Sonne, Haut und Hautkrankheiten

Behandlung des oberflächlichen Hautkrebses - indirekt kausaler Ansatz
Der indirekt kausale Ansatz zur Behandlung von oberflächlichem Hautkrebs setzt eine Immuncreme mit dem Wirkstoff Imiquimod ein. Sie ist bislang für die Behandlung von Genitalwarzen zugelassen. Allerdings wird sie in großen Studien inzwischen auch bei aktinischen Keratosen und Basaliomen erfolgreich eingesetzt. Die Wirkung der Creme beruht auf einer lokalen Aktivierung des Immunsystems. Es kommt zu einer verstärkten Ausschüttung sogenannter Zytokine, durch die Krebszellen erkannt und bekämpft werden. Die Haut wird so in die Lage versetzt, sich aus eigenen Kräften gegen die bösartigen Veränderungen zu wehren, sie erhält "Hilfe zur Selbsthilfe".
Die neue Therapieform vereint mehrere wichtige Vorteile: Zum einen treten Basaliome, die auch als Lidtumore bezeichnet werden, häufig in Augennähe auf. Eine Operation ist dann bisweilen unmöglich. Zum anderen können ein chirurgischer Eingriff und damit eine spätere Narbenbildung an kosmetisch sensiblen Stellen vermieden werden. Außerdem kommt es durch die indirekt kausale Wirkung nur an tatsächlich betroffenen Stellen zu einer Aktivierung des körpereigenen Immunsystems. Dadurch kann die Creme auch über das direkt betroffene Hautareal hinaus aufgetragen werden. Dieser Ansatz trägt dem sogenannten "Eisberg-Phänomen" bei aktinischen Keratosen und Basaliomen Rechnung. Es bezeichnet eine Tumorausdehnung unter der Hautoberfläche, die wesentlich größer ist, als man optisch abschätzen kann. Auf diesen Effekt wird die hohe Zahl an Rückfällen nach der Behandlung von oberflächlichem Hautkrebs zurückgeführt.
Erfahrungen an Universitätskliniken zeigen, dass nach Behandlung mit der Immuncreme ein hoher Prozentsatz der Patienten dauerhaft geheilt ist. Prof. Eggert Stockfleth von der Charité in Berlin konnte zum Beispiel mit der Creme eine Frau erfolgreich behandeln, die zuvor bereits über 300 mal wegen Basaliomen im Gesicht operiert worden war.
In umfangreichen klinischen Studien wird die Creme an deutschen Universitätskliniken bereits bei Basaliomen und aktinischen Keratosen eingesetzt. Die offizielle Zulassung des Wirkstoffes Imiquimod für die Behandlung oberflächlichen Hautkrebses wird für das Jahr 2004 erwartet. Somit müssen Patienten, die schon jetzt von der neuen Methode profitieren möchten, damit rechnen, dass sie die Kosten für das Medikament selber tragen müssen.



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