeschlossen werden
    • Analgetika-induzierter Kopfschmerz
      • bei längerem hochdosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch von Analgetika können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte Dosen des Arzneimittels behandelt werden dürfen
    • Analgetika-Nephropathie
      • ganz allgemein kann die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere bei Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen
    • abruptes Absetzen nach längerem hochdosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch
      • es können Kopfschmerzen sowie Müdigkeit, Muskelschmerzen, Nervosität und vegetative Symptome auftreten
      • Absetzsymptomatik klingt innerhalb weniger Tage ab
        • bis dahin soll die Wiedereinnahme von Schmerzmitteln unterbleiben und die erneute Einnahme nicht ohne ärztlichen Rat erfolgen
        • Kopfschmerzen, die durch übermäßige Anwendung von Analgetika verursacht wurden, sind nicht durch Anwendung einer höheren Dosis zu behandeln
    • (einmalige) Einnahme der Tagesgesamtdosis bzw. mehrerer Tagesdosen
      • kann zu schweren (irreversiblen) Leberschäden führen
      • im Falle einer Überdosierung sollte unverzüglich medizinische Hilfe aufgesucht werden, auch wenn der Patient sich wohl fühlt (in solchen Fällen tritt keine Bewusstlosigkeit auf)
    • Risiko einer Leberschädigung, die auch zu einer metabolischen Azidose führen kann
      • bei Patienten mit verminderter Glutathionreserve (verursacht durch u. a. Mangelernährung, Schwangerschaft, Lebererkrankung, Sepsis / Infektion, Nierenerkrankung, Alkoholabusus) kann die Einnahme von Paracetamol das Risiko erhöhen
      • Leberschädigungen unter Paracetamol sind in Verbindung mit Alkoholmissbrauch aufgetreten
        • alkoholische Getränke / Alkoholabusus
          • sind während der Anwendung von Paracetamol zu meiden, da die gleichzeitige Anwendung von Paracetamol Leberschäden/Lebertoxizität verursachen kann
          • bei Patienten, die große Mengen Alkohol zu sich nehmen, und in Fällen von chronischem Alkoholismus ist Paracetamol mit Vorsicht anzuwenden
          • die Gefahren einer Überdosierung sind bei Personen mit nicht-zirrhotischer alkoholischer Lebererkrankung größer
          • bei Patienten mit Alkoholabusus muss die Dosis reduziert werden
            • die Tagesdosis sollte in solchen Fällen 2000 mg nicht überschreiten
      • höhere Dosen als empfohlen sind mit dem Risiko sehr schwerwiegender Leberschäden verbunden
        • gegebenenfalls ist so schnell wie möglich ein Antidot zu verabreichen
      • von der längerfristigen oder häufigen Anwendung wird abgeraten
      • bei Überdosierung oder gleichzeitigem Gebrauch von Barbituraten, Alkohol oder anderen Substanzen mit hepatotoxischer Wirkung steigt das Risiko der Leberschädigung
    • metabolische Azidose mit vergrößerter Anionenlücke (HAGMA)
      • Fälle von metabolischer Azidose mit vergrößerter Anionenlücke (HAGMA) aufgrund von Pyroglutaminsäure-(5-Oxoprolin-)Azidose wurden bei Patienten mit schweren Erkrankungen, wie schwerer Nierenfunktionsstörung und Sepsis, oder bei Patienten mit Mangelernährung oder anderen Ursachen für Glutathionmangel (z.B. chronischer Alkoholismus) berichtet, die mit einer therapeutischen Dosis von Paracetamol über einen längeren Zeitraum oder mit einer Kombination von Paracetamol und Flucloxacillin behandelt wurden (s. unten)
      • bei Verdacht auf HAGMA aufgrund einer Pyroglutaminsäure-Azidose
        • sofortiges Absetzen von Paracetamol und eine engmaschige Überwachung empfohlen
        • die Messung von Pyroglutaminsäure (5-Oxoprolin) im Urin kann nützlich sein, um Pyroglutaminsäure-Azidose als zugrunde liegende Ursache von HAGMA bei Patienten mit mehreren Risikofaktoren zu erkennen
  • Paracetamol sollte in folgenden Fällen mit besonderer Vorsicht (d. h. mit einem verlängerten Dosisintervall oder in verminderter Dosis) und unter ärztlicher Kontrolle angewandt werden
    • (leichte bis mittelschwere) hepatozelluläre Insuffizienz / Leberinsuffizienz
    • akute Hepatitis
    • chronischer Alkoholmissbrauch
    • schwere Niereninsuffizienz (GFR < 50 ml / Min.)
      • produktspezifische Abweichungen bzgl. GFR möglich (siehe jeweilige Herstellerinformation)
    • mittelschwere Niereninsuffizienz
    • Nierenfunktionsstörungen
    • Gilbert-Syndrom (Meulengracht-Krankheit)
    • schwere Herzinsuffizienz
    • Lungenerkrankungen
      • Vorsicht ist geboten bei Asthmatikern mit Überempfindlichkeit gegen Acetylsalicylsäure, da bei diesen Patienten unter der Einnahme von Paracetamol leichte Bronchospasmen (Kreuzreaktion) beschrieben wurden
      • auch wenn dies nur bei 5% der untersuchten Personen der Fall war
    • gleichzeitige Einnahme von Medikamenten die die Leberfunktion beeinträchtigen
    • Erkrankungen, die mit einem reduzierten Glutathionspiegel einhergehen können (ggf. Dosisanpassung), z. B.
      • bei Diabetes mellitus
      • HIV
      • Down-Syndrom
      • Tumoren
    • Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase Mangel (Favismus)
    • (hämolytische) Anämie
    • Glutathion Mangel
    • Dehydratation
    • chronische Mangelernährung (verminderte hepatische Glutathionreserve)
    • Körpergewicht < 50 kg
    • ältere Patienten
    • bei Kindern, die mit einer Tagesdosis von 60 mg / kg Paracetamol behandelt werden, ist die Kombination mit anderen fiebersenkenden Arzneimitteln nur dann gerechtfertigt, wenn mit Paracetamol keine ausreichende Wirkung erzielt werden kann
    • gleichzeitige Verabreichung mit Flucloxacillin
      • da ein geringfügig erhöhtes Risiko einer metabolischen Azidose mit Anionenlücke (englisch: high anion gap metabolic acidosis [HAGMA]) besteht
      • Patienten mit hohem Risiko für HAGMA (insbesondere wenn die maximalen Tagesdosen von Paracetamol verwendet werden) sind insbesondere Patienten mit
        • schwerer Niereninsuffizienz
        • Sepsis
        • Unterernährung
        • anderen Ursachen für Glutathionmangel (z. B. chronischer Alkoholismus)
      • nach gleichzeitiger Anwendung von Paracetamol und Flucloxacillin wird eine engmaschige Überwachung, einschließlich der Kontrolle von Pidolsäure (Synonym: "5-Oxoprolin") im Urin, empfohlen, um das Auftreten von Säure-Base-Erkrankungen, nämlich HAGMA, festzustellen
    • Kombination mit Wirkstoffen, die als Induktoren von Leberenzymen wirken
    • Arzt konsultieren (klinische Neubewertung der Behandlung durch einen Arzt)
      • wiederkehrendem oder hohem Fieber (> 39°C)
      • Anzeichen einer Sekundärinfektion
      • Fortbestehen der Symptome über mehr als 3 Tage
    • Behandlung abbrechen und Arzt aufsuchen, falls
      • Schmerzen bei Kindern länger als 3 Tage oder bei Erwachsenen länger als 5 Tage (bei Halsschmerzen 2 Tage) anhalten
      • falls das Fieber länger als 3 Tage fortbesteht oder steigt
      • sich weitere Symptome einstellen
  • Auswirkungen auf Laborwerte
    • Einnahme von Paracetamol kann die Harnsäurebestimmung mittels Phosphorwolframsäure sowie die Blutzuckerbestimmung mittels Glucose-Oxydase-Peroxydase beeinflussen
  • Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
    • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie bzw. Ihr Kind das Arzneimittel einnehmen
      • wenn Sie bzw. Ihr Kind chronisch alkoholkrank sin
      • wenn Sie bzw. Ihr Kind an einer Beeinträchtigung der Leberfunktion leiden (Leberentzündung, Gilbert-Syndrom)
      • bei vorgeschädigter Niere
      • bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten die die Leberfunktion beeinträchtigen,
      • bei erblich bedingtem Mangel des Enzyms Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase, der zu schwerer Blutarmut führen kann, auch Favismus genannt
      • bei hämolytischer Anämie (Blutarmut aufgrund eines Zerfalls der roten Blutkörperchen)
      • bei einem Mangel des am Leberstoffwechsel beteiligten Eiweißes Glutathion (z.B. bei Mangelernährung, Alkoholmissbrauch)
      • bei einem Mangel von Flüssigkeit im Körper (Dehydratation) z.B. durch geringe Trinkmenge, Durchfall oder Erbrechen
      • bei chronischer Mangelernährung
      • bei einem Körpergewicht unter 50 kg
      • bei höherem Lebensalter
      • bei Erkrankungen, die mit einem reduzierten Glutathionspiegel einhergehen können (ggf. Dosisanpassung z.B. bei Diabetes mellitus, HIV, Down-Syndrom, Tumoren)
    • Nehmen Sie bzw. Ihr Kind in diesen Fällen Paracetamol erst nach vorheriger Rücksprache mit Ihrem Arzt ein.
    • Wenn sich die Symptome verschlimmern oder nach 3 Tagen keine Besserung eintritt, oder bei hohem Fieber müssen Sie bzw. Ihr Kind einen Arzt aufsuchen.
    • Um das Risiko einer Überdosierung zu verhindern, sollte sichergestellt werden, dass andere Arzneimittel, die gleichzeitig angewendet werden, kein Paracetamol enthalten.
    • Bei längerem hochdosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht durch erhöhte Dosen des Arzneimittels behandelt werden dürfen.
    • Ganz allgemein kann die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere bei Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe zur dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens (Analgetika-Nephropathie) führen.
    • Bei abruptem Absetzen nach längerem hoch dosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen sowie Müdigkeit, Muskelschmerzen, Nervosität und vegetative Symptome auftreten. Die Absetzsymptomatik klingt innerhalb weniger Tage ab.
    • Bis dahin soll die Wiedereinnahme von Schmerzmitteln unterbleiben und die erneute Einnahme soll nicht ohne ärztlichen Rat erfolgen.
    • Paracetamol nicht ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat längere Zeit oder in höheren Dosen einnehmen.
    • Die einmalige Einnahme der Tagesgesamtdosis kann zu schweren Leberschäden führen; in solchem Fall sollte unverzüglich medizinische Hilfe aufgesucht werden.
    • Auswirkungen der Einnahme auf Laboruntersuchungen:
      • Die Harnsäurebestimmung, sowie die Blutzuckerbestimmung können beeinflusst werden.

 

  • Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Paracetamol hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
    • Trotzdem ist nach Einnahme eines Schmerzmittels immer Vorsicht geboten.
  • Paracetamol (200 mg pro 5 Milliliter)
  • Citronensäure 1-Wasser
  • Gelborange S (0.5 mg pro 5 Milliliter)
  • Methyl 4-hydroxybenzoat (3.4 mg pro 5 Milliliter)
  • Natrium citrat
  • Propyl 4-hydroxybenzoat (0.6 mg pro 5 Milliliter)
  • Saccharose
  • Sahne Aroma
  • Wasser, gereinigt
  • Xanthan gummi
  • Einnahme zusammen mit anderen Arzneimitteln
    • Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie bzw. Ihr Kind andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
    • Wechselwirkungen sind möglich
      • mit Arzneimitteln gegen Gicht wie Probenecid: Bei gleichzeitiger Einnahme von Probenecid sollte die Dosis von Paracetamol verringert werden, da der Abbau von Paracetamol verlangsamt sein kann.
      • mit Schlafmitteln wie Phenobarbital, Mitteln gegen Epilepsie wie Phenytoin, Carbamazepin, Mitteln gegen Tuberkulose (Rifampicin), anderen möglicherweise die Leber schädigende Arzneimitteln.
        • Unter Umständen kann es bei gleichzeitiger Einnahme mit Paracetamol zu Leberschäden kommen.
      • mit Mitteln zur Senkung erhöhter Blutfettwerte (Cholestyramin): Diese können die Aufnahme und damit die Wirksamkeit von Paracetamol verringern.
      • mit Arzneimitteln bei HIV-Infektionen (Zidovudin): Die Neigung zur Verminderung weißer Blutkörperchen (Neutropenie) wird verstärkt. Paracetamol sollte daher nur nach ärztlichem Anraten gleichzeitig mit Zidovudin eingenommen werden.
      • mit Mitteln gegen Übelkeit (Metoclopramid und Domperidon): Diese können eine Beschleunigung der Aufnahme und des Wirkungseintritts von Paracetamol bewirken.
      • Bei gleichzeitiger Anwendung von Mitteln, die zu einer Verlangsamung der Magenentleerung führen, können Aufnahme und Wirkungseintritt von Paracetamol verzögert sein.
      • Es besteht das Risiko einer Blut- und Flüssigkeitsanomalie (metabolische Azidose mit hoher Anionenlücke), die bei einem Anstieg der Plasmasäure auftritt, wenn Flucloxacillin gleichzeitig mit Paracetamol verwendet wird, insbesondere bei bestimmten Risikopatientengruppen, z.B. Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz, Sepsis oder Unterernährung, vor allem wenn die maximalen Tagesdosen von Paracetamol verwendet werden. Die metabolische Azidose mit hoher Anionenlücke ist eine schwere Erkrankung, die dringend behandelt werden muss. Nach gleichzeitiger Anwendung von Paracetamol und Flucloxacillin wird Ihr Arzt Ihre Werte genau überwachen
      • Die wiederholte Einnahme von Paracetamol über einen Zeitraum von länger als einer Woche verstärkt die Wirkung von Antikoagulantien, insbesondere Warfarin. Daher sollte die langfristige Anwendung von Paracetamol bei Patienten, die mit Antikoagulantien behandelt werden, nur unter medizinischer Aufsicht erfolgen. Die gelegentliche Anwendung von Paracetamol hat keinen signifikanten Einfluss auf die Blutungstendenz.
  • Einnahme zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol
    • Paracetamol darf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen oder verabreicht werden.

Herstellerinformationen

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