Sauna

Sauna - Schwitzen für Gesundheit und Entspannung

Der Begriff Sauna stammt aus dem Finnischen und bedeutet übersetzt „Schwitzstube“ oder „Finnisches Bad“. Damit wird ein beheizter Raum oder eine Gruppe von beheizten Räumen beschrieben, in denen hohe bis sehr hohe Temperaturen herrschen und in denen ein „Schwitzbad“ genommen wird.

Das Schwitzbad in seiner ältesten Form war bereits in der Steinzeit bekannt. Auf der gesamten nördlichen Erdhalbkugel verteilt fanden Archäologen Zeugnisse für das Anwenden von Schwitzbädern z.B. in Höhlen. In der Mongolei wurde diese frühe Form des Schwitzbades weiterentwickelt. Vor dort wurde das Wissen um das Schwitzbad von herumziehenden Menschen weiter getragen bis nach Mittel- und Südamerika, Japan und Korea.

In Finnland wurde die Sauna über eine lange Zeit hinweg als Ersatz für die eigentliche Badestube eingesetzt. Sie war der einzige Ort im gesamten Haus, an dem heißes Wasser vorhanden war und war daher der Inbegriff von Reinheit und Sauberkeit. Mehr noch, sie diente oftmals auch als Raum, in dem die Kinder das Licht der Welt erbblickten.

Egal ob Finnische Sauna, Indianische Schwitzhütte oder Römisches Dampfbad, alle Kulturen hatten das gleiche Ziel, nämlich die Gesunderhaltung des Körpers, Entspannung und Wohlbefinden.

Auch heute sind Hitzebäder im Trend. In Deutschland gehen etwa 30 Millionen Menschen oft bis regelmäßig in die Sauna oder ins Dampfbad. Die Auswahl an unterschiedlichen Schwitzstuben ist groß.

Sauna-Vielfalt

  • Finnische Sauna – Die finnische Sauna ist eine Holzsauna zum Schwitzen, bei Temperaturen zwischen 80° und 100°C und einer Luftfeuchtigkeit von 10%
  • Erdsauna – Die Erdsauna ist in die Erde eingelassen. Dabei wird eine Bodenwanne mit Steinen vermauert und dann mit einem Blockhaus umbaut.
  • Über einen Ofen wird die Erdsauna mit Holz befeuert, sodass die besonders große Hitze von bis zu 110°C entsteht.
  • Steinsauna – In der Steinsauna werden Mineralsteine in einem Ofen erhitzt und in einem Korb in einen Bottich eingelassen, der mit kaltem Wasser gefüllt ist. Das Gestein gibt zischend seine Mineralstoffe frei, die sich in Form von Aerosolen im gesamten Raum verteilen. Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit steigern sich schonend. Bis zu 65°C werden bei dieser Sauna erreicht.
  • Kelo-Sauna – Die Kelo-Sauna ist eine finnische Blockhaus-Sauna aus Keloholzstämmen, die 500 Jahre alt sind. Das Saunaklima in einer Kelo-Sauna ist wunderbar frisch, man kann auch bei 100°C noch völlig frei atmen.
  • Bio-Sauna oder Saunarium – Die Temperaturen in dieser Sauna betragen milde 45° bis 60°C und die Luftfeuchtigkeit liegt bei ca. 50 %. Durch den Einsatz von Licht, Farben, Geräuschen und Musik, soll die entspannende Wirkung des Saunabades noch verstärkt und positive Stimmungen hervorgerufen werden. Besonders geeignet für Saunaneulinge, Kinder und für Personen mit Bluthochdruck.
  • Römisches Dampfbad – Dieses Dampfbad ist sehr gut zu Anfang eines Saunaganges geeignet. Die 100-prozentige Luftfeuchtigkeit sorgt für ein erholsames Klima. Die Atemwege werden gereinigt und der Kreislauf angeregt. Die feuchte Wärme vergrößert die Elastizität von Bindegewebe und Muskulatur. Das einzigartige Verwöhn-Erlebnis unterstützt auch die Öffnung der feinen Hautporen. In der dampfenden Wärme fühlt man sich geborgen und verwöhnt.
  • Kräutersauna - Die Kräutersauna gehört zu den Niedrig-Temperatur-Saunen, deren Hitze-Limit bei etwa 60 Grad Celsius liegt. Die frischen Düfte erinnern an grüne Wiesen und tiefe Wälder, die in voller Pracht stehen. Die Kräutersauna ist sehr gut als Einstieg für Saunaneulinge geeignet und überfordert den Organismus nicht. Die ätherischen Öle entfalten über die Atmung ihre wohltuende und bisweilen anregende Wirkung.
  • Tepidarium – In einem Tepidarium werden Temperaturen von nur 40°C erreicht. So kann das Immunsystem gestärkt werden, ohne dass dabei der Kreislauf belastet wird. Beim Aufenthalt im Tepidarium entsteht ein künstliches Fieber, das den Kreislauf stärkt und entspannend wirkt, ohne dass das Herz-Kreislaufsystem belastet wird. Diese Art von Wellness eignet sich auch für Senioren, die etwas für ihre Gesundheit tun wollen.
  • Laconium - In einem Laconium strahlt die Wärme von den Wänden, vom Boden und von den steinernen Bänken. Bei Raumtemperaturen von etwa 60° kommt der Körper langsam zum Schwitzen. Ein Schwitzgang im Laconium sollte nicht länger als 15 Minuten dauern und ist eine empfehlenswerte Alternative für alle Menschen, denen es in der traditionellen Sauna einfach zu heiß ist.
  • Hamam - Ein Hamam ist ein türkisches Dampfbad und wird daher auch oft "türkisches Bad" genannt. Ganz typisch im Hamam ist die sehr hohe Luftfeuchtigkeit und die mit dem Aufenthalt verbundene Körperreinigung.

Die Wirkung der Sauna auf den Körper

Der Saunagang ist eines der wirkungsvollsten und einfachsten Naturheilverfahren und die körperlichen Auswirkungen sind vielfältig. Regelmäßiger Saunabesuch hat eindeutig positive Effekte auf die körperliche Gesundheit. Die regelmäßige Erholung und Entspannung in der Sauna ist Wellness pur. Vor allem Menschen in der Lebensmitte können vom Wechselspiel der Elemente Luft und Wasser enorm profitieren, wie medizinische Untersuchungen zeigen.

  • In der Sauna steigt die Temperatur im Körperinneren um ein bis zwei Grad an, ähnlich wie bei Fieber, und die Hautoberfläche erwärmt sich um drei bis zehn Grad.
  • Durch den Wechsel zwischen Hitze und Abkühlung werden die Abwehrzellen aktiviert und das Immunsystem gestärkt. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Zahl der Immunzellen nach einem Saunabesuch deutlich ansteigt.
  • Die Blutgefäße erweitern sich und die doppelte Menge Blut wird hindurch gepumpt. Das Herz und auch alle anderen Organe werden besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.
  • Das anschließende kühle Tauchbad sorgt dafür, dass sich die Gefäße wieder zusammenziehen. Durch dieses spezielle Training bleiben die Gefäße elastisch und Herz und Kreislauf werden gestärkt.
  • Die Muskeln entspannen sich und leichte Sportverletzungen wie Zerrungen und Muskelverletzungen heilen besser durch die Wärme.
  • Die Schleimhäute werden besser durchblutet und die Sekretabsonderung steigt an. In diesen Sekreten befinden sich mehr Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger.
  • Wer unter Atemwegserkrankungen leidet, sollte in ein Dampfbad gehen. Die eingeatmete feuchtwarme Luft mit Temperaturen zwischen 37°C und 60°C lindert Bronchitis und Athma. Das Durchatmen fällt leichter, weil sich das Fassungsvermögen der Lunge durch die muskelentspannende Wirkung der Sauna erhöht.
  • Der Dampf im Dampfbad öffnet darüber hinaus auch die Hautporen und wirkt sich positiv auf Hautprobleme aus. Saunabaden gilt als sehr geeignete Anti-Aging-Maßnahme für die Haut. Regelmäßiges Saunieren verhindert Falten und die Haut erhält eine bessere Spannkraft.
  • Bei Bluthochdruck empfiehlt sich eine Niedrigtemperatur-Sauna. Temperaturen unter 60°C und die geringe Luftfeuchtigkeit regulieren den Blutdruck.
  • Trockene Wärme lindert auch Rheumaschmerzen.

Während des Saunabesuchs wird die Schweißproduktion angekurbelt. Pro Minute fließt 20 bis 30 Gramm Schweiß, was bei einem fünfzehnminütigen Saunagang beinahe einen halben Liter ausmacht. Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, wird im Gewebe Wasser angereichert. Dieses Wasser löst Schlackenstoffe, die zwischen den Fettzellen abgelagert sind, und Milchsäure aus den Muskeln. Über den Urin werden diese Schadstoffe ausgeschieden. Daher ist es empfehlenswert den Flüssigkeitsverlust erst nach dem letzten Saunagang auszugleichen um den „inneren Reinigungsprozess“ nicht zu stoppen.

So wird Saunabaden zum Genuss

  • Essen Sie vor dem Saunabesuch nichts; die letzte größere Mahlzeit sollte mindestens zwei Stunden zurückliegen. Allerdings sollten Sie genug getrunken haben, bevor Sie in die Sauna gehen.
  • Duschen Sie vor Betreten der Saunakabine lauwarm und reinigen Sie Ihren Körper gründlich. Der Fettfilm auf der Haut sollte entfernt werden, damit der Schweiß ungehindert austreten kann.
  • Eine trockene Haut schwitzt leichter, daher ist es empfehlenswert sich gut abzutrocknen.
  • Verzichten Sie auf Bekleidung oder ein um den Körper geschlungenes Handtuch, damit der Schweiß frei abfließen kann.
  • Legen oder setzen Sie sich in der Sauna auf ein großes Saunatuch, um nicht mit der Holzbank in Berührung zu kommen.
  • Um den Kreislauf zusätzlich anzuregen, können Sie sich mit einem Schwamm, einer Körperbürste oder einem Luffaschwamm abreiben.
  • Sollte Ihnen zu heiß werden, legen oder setzen Sie sich eine Etage tiefer.
  • Sobald Sie sich nicht mehr wohl fühlen, verlassen Sie die Sauna, auch während eines Aufgusses.

Die Verweildauer in der Sauna richtet sich nach dem individuellen Empfinden und der Art der Sauna. Sie kann in der finnischen Sauna bis zu 15 Minuten betragen. Grundsätzlich gilt: Machen Sie lieber kurze und heiße als lauwarme und lange Schwitzbäder.

Von der richtigen Abkühlung zur Entspannung

Gerade im Winter ist die Abkühlung an frischer Luft ideal. Gehen Sie auf und ab um den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Erst durch die richtige Kaltanwendung erlangen Sie das entspannte Gefühl. Dazu können Sie Ihren Körper mit kaltem Wasser aus einem Wasserschlauch kühlen, indem Sie sich von den Füßen über die Beine bis zur Leiste abspülen und dann die Arme von den Händen bis zur Schulter.

Die mutigen oder geübten Saunagänger können auch einen Ganzkörperguss aus einer Schwallbrause über sich ergießen lassen oder steigen für einige Sekunden ins Tauchbecken.

Anschließend können Sie ein warmes Fußbad nehmen, um die Blutgefäße zu erweitern. Das ermöglicht den Wärmetransport aus dem Körperinneren an die Hautoberfläche. Auch nach dem Abkühlen ist im Körperinneren noch eine Menge Wärme gespeichert. Bleibt sie an Ort und Stelle, schwitzen Sie schon bald nach und fühlen sich schlapp.

Als Nächstes ist das Ruhen angesagt. Hüllen Sie sich in einen flauschigen Bademantel und halten Sie Ihre Füße mit kuschligen Socken warm und genießen Sie die Entspannung im Ruheraum. Ob Sie vielleicht lesen, Ihren Gedanken nachgehen oder schlafen bleibt Ihnen überlassen. Lassen Sie sich einfach von Ihrem Wohlbefinden leiten.

Wie viele Saunagänge Sie machen, hängt von Ihnen und der Zeit ab, die Sie zur Verfügung haben, es gibt keine allgemein gültige Regel. Gerade in großen Sauna- und Wellness-Oasen möchte man die Vielfalt der unterschiedlichen Angebote nutzen. Nach dem letzten Saunagang brauchen Sie keine Seife oder Duschgel mehr zum Duschen, denn die Haut ist absolut sauber. Sinnvoll ist es im Anschluss die Haut mit einer reichhaltigen Creme zu verwöhnen.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Ein bis zwei Liter Wasser braucht Ihr Körper jetzt. Es sei denn, Sie bevorzugen den Tagesaufenthalt in einer der heißen Wellness-Oasen. Dort sollten Sie sich, in einer der längeren Schwitzpausen, durchaus mit Trinkwasser versorgen. Ebenso bieten sich Fruchtsaftschorlen sehr gut an.

Wenn Sie die Sauna regelmäßig, beispielsweise einmal wöchentlich, besuchen, dann können Sie von den positiven Auswirkungen auf den Körper profitieren. Schwitzen Sie sich gesund!