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Corona Impfstoffe

COVID-19-Impfstoffe im Vergleich: Vorteile und Nachteile in der Übersicht

Wissen Sie schon, mit welchem Impfstoff Sie sich gerne impfen lassen würden? Oder wurden Sie sogar bereits geimpft und wollen wissen, wie gut der Impfstoff wirkt? Klar ist: Nicht jeder der vier Impfstoffe gegen COVID-19 ist gleichermaßen beliebt. Doch alle Impfstoffe haben wichtige Vorteile.

Hersteller Biontech/Pfizer Moderna AstraZeneca Janssen (Johnson & Johnson)
Handelsname Comirnaty® Covid-19 Vaccine Moderna COVID-19 Vaccine AstraZeneca Injektionssuspension COVID-19 Vaccine Janssen suspension for injection
zweifache Impfung notwendig? ja, zweite Impfung nach 3 bis 6 Wochen ja, zweite Impfung nach 4 bis 6 Wochen ja, zweite Impfung nach 4 bis 12 Wochen nein, Einzeldosis ausreichend
Wirkungsweise mRNA-Impfstoff mRNA-Impfstoff Vektorimpfstoff Vektorimpfstoff
Wirkungsgrad 95 % 94,5 % durchschnittliche Wirksamkeit von 70 % 66 %
mögliche Nebenwirkungen Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schmerzen an der Injektionsstelle, Ermüdung Fieber, Ausschlag, Schmerzen an der Injektionsstelle, grippeähnliche Symptome grippeähnliche Symptome, Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Gefahr einer Sinusvenenthrombose Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber
Lagerung und Lieferung 6 Monate bei -90°C bis -60°C, 5 Tage bei 2°C bis 8°C, 2 Stunden bei Temperaturen bis 30°C 7 Monate bei -25°C bis -15°C, lichtgeschützt 30 Tage bei 2°C bis 8°C, 12 Stunden bei Temperaturen bis 25°C 6 Monate bei 2°C bis 5°C 3 Monate bei 2°C bis 8°C
Kosten 12 Euro 15 Euro 1,78 Euro 7,11 Euro (8,50 US-Dollar)
Liefervereinbarung 2021 91 Mio. (61 Mio. über EU + 30 Mio. weitere) Dosen für Deutschland 50,5 Mio. Impfdosen für Deutschland 56,3 Mio., wegen Lieferengpass bis Mitte des Jahres nur rund 19 Mio. 36,7 Mio.

Impfreaktionen sind häufig, Nebenwirkungen sehr selten

Bei vielen Reaktionen auf Impfstoffe handelt es sich streng genommen nicht um Nebenwirkungen im klassischen Sinne, sondern um Impfreaktionen. Diese zeigen an, dass das Immunsystem hochfährt, um den unbekannten Erreger zu bekämpfen. Schließlich weiß das Immunsystem nicht, dass der Erreger vollkommen unschädlich ist, und fährt alle Geschütze auf. Der Geimpfte merkt das an typischen Impfbeschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Müdigkeit. Auch Schmerzen an der Injektionsstelle sind typisch. Derzeit zeichnet sich ab, dass diese Reaktionen bei den Vakzinen von Biontech und Moderna eher nach der zweiten Impfung auftreten, bei AstraZeneca hingegen schon nach der ersten Impfung. Die Impfreaktion fällt zudem in vielen Fällen recht stark aus.

Gefahr eines anaphylaktischen Schocks erhöht Nachbeobachtungszeit

Problematischer als die Impfbeschwerden ist, dass die mRNA-Impfstoffe einen anaphylaktischen Schock hervorrufen können. Die meisten hiervon Betroffenen haben allerdings schon früher schwere allergische Reaktionen erlebt. Menschen, die dieses Problem kennen, sollten dementsprechend aufmerksam sein. Das Risiko für gesundheitliche Schäden wird durch eine Nachbeobachtungszeit von einer Viertelstunde verringert.

Seltene Fälle: AstraZeneca kann eine Sinusvenenthrombose verursachen

Auch der Vektorimpfstoff AstraZeneca kann in seltenen Fällen zu Problemen führen. Deswegen wurden sogar die Impfungen mit dem Präparat Mitte März in mehreren EU-Staaten kurzzeitig ausgesetzt. Eine ungewöhnliche Häufung von Sinusvenenthrombosen unter den Geimpften machte die Verantwortlichen skeptisch. Die EMA hat den Impfstoff unter Berücksichtigung entsprechender Warnhinweise wieder zur Anwendung empfohlen. Geimpfte sollten jedoch beim Auftreten von Petechien, also kleinen punktförmigen Einblutungen in die Haut, oder ungewöhnlich starken Kopfschmerzen einen Arzt aufsuchen. Die Komplikation ist selten und betrifft Vorerkrankte stärker. Bei bekannten Erkrankungen des Blutgerinnungssystems sollten Impfinteressierte sich deswegen vor der Impfung an einen Arzt wenden.

Kontraindikationen: Nur wenige Beschränkungen

Bislang ist noch kein Impfstoff für Kinder, Schwangere oder Stillende zugelassen, weil sie aus ethischen Gründen aus Studien ausgeschlossen werden. Eine starke chronische Erkrankung und ein geschwächtes Immunsystem sind keine Kontraindikationen für die Impfung, im Gegenteil: Weil es sich um Totimpfstoffe handelt, sind negative Auswirkungen unwahrscheinlich und der Schutz könnte lebensrettend sein.

Lagerung, Dosierung und Transport: Vektorimpfstoffe sind unkomplizierter

Biontech fordert die Logistiker des Landes heraus: Soll der Impfstoff länger haltbar sein als ein paar Tage, muss er bei mindestens -60°C gelagert werden. Bei Kühlschranktemperatur hält er immerhin noch 5 Tage, also deutlich länger als ursprünglich angenommen. Auch der Moderna-Impfstoff muss kalt gelagert werden. Die notwendige Mindesttemperatur ist mit -15°C jedoch deutlich leichter zu erreichen. In Kühlschränken hält er immerhin noch rund einen Monat. Ein vorsichtiger Umgang ohne starke Erschütterungen ist bei der Impfvorbereitung wichtig.
Die Vektorimpfstoffe können bei Kühlschranktemperaturen monatelang gelagert werden und sind deswegen sowohl im Hinblick auf Transport als auch Lagerung deutlich robuster.
Doch bei allen Impfstoffen gilt: Ist die Durchstechflasche, in der der Impfstoff gelagert wird, erst einmal punktiert, bleiben noch 6 Stunden, bis alle Dosen verabreicht sein sollten.

Vollständige Impfung kostet zwischen 3,56 und 36 Euro – doch wie viel Impfstoff wird geliefert?

Bei den Kosten gewinnt AstraZeneca eindeutig. Mit 1,78 Euro je Dosis bzw. 3,56 Euro je vollständiger Impfung ist das Präparat günstiger als die Konkurrenz. Selbst der Impfstoff von Janssen ist trotz einmaliger Impfung fast doppelt, der volle Impfstoff von Moderna sogar zehnmal so teuer.

Lieferung: Biontech in der ersten Jahreshälfte vorne

In Deutschland werden die meisten Impfdosen von Biontech erwartet. Deutschland hat zusätzlich zur EU-Lieferung von 61 Millionen Dosen weitere 30 Millionen vereinbart. Und Biontech scheint derzeit der einzige Impfstoffhersteller zu sein, der in der Lage ist, sein Lieferversprechen konstant planen zu können. AstraZeneca kürzte seine vereinbarten Dosen von 80 Millionen deutlich: EU-weit lieferte das Unternehmen nur 30 Millionen bis Ende März 2021. Auch die Planung mit Moderna und Janssen ist derzeit noch nicht uneingeschränkt zuverlässig.

EU-weite Bestellung reicht, um alle EU-Bürger 2,5-mal zu impfen

Grundsätzlich hat die EU mehr als genug Impfstoff bestellt, um allen 446 Millionen Einwohnern ein Impfangebot machen zu können:

  • 600 Millionen Dosen von Biontech
  • 460 Millionen Dosen von Moderna
  • 400 Millionen Dosen von AstraZeneca
  • bis zu 400 Millionen Dosen von Johnson & Johnson

Das Problem der Verfügbarkeit sollte vor allem in der ersten Hälfte des Jahres 2021 bestehen. Danach sollten die Lieferungen ausreichen, um die Infrastruktur zum begrenzenden Faktor zu machen.

Wirksamkeit in klinischen Studien: mRNA hat die Nase vorn

Bei der Wirksamkeit haben die mRNA-Impfstoffe die Nase vorn: Biontech und Moderna wirkten in Studien in rund 95 % aller Fälle. AstraZeneca musste mit 70 % und Janssen mit 66 % schlechtere Zahlen veröffentlichen. Doch auch diese Impfstoffe schützen vor einem schweren Verlauf und verhindern in den allermeisten Fällen, dass Menschen an COVID-19 sterben. Bei AstraZeneca sind die Daten nicht eindeutig: In unterschiedlichen Studien wurden zwischen 66 % und 90 % Wirksamkeit festgestellt, sodass die durchschnittliche Wirksamkeit mit 70 % angegeben wird.
Die Daten der ersten Studien aller Impfstoffe beziehen sich auf den Wildtyp. Eine große Herausforderung ist die Verbreitung von Mutanten, weil sie Impfstoffe weniger wirksam machen können. Wie gut die einzelnen Impfstoffe gegen welche Mutante helfen, ist schwierig zu ermitteln. Teils ergeben sich verschiedene Daten in Erfahrungsberichten und Studien. Das RKI geht aktuell (Mitte März) davon aus, dass alle hier zugelassenen Impfstoffe gut gegen die britische Mutation B.1.1.7 wirken.
Die beiden Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Janssen scheinen gegen die südafrikanische Variante B.1.351 weniger wirksam zu sein. Und auch bei Biontech zeigt sich in ersten Studien eine verringerte Wirksamkeit, die es jedoch nicht erforderlich macht, den Impfstoff anzupassen.

Jeder Impfstoff hat Stärken und Schwächen

Bei Kosten, Lagerung und Transport hat der Impfstoff von AstraZeneca die Nase weit vorn. Allerdings hat er eine geringere Wirksamkeit als die mRNA-Impfstoffen und die verursacht stärkere Nebenwirkungen. Seltene Komplikationen lassen ihn gefährlich erscheinen, auch wenn dies für den absoluten Großteil der Geimpften keine Bedeutung haben wird.
Der Janssen-Impfstoff überzeugt durch einmalige Gabe und einfache Lagerung. Dadurch könnte er wesentlich effizienter und schneller verimpft werden.
Die mRNA-Impfstoffe sind teurer und komplizierter in der Lagerung. Doch die Wirksamkeit ist hoch und die Nebenwirkungen oft geringer. Trotzdem möchten Skeptiker der neuen Wirkungsweise lieber auf einen Vektorimpfstoff zurückgreifen.
Bei allen Unterschieden haben die Impfstoffe auch eine große Gemeinsamkeit: Jeder einzelne ist ein wichtiger Baustein zur Bekämpfung der Pandemie.
Quellenangaben:

Lieferung

Wirksamkeit

Nebenwirkungen

Lagerung, Haltbarkeit, Preis

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