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Schweinegrippe

Schweinegrippe: Hintergründe, Fakten, Tipps

Was ist die Schweinegrippe?

Genau so wie Menschen an einer Grippe erkranken können, leiden auch Schweine manchmal an einer übertragbaren Atemwegserkrankung. Ansteckungen sind dabei häufig, Todesfälle selten. In der Regel ist diese Grippe nicht auf den Menschen übertragbar. Infiziert sich jedoch ein Schwein sowohl mit Schweinegrippe- als auch mit Menschengrippeviren, können sich die Virusgene zu einem neuen Virustyp verbinden. Auf diese Weise ist wahrscheinlich der Virustyp A/H1N1 entstanden, an dem erstmals im April 2009 Menschen erkrankt sind und der heute als "Schweinegrippe" bezeichnet wird.

Aktuelle Erkenntnisse veröffentlicht das Robert-Koch-Institut.

Was sind die Symptome?

In der Regel leiden die Betroffenen an den Symptomen einer ganz normalen Grippeerkrankung: Fieber, Müdigkeit, Husten, Niesen, Appetitlosigkeit. Dazu können Schnupfen, Durchfall und Erbrechen, Augenrötungen und -entzündungen sowie Atembeschwerden kommen. In Einzelfällen treten überhaupt keine Symptome auf. Ist die Schweinegrippe gefährlicher als eine normale Grippe? Bis jetzt nicht. Bislang kam im Durchschnitt weltweit auf 1000 Infizierte ein Todesfall. Zum Vergleich: Allein in Deutschland sterben jährlich zwischen 5000 und 15000 Menschen an einer "normalen" Grippe.

Warum spricht man von einer Pandemie-Warnstufe 6?

Die Weltgesundheitsorganisation hat ein sechsstufiges Pandemie Warnsystem entwickelt. Stufe 1 bedeutet: Keine neuen Viren werden beim Menschen entdeckt. Stufe 6: Ein Virus wird weltweit in der gesamten Bevölkerung von Mensch zu Mensch übertragen (Pandemie). Die Schweinegrippe wird in diese höchste Gefahrenstufe eingeteilt, weil sich das Virus so schnell verbreitet. Das kann gefährlich werden, falls sich das Virus in Zukunft verändert und zu einer gefährlicheren Variante mutiert.

Aktuell gemeldete Erkrankungszahlen.

Wie kann man sich anstecken?

Die Übertragung erfolgt wie bei einer normalen Grippe durch Tröpfcheninfektion, also durch Husten und Niesen, aber auch durch Kontakt mit kontaminierten Gegenständen wie Türklinken, Haltegriffen in der U-Bahn usw. Nicht anstecken kann man sich nach aktuellem Wissensstand durch den Verzehr von Schweinefleisch. Wenn man das Fleisch zusätzlich über 72 °C kocht oder anbrät, ist man auf der sicheren Seite.

Aktuelle Tendenzen finden Sie beim Bundesinstitut für Risikobewertung.

Gibt es Medikamente?

Ja. Als Medikamente sind zum Beispiel die Grippemittel Tamiflu und Relenza auf dem Markt. Beide mildern die Infektion und tragen zu einer schnelleren Heilung bei. Überlassen Sie die Medikation jedoch unbedingt Ihrem Arzt! Er wird Ihnen bei positivem Befund des Grippevirus ein Rezept ausstellen. Nehmen Sie auf keinen Fall vorsorglich auf eigene Faust Medikamente ein. Sonst kann es passieren, dass diese im Falle einer Infektion nicht mehr wirken.

Die wichtigsten Informationen zu antiviralen Medikamenten finden Sie auf den Internetseiten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Gibt es einen Impfstoff und wer sollte sich impfen lassen?

Ein Impfstoff wurde bereits entwickelt.

In Deutschland steht der Impfstoff bereits zur Verfügung. Die Bundesregierung hat 24,6 Millionen Dosen angefordert, was 30 % der deutschen Bevölkerung abdeckt.

Bürgerhotlines der einzelnen Bundesländer.

Wie kann man sich schützen?

Da man bis jetzt noch nicht weiß, wie sich die Pandemie weiterentwickeln wird, ist die beste Vorbeugung: nicht anstecken und nicht angesteckt werden. Ein Mundschutz ist dabei zur Zeit noch nicht nötig. Es gelten jedoch die üblichen Vorsichtsmaßnahmen wie bei einer normalen Grippe.

Was tun, wenn Sie vermuten, dass Sie sich angesteckt haben?

Suchen Sie möglichst schnell einen Arzt auf. Warnen Sie den Arzt telefonisch vor, damit andere Patienten nicht angesteckt werden können.

So vermeiden Sie die Ansteckung:

  1. Menschenansammlungen meiden: Da sich das Virus von Mensch zu Mensch überträgt, steigt das Risiko bei Menschenansammlungen.
  2. Häufiges Händewaschen: Jeder Gegenstand, den ein infizierter Mensch innerhalb der letzten Stunden berührt hat, kann das Virus auf sich tragen. Gründliches Händewaschen hilft hier. Solange man dazu keine Gelegenheit hat, möglichst nicht ins Gesicht bzw. an den Mund fassen.
  3. Richtiges Husten: Husten abdecken. Dabei nicht in die Hände, sondern in den Ärmel husten.
  4. Wer krank ist, bleibt zu Hause: Bei Verdacht auf Schweinegrippe sollte man zu Hause bleiben, bis Klarheit herrscht. Bei Ansteckung den Kontakt mit anderen so gut es geht meiden.
  5. Ausreichendes Lüften: So kann sich eventuell virendurchsetzte Luft austauschen.
  6. Taschentücher entsorgen: Benutzte Taschentücher entsorgen, damit niemand mit den Viren in Kontakt kommt.

Sie möchten mehr wissen? Das Bundesgesundheitsministerium hat alle derzeitigen Informationen auf einer Plattform zusammengetragen.

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