Häufige Krankheiten

Schilddrüsen-Überfunktion

Welche Aufgabe hat die Schilddrüse?

Die Schilddrüse liegt unmittelbar unterhalb des Kehlkopfes um die Luftröhre herum. Sie ist ein wichtiges Organ denn sie reguliert den Grundumsatz des Körpers. Grundumsatz ist die Geschwindigkeit, mit der unsere Körperzellen im Ruhezustand aus Nahrung Energie herstellen und verbrauchen. Dabei steuern zwei Hormone die Geschwindigkeit im Stoffwechsel unseres Körpers. Beide Hormone benötigen als Bausteine Jod.

Wie kommt es zur Schilddrüsen-Überfunktion (Hyperthyreose)?

Wenn im Körper aus irgendeinem Grund zuwenig Schilddrüsenhormone zirkulieren, reagiert eine Schaltstelle im Gehirn (Hypothalamus) mit dem Befehl an die Hirnanhangdrüse, ein Hormon zu bilden, das dann wiederum die Schilddrüsenaktivität zu vermehrter Hormonbildung anregt. Diese "zuviel" gebildeten Hormone gibt sie ins Blut ab. Dadurch wird der Stoffwechsel in übertriebenem Maß gesteigert und es kommt zu unangenehmen Erscheinungen.

Wie bemerke ich eine Schilddrüsen-Überfunktion?

Die stärkste Form der Schilddrüsen-Überfunktion ist die sogenannte Basedow-Erkrankung, die man an den hervortretenden Augen und einem verdickten Hals erkennt. Die bekanntesten Symptome einer Schilddrüsen-Überfunktion sind:

  • Schweißausbrüche und Hitzewallungen
  • Händezittern
  • Gehäufter Stuhlgang bis zum Durchfall
  • Herzklopfen und unregelmäßiger Puls
  • Gewichtsverlust trotz normalen Appetits und
  • zunehmende Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf).

Ab wann spricht man von Kropf?

Der Kropf ist das erkennbarste Zeichen für eine Störung im Regulationssystem Schilddrüsenhormon-Produktion und Schilddrüsenhormon-Wirkung. Er entsteht am häufigsten durch Jodmangel im Körper. Der Jodmangel veranlaßt die Schilddrüse zu wachsen. Denn: mehr Schilddrüsengewebe kann mehr Hormone produzieren. Auf diese Weise versucht der Körper über eine größere Schilddrüse, seinen Jodmangel auszugleichen.

Wie hoch ist das Kropf-Risiko?

Man weiß, daß in Deutschland jeder nur 30-50 Prozent der täglich empfohlenen Jodmenge zu sich nimmt. Deshalb haben etwa 4 Prozent der Norddeutschen und mindestens 30 Prozent der Süddeutschen einen Kropf (im Bundesdurchschnitt 15 Prozent). Insgesamt ist das Risko einen Kropf zu bekommen, für Frauen viermal größer als für Männer. Schuld daran sind hormonbestimmte Zeiten wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre. Außerdem steigt das Erkrankungsrisiko bei Menschen, die

  • weitab von Küsten leben (Bayern!) und deren Trinkwasser wenig Jod enthält
  • sich jodarm ernähren (zu wenig Fisch!)
  • rauchen oder
  • ständig Medikamente einnehmen.

Wann muß ich zum Arzt?

Wenn Sie die beschriebenen Symptome haben oder merken, daß Ihr Hals dicker geworden ist, oder Sie bereits knotige Veränderungen an der Schilddrüse ertasten können. Der Arzt kann durch folgende Untersuchungen feststellen, wie sich der Kropf entwickelt hat:

  • die Ultraschalluntersuchung kann die Ausmaße zeigen
  • die Szintigrafie stellt fest, welches Gewebe wieviel Hormone produziert
  • die Blutuntersuchung zeigt den Schilddrüsenhormongehalt im Blut an.

Wenn der Kropf behandlungsbedürftig ist, wird Ihr Arzt eine für Sie geeignete Therapie einleiten um
a) Ihren "Jodspeicher" wieder aufzufüllen oder
b) die krankhaft gesteigerte Hormonproduktion der Schilddrüse zu bremsen.

Wann ist eine Kropfoperation unvermeidbar?

Wenn eine medikamentöse Behandlung oder eine verbesserte, jodreiche Ernährung das Kropfwachstum nicht aufhalten kann und der Kropf

  • die Luftröhre stark einengt, so daß die Stimme heiser wird und das Atmen erschwert ist
  • die Blutversorgung im Halsbereich behindert
  • bereits einen "kalten Knoten" enthält (Krebsrisiko!)
  • den Verdacht auf Schilddrüsenkrebs bestätigt.

Nach einer Schilddrüsenoperation (Kropfentfernung) müssen Sie für den Rest des Lebens Schilddrüsenhormon-Tabletten einnehmen. Sie können deshalb trotzdem ein normales Leben führen.

Mit nur 5 Gramm jodiertem Salz (z.B. Bad Reichenhaller Jodsalz, Lüneburger Vollsalz) wird der tägliche Jodmangel aus der Nahrung ausgeglichen.

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