Sexualität

Unerfüllter Kinderwunsch?

4. Mögliche Hilfen bei unerfülltem Kinderwunsch

Hormonelle Stimulation

Diese Hormonbehandlung der Frau beginnt meist am dritten Zyklustag, d. h. am 3. Tag der Monatsblutung. Dabei wird jeden Tag eine bestimmte Menge Fruchtbarkeitshormone (z. B. Follitropin) gespritzt. Ab dem 8. Zyklustag wird die Eizellreifung mittels Ultraschall und Blutuntersuchung kontrolliert.

Ist der Follikel groß genug,wird der Eisprung mit einem weiteren Hormon, dem humanen Choriongonadotropin (hCG), ausgelöst.

Daraufhin erfolgt die Befruchtung entweder durch Geschlechtsverkehr oder durch künstliche Befruchtung (Insemination).

Insemination

Die Insemination wird häufig dann durchgeführt, wenn die Samenzellen des Mannes in Anzahl und Beweglichkeit eingeschränkt oder verformt sind. Dabei werden über einen dünnen Schlauch (Katheter) die Spermien zum Zeitpunkt des Eisprungs direkt in die Gebärmutter eingeleitet.

Meist ist eine gleichzeitige Stimulation der Eizellreifung der Frau sinnvoll. Meist dann, wenn zusätzlich Zyklusstörungen der Frau vorliegen oder die schlechte Spermienqualität durch das Vorhandensein von mehreren Eizellen ausgeglichen werden soll.

In-vitro-Fertilisation (IVF)

Wenn die bisher geschilderten Methoden nicht zum Ergebnis führen, bietet sich die IVF an. Dies ist z. B. wenn die Eileiter irreparabel geschädigt sind, eine Endometrioser vorliegt, die Zeugungsfähigkeit des Mannes deutlich eingeschränkt ist, die Unfruchtbarkeit durch Bildung von Antikörpern bedingt ist oder keine andere Ursache gefunden werden konnte.

Bei dieser Form erfolgt die Befruchtung außerhalb des Mutterleibes, indem Ei- und Samenzellen in einer Glasschale zusammengebracht und nach der Befruchtung über einen Katheter in die Gebärmutter zurückgeleitet wird.

Nun werden die Eierstöcke mit Fruchtbarkeitshormonen zur Reifung mehrerer Eizellen angeregt, denn dies erhöht die Aussichten auf Erfolg.

Intratubarer Gametentransfer (GIFT)

Bei dieser Methode werden die gewonnenen Eizellen in einem Katheter aufgezogen. In diesem Katheter befinden sich in einer zweiten Kammer die Samenzellen des Mannes. Ei- und Samenzellen des Mannes werden dann in den Eileiter gebracht, wo dann die Befruchtung auf natürlichem Weg erfolgen kann.

Mikro-Injektion (ICSI)

Die Mikro-Injektion ist eine Weiterentwicklung der "In-vitro-Fertilisation". Auch hier werden der Frau nach einer Hormonstimulation mehrere reife Eizellen entnommen. Unter einem speziellen Mikroskop wird dann ein einzelnes Spermium mit einer dünnen Pipette aufgesogen und direkt in die Eizelle gebracht.

Daher stammt auch der Name "Intracytoplamatische Spermieninjektion" (ICSI). Diese Befruchtungsmethode ist meist dann besonders erfolgreich, wenn die Ursache für die Kinderlosigkeit eindeutig beim Mann liegt.

MESA/TESE

Für den Fall, dass im Samenerguss (Ejakulat) überhaupt keine Spermien vorhanden sind, können sich dennoch befruchtungsfähige Spermien im Hoden oder Nebenhoden befinden.

MESA bedeutet "epididymale Spermienaspiration". Gemeint ist die Gewinnung von Spermien aus den Nebenhoden.

TESE steht für "testikuläre Spermienextraktion". Bei dieser Methode wird eine Gewebeprobe (Biopsie) aus dem Hoden entnommen. Beide Verfahren werden mit der Mikro-Injektion (ICSI) kombiniert.

Einfrieren von Eizellen (Kryokonservierung)

Nach einer hormonellen Stimulation lassen sich durchschnittlich 3 - 10 Eizellen gewinnen. Pro Zyklus dürfen maximal 3 befruchtete Eizellen in die Gebärmutter übertragen werden, um das Risiko einer Mehrlings-Schwangerschaft zu reduzieren.

Wenn also die Spermien in die vorhandenen Eizellen eingedrungen sind, aber noch keine Verbindung der Erbanlagen stattgefunden hat, kann man diese Zellen einfrieren. Diese Eizellen, die noch kein Embryo sind, können für spätere Zyklen aufgetaut werden und dann bei erfolgter Verschmelzung - also im Embryonalstadium - in die Gebärmutter eingebettet werden.

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