Häufige Krankheiten

Osteoporose - Knochenschwund betrifft alle

Osteoporose Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann ab 50 Jahren ist von der Erkrankung betroffen, die auch als Knochenschwund bekannt ist. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung sind die besten Vorrausetzungen, um die Knochen stabil zu halten. Ist die Krankheit bereits ausgebrochen, können die richtigen Vorsichtsmaßnahmen das Risiko von Knochenbrüchen deutlich senken und die Lebensqualität erhalten.
Osteoporose bezeichnet einen besonders labilen Zustand der Knochen. Häufig brechen schon bei minimalen Stößen Wirbel, Handgelenke, Oberarmknochen oder Oberschenkelhals. In besonders ernsten Fällen können Wirbelbrüche und - weniger häufig - Oberschenkelhalsbrüche plötzlich allein durch das Körpergewicht auf die Wirbelsäule oder Oberschenkelknochen auftreten.

Ursachen der Alters-Osteoporose

Die Knochensubstanz wird von Zellen, die Knochen abbauen (Osteoklasten) und Zellen, die Knochen aufbauen (Osteoblasten), im Gleichgewicht gehalten. Dieser Vorgang wird stark von den Sexualhormonen, vor allem den Östrogenen gesteuert. Etwa ab dem 40. Lebensjahr produziert der Körper weniger Sexualhormone, so dass der Knochenabbau überwiegt. Bei Frauen ist der Knochenabbau durch das Fehlen der Östrogene nach der Menopause noch ausgeprägter als bei Männern.

Ab dem 70. Lebensjahr sind außerdem Bewegungsarmut und Mangel an Kalzium und Vitamin D die häufigsten Ursachen für einen Substanzverlust der Knochen. In fortgeschrittenem Alter bildet sich in Leber und Niere weniger Vitamin D, so dass der Körper weniger Kalzium aufnehmen kann. Kalzium ist das zum Knochenaufbau wichtigste Mineral.

Symptome richtig deuten

Osteoporose wird in vielen Fällen erst beim ersten Bruch erkannt oder durch Zufall bei Röntgenaufnahmen entdeckt. Oft sind die einzigen Symptome Schmerzen in den Lendenwirbeln, die nach längerem Stehen auftreten und die nach einer Ruhepause im Bett schnell verschwinden. Spontane Wirbelbrüche werden manchmal als "Hexenschuss" fehlgedeutet.

PDF-Download: Symptome einer Osteoporose

Knochendichte messen

Die einzige Untersuchung, mit der man den Härtegrad der Knochen feststellen kann, ist die Densitometrie. Diese Untersuchung ist absolut schmerzlos und dauert nur wenige Minuten. Sie stützt sich auf die Strahlendurchlässigkeit und berechnet automatisch den Kalkgehalt der Knochen. Die Messungen werden entweder am Handgelenk oder an der Wirbelsäule durchgeführt. Um die Untersuchungen vergleichen zu können, müssen die Messungen immer an der gleichen Stelle erfolgen.

Risikogruppen

Während der ersten zehn Jahre der Menopause sind Frauen besonders stark gefährdet, eine Postmenopausale Osteoporose zu entwickeln. Manche verlieren zehn bis zwanzig Prozent ihrer Knochenmasse. Alle Frauen sollten sich vor den Wechseljahren ein bis zweimal jährlich untersuchen lassen - nur so lässt sich feststellen, wer ein erhöhtes Risiko hat.

Auch mangelnde Bewegung (zum Beispiel bei Personen, die lange ans Bett gefesselt sind) oder die Einnahme bestimmter Medikamente können das Risiko für eine Osteoporose steigern:
Dazu gehören Kortison, Blutgerinnungshemmer (Heparin), krampflösende Mittel und Abführmittel. Schilddrüsenüberfunktionen oder -unterfunktionen, Diabetes, Rauchen und Alkohol oder die Cushing´sche Krankheit zählen ebenfalls zu den Faktoren, die die Entwicklung von Osteoporose begünstigen.

PDF-Download: Risikofaktoren für Osteoporose

Auch Männer sind betroffen

Obwohl Frauen häufiger betroffen sind, tragen auch Männer ein hohes Risiko, an Knochenschwund zu erkranken. Sie sind besonders gefährdet, wenn sie Medikamente einnehmen, die die Wirkung von Androgenen unterdrücken, wie es zum Beispiel bei der Behandlung von Prostatakrebs der Fall ist. Meist werden Männer erst viel zu spät hellhörig - nämlich dann, wenn es bereits zu Knochenbrüchen gekommen ist. Deswegen ist es für beide Geschlechter gleichermaßen wichtig, vorzubeugen.

Richtig ernähren

Eine fett- und fleischarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie wenig Alkohol, Nikotin und Kaffee sorgt für einen stabilen Säure-Basen-Haushalt, der für die Festigkeit der Knochen eine wichtige Rolle spielt. Softdrinks wie Cola sowie Schmelzkäse und Wurstwaren entziehen dem Körper durch die darin enthaltenen Phosphate Kalzium und sollten daher nur in Maßen genossen werden. Die besten Kalziumlieferanten sind Milch und alle Milchprodukte. Bei einer Milchunverträglichkeit sollte man auf kalziumreiches Mineralwasser (über 150 mg pro Liter) oder mit Kalzium angereicherte Säfte zurückgreifen.

Genügend Bewegung einplanen

Bewegung regt den Stoffwechsel an: Regelmäßiges Spazierengehen, Schwimmen, Wassergymnastik oder Nordic Walking wirken sich nicht nur positiv auf Kreislauf und Wohlbefinden aus, sondern fördern auch den Knochenaufbau.

PDF-Download: Verhaltenstipps bei Osteoporose

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