Häufige Krankheiten

Allergien wirksam eindämmen

Allergie was tun Da bei einer allergischen Erkrankung zahlreiche Krankheitsbeschwerden - wie etwa Schnupfen, Asthma, Ekzeme, Magen-Darm-Beschwerden oder Migräne - eine Unmenge allergieauslösender Substanzen gegenüberstehen, ist die Diagnostik besonders schwierig. Um aus den über 20.000 bislang bekannten Allergenen das für den Patienten Zutreffende herauszufinden, sind aufwändige Diagnosemethoden unabdingbar.

Die Schritte der Diagnose

1. Anamnese: Zuerst werden die allergologische Krankheitsvorgeschichte, die häusliche und berufliche Umwelt, die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie die selbst beobachteten Beziehungen zwischen den allergischen Symptomen und möglichen Allergenen analysiert. Besonders wichtig ist die Erfassung von "Vorboten", also des Krankheitsbeginns.

2. Hauttests: Bei Hauttests - meist wird der so genannte Prick-Test durchgeführt - werden verschiedene Substanzen von möglichen Allergenen in die Haut gebracht und beobachtet, ob eine allergische Reaktion in Forma von Pusteln oder Quaddeln an dieser Hautstelle auftritt. In den meisten Fällen erfolgt eine Suchdiagnostik. Bei dieser kommt es darauf an, durch Gruppenextrakte in einer einzigen Sitzung ein möglichst breites Allergenspektrum zu erfassen.

Übrigens: Vor einem beabsichtigten Hauttest sollte der Patient keine antiallergischen Präparate, so genannte Antihistaminika, verwenden. In diesem Fall könnte der Test zu falschen Ergebnissen führen.

3. Labortests: Mit Hilfe von Blutproben werden die Reaktionsbereitschaft und spezifische Sensibilisierung gegen die untersuchten Allergene im Labor getestet.

4. Nachanamnese und Provokationstest: Die Diagnose wird noch einmal überprüft, ob der Patient etwa dem Allergen überhaupt ausgesetzt ist oder ob Symptome und Testergebnis zusammen passen. Ob der ermittelte Antikörper gegen das jeweilige Allergen wirkt, wird mit Hilfe eines Provokationstests endgültig geklärt. Beispielsweise wird bei einer Hausstaubmilbenallergie das Milbenallergen in die Atemwege geblasen.

Therapiemaßnahmen bei Allergien

Vor allem, wenn die Mutter Allergikerin ist, sollten Neugeborene mindestens sechs Monate lang gestillt werden. Das Immunsystem des Kindes wird so gestärkt und die Gefahr, dass auch das Baby allergisch werden könnte, wird reduziert. Entspannungstechniken wie etwa autogenes Training können sich positiv hinsichtlich Schwere und Häufigkeit von allergischen Reaktionen auswirken.

Grundsätzlich: Wichtig ist ein guter Allgemeinzustand. Ernähren Sie sich ausgewogen und meiden Stress und achten auf viel Schlaf -- das unterstützt Ihre Gesundheit.

Hyposensibilisierung wirkt Wunder

Das Meiden des Kontakts mit dem beschwerdeverursachenden Allergen vor allem bei in der Luft vorhandenen Allergenen wie Pollen und Schimmelpilzen erweist sich häufig als sehr schwierig. Aus diesem Grund sollte eine Hyposensibilisierung durchgeführt werden. Die Idee der Therapie ist eine "Gewöhnung" an das harmlose Antigen. Der Allergiekranke wird auf das für ihn aktuelle Allergen allmählich unempfindlich gemacht: Er bekommt in festgelegten Abständen einen gereinigten, verdünnten Extrakt "seines" Allergieauslösers, etwa Pollenextrakte, Extrakte von Hausstaubmilben oder von Wespengift, zugeführt. Dabei wird die Konzentration im Verlauf der Behandlung über etwa vier Monate allmählich gesteigert. Dies gibt dem Immunsystem die Gelegenheit zum allmählichen Aufbau einer Toleranz gegenüber dem Allergen. Erst nach etwa drei Jahren kann die Immuntherapie beendet werden. Der Schutz bleibt meist auch längerfristig, also über Jahre hinweg, erhalten. Bei rund 70 Prozent der Allergiker führt die Behandlung zum Erfolg. Dieser verspricht allerdings keine Komplett-Heilung - die Reaktionen werden nach der Hyposensibilisierung meist seltener und schwächer.

Allerdings: Bislang stehen allerdings nur Extrakte aus Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaaren, Schimmelpilzen sowie Insektengiften zur Verfügung. Extrakte von Nahrungsmittelallergenen sind noch immer Zukunftsmusik.

Wann wirkt eine Immunisierung?

Die Immuntherapie ist vor allem bei Pollen-, Bienen- und Wespenstichallergien erfolgreich.
Bei Pollenallergien wird die Behandlung am besten direkt nach der Allergiesaison gestartet - bei einer Allergie gegen Gräserpollen also etwa im Herbst, bei Frühblühern im Sommer. Auch bei Auslösung durch Katzenhaare oder Schimmelpilze lassen sich Erfolge nachweisen, diese sind aber weniger gut wissenschaftlich belegt. Kontaktallergien sprechen auf eine Immuntherapie nicht an. Auch Neurodermitis ist in der Regel kein geeigneter Kandidat, da es sich hier um eine besondere Form der Allergie handelt.

Medikamentöse Behandlung

Die medikamentöse Behandlung dient zur Linderung und Vermeidung der Krankheitssymptome und zur Behandlung der entzündlichen Schleimhautschwellungen. Sie bekämpft zwar nur die Symptome, nicht die Ursache, ist jedoch oft die einzige Möglichkeit, um den betroffenen Patienten, beschwerdefreie oder mit nur geringen Beschwerden belastete Tage zu verschaffen.

Weitere Wege aus der Allergie

Weitere Behandlungsmethoden, die wirksam Allergieleiden lindern, sind:

  • Antiallergische Präparate (Antihistaminika) helfen gegen den Juckreiz und Hautausschlag, mindern Schwellungen und dämmen Niesattacken und Nasenfluss ein. Die beschwerdelindernden Wirkungen treten bereits nach wenigen Minuten ein.
  • Kortison wird eingesetzt, um bleibende Schäden als Folge der chronischen, allergisch verursachten Entzündung in ihrem Ausmaß zurückzuhalten. Es wird überwiegend als Inhalations- oder als Nasenspray bzw. als kortisonhaltige Creme eingesetzt.
  • Homöopathie bei Hausstauballergie: Die Homöopathie behandelt die Beschwerden eines Kranken durch Wirkstoffe, die bei einem gesunden Menschen die gleichen Symptome hervorrufen. Wirkstoffe aus Pflanzen, Tieren, Mineralien werden als Arzneimittel eingesetzt.
  • Akupunktur kann bei Hausstauballergikern eine Linderung verschaffen und zu länger anhaltenden Therapieerfolgen führen. Dabei werden für die Allergie verantwortliche Energiepunkte mit Nadeln behandelt.
  • Entspannungsverfahren mit Suggestionsbehandlung, der Hypnose, können zusätzlich"sanfte Waffen" gegen allergische Reaktionen zum Erfolg führen.

PDF-Download: Nützliche Verhaltenstipps für Pollenallergiker

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