Sonne, Haut und Hautkrankheiten

Behandlung der aktinischen Keratose
Immunmodulation mit Imiquimod
Imiquimod ist ein Wirkstoff aus der neuen Substanzklasse der sogenannten Immunmodulatoren. Sie stoßen die Tür zu einer neuen Methode in der Therapie von Hautkrankheiten auf, die bislang ausschließlich symptomatisch behandelt werden konnten. Warzen und bösartige Hauttumore wurden weggeschnitten, weggebrannt oder weggeätzt. Eine solche Behandlung ist oft schmerzhaft, hinterlässt Narben und bedeutet auf Grund von Rückfällen keinen dauerhaften Erfolg.
Die indirekt-kausale Wirkungsweise
Der Immunmodulator Imiquimod bietet eine neue Möglichkeit: Warzen und Hauttumore können indirekt kausal bekämpft werden. Was ist darunter zu verstehen? Leider gibt es bei beiden Krankheitsbildern nach wie vor keine Möglichkeit, ihre Ursachen direkt zu bekämpfen. Mit Imiquimod können jetzt aber die hauteigenen Abwehrkräfte mobilisiert werden. Als Creme auf die befallenen Hautareale aufgetragen, werden in den Zellen zahlreiche Stoffe gebildet, sogenannte Zytokine, die dann gegen die Tumorzellen oder Viren wirken.
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Aktivierung verschiedener Zytokine in Zellen nach Zugabe des Wirkstoffes Imiquimod (nach Testerman et al. J Leukoc Biol 1995; 58: 365-372). IFN = Interferon; TNF = Tumornekrosefaktor; IL = Interleukin. |
Spezifische Wirkung gegen geschädigte Zellen
Ein großer Vorteil des neuen Therapieprinzips ist seine Spezifität. In geschädigten Hautbereichen kommt es zur Aktivierung der Immunantwort. Auf gesunde Areale besitzt Imiquimod dagegen keine Wirkung. Deshalb kann die Creme problemlos über den direkt befallenen Bereich hinaus aufgetragen werden. Patient und Arzt erhöhen so die Wahrscheinlichkeit, alle befallenen Zellen zu behandeln. Experten sehen darin einen Grund für die sehr geringen Rückfallquoten nach Behandlung mit Imiquimod.
Imiquimod bietet der Haut Hilfe zur Selbsthilfe
Die Immuncreme bietet der Haut Hilfe zur Selbsthilfe. Denn natürlich löst nicht jede ungehemmt wachsende Zelle einen Tumor aus. Das Immunsystem verfügt vielmehr über Mechanismen, gesunde Zellen gegen derartige Einflüsse zu verteidigen - bisweilen fehlt ihm allerdings die Kraft dazu. Imiquimod hilft dann, die natürlichen Schutzfunktionen zu aktivieren. Eine lokale Entzündung mit Rötung, Schwellung und Schmerzen ist also keine unerwünschte Nebenwirkung, sondern im Gegenteil ein Zeichen für die Wirksamkeit der Behandlung.



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