Sonne, Haut und Hautkrankheiten

Fragen und Antworten

Wie kann man als Laie erkennen, ob ein Pigmentfleck bösartig ist?

Es ist meist schwierig für den Laien, dies selber zu beurteilen. Eine Hilfe bietet die ABCD-Regel. Sie erfasst vier Merkmale, bei denen die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ein Hautfleck zu einem Tumor entartet: Asymmetrie, unregelmäßige Begrenzung, fleckige Färbung (Colour) und seine Größe (Durchmesser von mehr als 5 mm). Prinzipiell sollte man sich aber nie auf die eigene Beurteilung verlassen, sondern zur Sicherheit immer einen Hautarzt zu Rate ziehen.

Welche Hautkrebs-Formen gibt es?

Generell muss man zwischen dem sehr gefährlichen schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) und verschiedenen oberflächlichen Hautkrebs-Formen unterscheiden. Letztere sind weniger gefährlich, machen aber zur Zeit 93% aller diagnostizierten Hautkrebs-Fälle aus. Die häufigste Form oberflächlichen Hautkrebses ist das Basaliom (Basalzell-Karzinom). Außerdem gibt es noch das Spinaliom (Plattenepithelzell-Karzinom oder Stachelzellkrebs). Diese beiden Formen unterscheiden sich durch die Zellschichten der Haut, die betroffen sind. Eine sehr häufige Entartung der Haut ist die Sonnenschwiele (Aktinische Keratose), die sich unbehandelt zu einem Spinaliom entwickeln kann. Auch wenn die genannten Hautkrebs-Formen unterschiedlich gefährlich sind, sollten sie doch alle behandelt werden - und dies nach Möglichkeit in einem frühen Stadium. Denn je schneller ein Hautkrebs therapiert wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Heilung.

Wie häufig ist Hautkrebs?

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft hat in den vergangenen 25 Jahren eine Vervierfachung der Zahl an Hautkrebs-Erkrankungen registriert. Inzwischen treten jedes Jahr etwa 100.000 neue Fälle auf.
Die häufigste Form, Basaliome, findet man bevorzugt bei Senioren ab etwa dem 60. Lebensjahr. Sollte eine familiäre Vorbelastung vorliegen, können aber auch schon Personen ab dem 30. Lebensjahr erkranken. Es sind mehr Männer als Frauen betroffen. Weltweit findet man die meisten Fälle auf Grund einer erhöhten UV-Belastung in Australien. In Deutschland geht man von 400 (Männer) bzw. 200 Fällen (Frauen) pro 100.000 Einwohner aus. Daraus errechnet sich eine Patientenzahl von 240.000. In den letzten Jahren nimmt die Zahl an Basaliomen um etwa 3-6% pro Jahr zu. Man führt dies auf geänderte Freizeitgewohnheiten wie zum Beispiel den Besuch von Solarien und häufige Fernreisen zurück.

Oberflächlicher Hautkrebs tritt nach einer konventionellen Behandlung häufig erneut auf. Welche Behandlungsalternative kommt dann in Frage?

Eine krebsartige Veränderung der Haut, egal welcher Form, sollte immer behandelt werden. Häufig tritt sie an gut sichtbaren Stellen wie zum Beispiel im Gesicht auf. Deshalb wird oft mit der Vereisungstherapie gearbeitet, um eine Narbenbildung in Folge einer Operation zu vermeiden. Ein häufiges Problem ist allerdings die Bildung von Rezidiven, das heißt ein Wiederauftreten des Krebses. In dieser Hinsicht ist eine Operation die bessere Methode, da der Rand des entfernten Gewebes auf Krebsspuren untersucht werden kann. So stellt man sicher, dass die gesamte Geschwulst entfernt wurde.
Eine Alternative bietet eine Immuncreme mit dem Wirkstoff Imiquimod. Sie wirkt nur gegen entartete Bereiche, gesunde Areale werden geschont. Dadurch kann die Creme großflächig auftragen werden. Dies hat den Vorteil, dass auch Stellen behandelt werden, die zwar schon befallen aber noch nicht zu erkennen sind. Die Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten des Krebses wird so verringert.

Ist man besonders gefährdet, an Hautkrebs zu erkranken, wenn man in der Jugend häufig einen Sonnenbrand hatte?

Das Risiko steigt mit Dauer und Intensität der Sonneneinwirkung in der Vergangenheit. Dabei muss es nicht immer ein Sonnenbrand gewesen sein. Alle Personen, die sich beruflich oder auch privat viel im Freien und in der Sonne aufhalten, sollten besonders aufmerksam Veränderungen ihrer Haut beobachten. Nicht umsonst sagt man: Die Haut vergisst keinen Sonnenstrahl.
Aber auch bei anderen Personengruppen kann ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs beobachtet werden, zum Beispiel bei hellhäutigen und bei rötlich-blonden Menschen. Ihre Haut ist besonders empfindlich. Zusätzlich ist ein genetischer Faktor im Spiel. Wer also um Hautkrebs-Fälle in seiner Familie weiß, sollte seine Haut aufmerksam beobachten.

Muss man sich im Wasser vor der Sonne mit Hilfe wasserfester Sonnencremes schützen?

Unter Wasser ist die UV-Strahlung zwar schwächer, aber sie kann die Haut dennoch kräftig verbrennen. Die Verwendung wasserfester Sonnencremes ist also in jedem Fall empfehlenswert. Außerdem sollte man sich nach jedem Bad erneut eincremen.

Müssen die sehr häufigen Sonnenschwielen (Aktinische Keratosen) behandelt werden und wenn ja, wie?

Sonnenschwielen sollten auf jeden Fall behandelt werden. Es sind die häufigsten Krebsvorstufen, die sich zu einem bösartigen Tumor entwickeln können, dem Spinaliom (Stachelzellkrebs oder medizinisch Plattenepithel-Karzinom). Dieser Fall tritt zwar erst nach Jahren ein, aber man sollte kein Risiko eingehen.
Für eine Behandlung kommen verschiedene Methoden in Frage: Die Aktinische Keratose kann chirurgisch entfernt werden, chemisch mit 5-Fluor-Uracil, mit Hilfe einer Vereisungstherapie oder auch mit einer photodynamischen Therapie behandelt werden. An Universitätskliniken werden seit kurzem auch sehr gute Erfahrungen mit einer neuen Methode gemacht, einer Immuncreme mit dem Wirkstoff Imiquimod.

Ist man stärker gefährdet, an Hautkrebs zu erkranken, wenn in der Familie schon gehäuft Fälle aufgetreten sind? Wie kann man sich in diesem Fall am besten vor einer Erkrankung schützen?

Das wichtigste ist, regelmäßig zu einer Vorsorgeuntersuchung beim Hautarzt zu gehen. Darüber hinaus sollte immer an einen guten Sonnenschutz gedacht werden. Direkte Sonne und vor allem die Mittagssonne sollten gemieden werden. Wichtig ist das Tragen von Sonnenhut und T-Shirt. Außerdem ist die Anwendung einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor empfehlenswert; dies gilt ganz besonders für Nase, Ohren und Lippen.

Diagnose malignes Melanom: Gibt es eine bessere Methode als eine Operation?

Nein, erstes Ziel muss die operative Entfernung des Tumors sein, sofern es seine Lokalisierung zulässt. Die Operation bietet die größte Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs nicht erneut auftritt.

Ist eine Chemotherapie zu empfehlen, wenn nach Entfernung eines malignen Melanoms Metastasen auftreten?

Eine generelle Empfehlung auszusprechen ist unmöglich. Der zu erwartende Nutzen durch eine Chemotherapie hängt davon ab, welche Organe von Metastasen betroffen sind. Metastasen in den Lymphknoten und der Lunge sprechen zum Beispiel besser an als solche im Skelett oder im Gehirn. Außerdem ist es entscheidend, wie gut ein Patient die Chemotherapie verträgt.
Standard ist nach wie vor eine Mono-Chemotherapie mit DTIC (Dacarbazin). Alternativ gibt es die Möglichkeit verschiedener Kombinationstherapien. Die Entscheidung muss im Einzelfall der behandelnde Arzt treffen.

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