Sexualität

Potenzstörungen

Störungen der Sexualfunktion:
Impotenz (erektile Dysfunktion), Libidoverlust

Was versteht man unter Impotenz?

Im Allgemeinen bezeichnet man als Impotenz die Unfähigkeit, den Geschlechtsakt zu vollziehen (Impotentia coeundi). Man spricht auch von Impotenz im Zusammenhang mit einer Zeugungsunfähigkeit (Impotentia generandi).

Wie kommt es zur Impotenz?

Zur Impotenz kann es im Leben eines normalen Mannes viele Male kommen. Derartige Episoden sind gewöhnlich von begrenzter Dauer und gehen meist von selbst vorüber.

Eine anhaltende Impotenz kann auf seelische Störungen (90% aller "gesunden" Männer) zurückgeführt werden.

60-70% der Gesamtzahl der Impotenz-Fälle haben organische Ursachen. Betroffen sind vor allem Männer mit Gefäßerkrankungen und Störungen des vegetativen Nervensystems, insbesondere Diabetiker, Männer mit Arteriosklerose, altersbedingte Durchblutungsstörungen und Alkoholkranke.

Ist Impotenz gleich Zeugungsunfähigkeit?

Nein. Viele Männer sind in der Lage, den Geschlechtsakt auf normale Weise zu vollziehen, aber ihr Samenerguß enthält keine lebenden Samenzellen, die ein Ei befruchten könnten.

Ist Impotenz altersabhängig?

Nein. Wenn ein Mann seelisch und körperlich gesund ist, kann er unter Umständen bis zum 80. Lebensjahr (und länger) potent bleiben. Wenn er eine spezielle Partnerin als unattraktiv empfindet oder psychische Hemmungen bestehen, kann der Mann in jedem Alter impotent werden, also bereits im 2. oder 3. Lebensjahrzehnt. Störungen dieser Art können schon häufig allein durch einen Partnerwechsel oder durch Änderungen der Lebenseinstellung behoben werden.

Behandlungmöglichkeiten der Impotenz

a) Wenn feststeht, daß die Impotenz seelischen Ursprungs ist, kann eine Psychotherapie, am besten in Form einer Partnertherapie, begonnen werden.

b) Wenn diagnostisch feststeht, daß eine (seltene) Drüsenstörung Ursache ist, können Hormone gegeben werden.

c) Wenn die Impotenz auf einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung) der Gefäße beruht, die den Penis versorgen, oder wenn die festgestellten seelischen Probleme trotz intensiver Behandlung bleiben, kann eines der folgenden drei Verfahren angewendet werden:

  • Die Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie (SKAT)
    Der Patient spritzt sich mit einer ultradünnen Nadel ein Medikament (meist Alprostadil) in den Penis-Schwellkörper. Die Erektion tritt nach etwa 15 Minuten ein und hält ein bis zwei Stunden an.

    Besonderheiten:
    Erfolgsrate bis 90 Prozent. Spritztechnik ist einfach, muß aber beim Arzt gelernt werden. In seltenen Fällen kann es zu einer schmerzhaften Dauererektion (Priapismus) kommen, die ärztliche Hilfe erforderlich macht.

  • Penisprothese
    1. Stabprothese:
    Bei einer Operation wird ein biegsamer Stab in den Schwellkörper eingelegt.
    2. Hydraulische Penisprothese:
    In die Schwellkörper werden aufblasbare Zylinder eingelegt, die über eine kleine Pumpe im Hodensack mit Flüssigkeit gefüllt werden können.

    Besonderheiten:
    Penisprothesen sind sinnvoll, wenn andere Behandlungen erfolglos waren.
    Stabprothesen haben den Nachteil, daß eine künstliche Dauererektion besteht. Hydraulische Prothesen erfordern einen großen chirurgischen Eingriff. Nicht selten sind Nachoperationen nötig.

  • Operationsverfahren zur Verlagerung einer Bauchwandarterie in den Penis hinein, um die Blutversorgung des Penis und somit der Schwellkörper zu verbessern.

  • Medikamentöse Therapie
    1. Viagra:
    Steigert bei sexueller Erregung den Blutzufluß in die Schwellkörper. Etwa eine Stunde vor der sexuellen Aktivität einnehmen. Wirkung hält rund vier Stunden.
    2. Yohimbin:
    Wirkt gefäßerweiternd und fördert so den Blutzufluß in die Schwellkörper.

    Besonderheiten:
    1. Viagra: Erfolgsrate hoch (bis 70 Prozent). Nicht einnehmen bei einer Therapie mit Nitraten oder Molsidomin, da sonst gefährliche Blutdrucksenkung möglich.
    Rezeptpflichtig!
    2. Yohimbin: Muß regelmäßig eingenommen werden. Wirkt vor allem bei psychisch bedingten oder leichteren organischen Erektionsstörungen. Erfolgsrate etwa 20 Prozent.
    Rezeptpflichtig!

  • Vakuum-Pumpe
    Ein Plexiglaszylinder wird über den Penis gestülpt und durch Unterdruck Blut in den Schwellkörper gesaugt. Ein Gummiring, der über die Peniswurzel gestreift wird, bewirkt, daß die Erektion nach Abnehmen des Zylinders aufrechterhalten wird.
    Besonderheiten:
    Wird von einigen Patienten als "lusttötend" abgelehnt. Wenn Patient und Partnerin sich durch dieses Verfahren nicht gestört fühlen, eine sinnvolle Hilfe.

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