Häufige Krankheiten

Prostata-Adenom
Lage und Funktion der Prostata
Die Prostata ist ein etwa kastaniengroßes Drüsenorgan, das am Ausgang der Blase liegt und die dort beginnende Harnröhre umschließt. Ihr milchiges Sekret liefert den Hauptanteil der Samenflüssigkeit und sorgt für die Ernährung und Fortbeweglichkeit der Samenzellen.
Was ist ein Prostata-Adenom?
Das Prostata-Adenom ist kein Krebs! Es ist eine altersbedingte Größenzunahme der Prostata aufgrund einer gutartigen Zellwucherung. Die Geschwulstbildung beginnt in unmittelbarer Nähe der Harnröhre und um diese herum. Dabei wird das "gesunde" Prostatagewebe von der Geschwulst nach außen verdrängt und bildet eine hohlkugelartige Schale um die Harnröhre. Durch diesen "Schalendruck" wird die Harnröhre verstärkt eingeengt und so das Wasserlassen behindert.
Welche Beschwerden können auftreten?
Alle Beschwerden hängen direkt mit der Behinderung des Urinabflusses durch die eingeengte Harnröhre zusammen.
- Der Drang, Wasser lassen zu müssen, häuft sich besonders nachts und ist oft zwanghaft stark.
- Der Harnstrahl verliert seine gewohnte Druckstärke und endet häufig mit längerem Nachträufeln.
- Die Blasenentleerung beginnt meist verzögert (man wartet...), dauert länger als früher und erfolgt nicht ständig, d.h. es bleibt Urin in der Blase.
Was sind die weiteren Folgen?
Da die Blase beim Wasserlassen aufgrund der verengten Harnröhre ständig mehr Druck ausüben muß, wird sie zunehmend ausgedehnt. Dadurch entleert sie sich nicht mehr vollständig und es bleibt Urin in der Blase. Dies kann zu Infektionen oder Blasensteinen führen.
Wichtig: Wenn Sie trotz schmerzhaftem Harndruck kein Wasser mehr lassen können, müssen Sie sofort einen Arzt verständigen.
Welche Untersuchungsmöglichkeiten gibt es?
- Abtastung der Prostatageschwulst über den Darm mit dem in den After eingeführten Finger.
- Bestimmung der Prostatagröße und des, nach dem Wasserlassen in der Blase verbliebenen Urins, mittels Ultraschallgerät.
- Gewebsentnahme aus der Prostatageschwulst, besonders bei Verdacht auf eine Krebsentwicklung.
Gibt es Medikamente zur Behandlung?
Im Anfangsstadium dieser "gutartigen" Erkrankung, kann eine medikamentöse Behandlung - meist mit pflanzlichen Wirkstoffen - eine Linderung der Beschwerden und Verbesserungen beim Wasserlassen herbeiführen. Die Wirkung solcher Wirkstoffe (z.B. Brennessel-, Kürbissamen-, Sägepalmen-Extrakt) besteht in erster Linie in einer "Entspannung" bzw. "Entlastung" der Prostata.
Wann ist eine Operation sinnvoll?
Haben die Beschwerden beim Wasserlassen ein Stadium erreicht, wo eine Behandlung mit Medikamenten keine Besserung mehr bringt oder sind bereits schwere Blasen- und Nierenschädigungen erkennbar, dann ist eine Prostataoperation zur Beseitigung der Harnabflußbehinderung unumgänglich. Zu Ihrer Beruhigung: auch nach einer Prostataoperation bleiben Potenz und Orgasmusfähigkeit normalerweise voll erhalten. Da bei der Prostataoperation nur die gutartige Geschwulst, nicht jedoch die ganze Prostata entfernt wird.
Was Sie selbst tun können
Wenn Ihnen Ihr Arzt ein Medikament zur Linderung Ihrer Beschwerden verordnet hat, sollten Sie es ohne Unterbrechung einnehmen.
Zusätzlich sollten Sie folgende allgemeine Hinweise beachten:
- Sorgen Sie für möglichst viel körperliche Bewegung
- Ernähren Sie sich schlackenreich (viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte)
- Trinken Sie reichlich Flüssigkeit (Mineralwasser, Tee, aber wenig Alkohol)
- Achten Sie auf einen regelmäßigen Stuhlgang
- Duschen oder baden Sie möglichst täglich warm.



