Migräne

Migräne

Der pochende Schmerz im Kopf

Die MigräneLiga e.V schätzt: Sechs bis acht Millionen Bundesbürger leiden an wiederkehrenen Migräneanfällen. Das Wort Migräne leitet sich aus dem griechischen hem "halb" und kranion "Schädel" ab. Wie der Name schon sagt, bezeichnet Migräne einen halbseitigen pochenden Kopfschmerz, der anfallsartig auftritt und periodisch wiederkehrt. Man unterscheidet zwei Hauptformen: Migräne mit Aura und Migräne ohne Aura. Letztere tritt am häufigsten auf. Wer jemals eine Migräneattacke hatte, weiß, dass das mit "normalen" Kopfschmerzen nicht zu vergleichen ist. Allmählich zunehmende heftige Kopfschmerzen, die meist zwischen vier und 72 Stunden anhalten, kennzeichnen eine Migräne ohne Aura. Manche Migränebetroffene klagen über Übelkeit und Erbrechen. Andere sind licht- und geräuschempfindlich. Ihr Kopfschmerz bessert sich, wenn sie sich in einen ruhigen, kühlen und dunklen Raum zurückziehen.

Sehstörungen, neurologische Symptome wie farbige Blitze, ein eingeschränktes Gesichtsfeld und Sprachstörungen deuten auf eine Migräne mit Aura hin. Die Sehstörung, manchmal auch ein Kribbeln im Gesicht oder in den Gliedmaßen, gehen in der Regel dem eigentlichen Kopfschmerz voraus. Die Aura dauert meist nicht länger als eine Stunde.

Spannungskopfschmerzen oder Migräne?

Der Unterschied zwischen einer klassichen Migräne oder einem ebenfalls quälenden Spannungskopfschmerz, eine sehr verbreitetete Form des Kopfschmerzes, ist eindeutig. Charakteristisch für den Spannungskopfschmerz sind drückend-ziehende Schmerzen im Bereich des ganzen Kopfes. Bei körperlicher Aktivität verstärkt sich der Schmerz nicht. Im Gegensazt dazu intensiviert sich der Migräneschmerz meist allein durch bloßes Umhergehen oder Aufstehen aus dem Sitzen.

Auslöser der Migräne

Der Migräne-Kopfschmerz wird vermutlich durch Verengung und Erweiterung der Blutgefäße im Kopf verursacht. Die Blutdruckwellen verursachen in diesen extrem erweiterten Gefäßen den klopfenden Schmerz. Man nimmt zudem an, dass während der Migräneattacke Prostalgandine (Gruppe von Gewebshormonen) freigesetzt werden.
Betroffene sollten versuchen, mögliche "Trigger" (Auslöser) für Ihre Migräneanfälle herauszufinden. Es empfiehlt sich, über mehrere Wochen ein Migränetagebuch zu führen, in dem alles notiert wird, was im Zusammenhang mit dem Migränegeschehen auffällt , wie z.B. Stress-Situationen, Ess-Gewohnheiten, weiblicher Zykluszeitpunkt, innere und äußere Impulse.

Weitere Faktoren, die zu Migräne führen können:

  • Die "Pille" steht im Verdacht, Migräne auslösen zu können
  • Natürliche Hormonschwankungen
  • Niedriger Zuckerspiegel
  • Unregelmäßige Mahlzeiten
  • Zu wenig Flüssigkeit
  • Wetterumschwünge
  • Reisen mit plötzlichem Klimawechsel
  • Ängste, Stress sowie zu viel oder zu wenig Schlaf
  • falsch dosierte Medikamente (insbesondere bei älteren Menschen)

Auch Stoffe in Nahrungsmitteln können Migräne auslösen:

  • Milchzucker bei Lactoseintoleranz
  • Natriumglutamat als Geschmacksverstärker
  • Nitrite als Pökel- und Farbstoffe in Fleischwaren
  • Gefäßaktive Amine (Neurotransmitter, die die Blutgefäße erweitern): beispielsweise in Rotwein, Käse, Wurst, Schokolade, Bananen, Schweinefleisch und Zwiebeln enthalten

Tipps für Migränekranke

  • Regelmäßige Mahlzeiten
  • geregelter Schlaf-Wach-Rythmus
  • ausreichende Arbeitspausen
  • Migräneauslöser vermeiden
  • Stressausgleich mit Entspannungstechniken