Sexualität

Blutgruppen und Vaterschaftsnachweis

Will sich ein Vater vor seinen Verpflichtungen drücken, oder sicherstellen, dass er nicht gezeugt hat, kann dies mit einem Vergleich der Blugruppen von Vater und Kind sicher nachgewiesen werden.
Das Blut hat bestimmte individuelle Merkmale, die sich zeitlebens nicht verändern, die aber geerbt und vererbt werden. Insgesamt sind 4 Haupt-Blutgruppen bekannt: A, B, AB und 0.
Daneben gibt es noch besondere Untergruppen. Die meisten Menschen - jeweils 40 Prozent - gehören den Blutgruppen A oder 0 an.
Ungefähr 15 Prozent haben die Blutgruppe B und nur 5 Prozent die Blutgruppe AB.

Hinweis zu Blutspendern

Menschen mit der Blutgruppe 0 gelten als "universelle Blutspender" denn: die roten Blutkörperchen der Gruppe 0 enthalten kein Agglutinogen (bestimmtes Protein) und können deshalb mit jedem anderen Blut gemischt werden.
Träger der Blutgruppe AB deren Plasma alle Typen roter Blutkörperchen toleriert, werden als "universelle Empfänger" bezeichnet.

Vererbung der Blutgruppen

Die Vererbung der Blutgruppen ist nach den Mendelschen Gesetzen festgelegt. Das ABO-Blutgruppensystem teilt die Menschen nach den verschiedenen Antigen-Merkmalen der roten Blutkörperchen ein.

Merkmale der einzelnen Blutgruppen:

Blutgruppe Antigen Antikörper
A A B
B B A
AB A und B keine Antikörper
0 keine Antigene A und B

A bedeutet, dass das Antigen A vorhanden ist, welches Antikörper gegen die Blutkörperchen-Oberfläche der Gruppe B produziert.
Die Blutgruppe B besitzt das Antigen B und somit Antikörper gegen die Blutgruppe A.
Bei der Blutgruppe 0 sind keine Antigene, aber die Antikörper A und B vorhanden.
Die Blutgruppe AB besitzt die beiden Antigene A und B, jedoch keine Antikörper.

Wie wird die Blutgruppe vererbt?

Jeder Mensch besitzt immer zwei Antigen-Merkmale, wobei immer nur eines an die folgende Generation vererbt wird.
Bei einem gemeinsamen Kind setzt sich die Blutgruppe somit aus dem vererbten Antigen-Merkmal der Mutter und dem Antigen-Merkmal des Vaters zusammen. Die Merkmale A und B werden dabei untereinander gleichwertig, gegenüber dem Antigen-Merkmal 0 jedoch dominant vererbt.

Beispiele:

Vererbte Antigen-Merkmale des Vaters Vererbte Antigen-Merkmale der Mutter Mögliche Blutgruppe des Vaters Mögliche Blutgruppe der Mutter Blutgruppe Kind
A A A (AA oder A0)
oder AB
A (AA oder A0)
oder AB
A
(reinerbig AA)
B B B (BB oder B0)
oder AB
B (BB oder B0)
oder AB
B
(reinerbig BB)
0 0 A (A0), B (B0)
oder 0 (00)
A (A0), B (B0)
oder 0 (00)
0
(reinerbig 00)
A AB A (AA oder A0)
oder AB
B (BB oder B0)
oder AB
AB
(mischerbig AB)
A 0 A (AA oder A0)
oder AB
A (A0), B (B0)
oder 0 (00)
A
(mischerbig A0)
B 0 B (BB oder B0)
oder AB
A (A0), B (B0)
oder 0 (00)
B
(mischerbig B0)
B A B (BB oder B0)
oder AB
A (AA oder A0)
oder AB
AB
(mischerbig AB)
0 A A (A0), B (B0)
oder 0 (00)
A (AA oder A0)
oder AB
A
(mischerbig A0)
0 B A (A0), B (B0)
oder 0 (00)
B (BB oder B0)
oder AB
B
(mischerbig B0)

Der Rhesus-Faktor

Im Jahr 1940 fand der deutschstämmige Dr. Landsteiner, der in die USA ausgewandert war, zusammen mit Dr. Alexander S. Wiener einen bis dato nicht bekannten Stoff in den roten Blutkörperchen, den er Rhesus-Faktor (Rh) nannte. Eine Bezeichnung nach dem Affen, dessen Plasma sie mit menschlichen roten Blutkörperchen gemischt hatten.

Seine Vererbung

Die Vererbung des Rhesus-Faktors läuft ebenfalls nach den Mendelschen Gesetzen ab. Hier wird unterschieden zwischen dem Vorhandensein des Rhesus-Merkmals (Rhesus positiv) und dem Fehlen des Merkmals (Rhesus negativ).
Ist eine Person Rhesus-positiv, so bedeutet es, dass das Rhesus-Antigen auf den roten Blutkörperchen vorhanden ist. Bei Rhesus-negativen Menschen fehlt das Antigen.

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