Gesund leben

Sekundenschlaf - häufigste Unfallursache im Straßenverkehr.

Verkehrsschild Sekundenschlaf Verkehrsexperten gehen davon aus, dass extreme Müdigkeit beim Lenken eines Fahrzeugs insgesamt 25 Prozent aller Unfälle im Straßenverkehr verursacht.

Damit sind Unfälle, verursacht durch den sog. "Sekundenschlaf" die häufigste nachweisbare Unfallursache und übertrifft somit die Anzahl der durch Alkohol und Drogen ausgelösten Unfälle.
Der volkstümliche Begriff "Schlaftrunkenheit" hat seine Berechtigung, denn: Der Leistungsabfall nach 24 Stunden ohne Schlaf ist vergleichbar mit einer Alkoholisierung von 0,8 Promille.

Weiter unten finden Sie die Adressen aller Schlaflabore in Deutschland und einen Selbsttest.

Wie und warum kommt es zum "Sekundenschlaf"

Müdigkeitsattacken treten nicht nur bei kurzfristigem Schlafmangel auf. Eine zunehmende Zahl Erwachsener findet nachts keine erholsame Ruhe, weil sie oft - häufig ohne es zu wissen, an chronischen Schlafstörungen, wie etwa der Schlafapnoe, leiden.
Die Schlafapnoe gehört zu den schlafbezogenen Atmungsstörungen, da es im Laufe des Schlafs zu Atemstillstand-Perioden ("Apnoe") kommt. Dies geschieht, weil die Muskulatur, die die Atemwege normalerweise offen hält, erschlafft. Die Zunge fällt nach hinten und verschließt den Schlund. Dies verursacht Atemstillstände, die im Extremfall länger als eine Minute dauern können. Sehr stark betroffen sind schnarchende Menschen zwischen 40 und 60 Jahren und davon 8 x häufiger Männer als Frauen.

Wer schnarcht, schläft meist ungesund. Denn nach einer Nacht mit Schnarchen und zahlreichen Atemstillständen verbracht, fühlt man sich morgens unausgeschlafen und während des Tages chronisch müde, nickt bei jeder Gelegenheit leicht ein und fühlt sich sprichwörtlich "gerädert".

Rückspiegel Dies reduziert die Leistungsfähigkeit und erhöht das Risiko eines Unfalls durch "Sekundenschlaf" um ein Vielfaches.

Volkswirtschaftliche und verkehrsrechtliche Folgen

Erstaunlicherweise gelten Schlafstörungen noch immer als Bagatelle und finden beim Arztbesuch noch keine ausreichende Beachtung. Daher kommt es, dass die Betroffenen weder richtig diagnostiziert noch behandelt werden. Es ist bekannt, dass weniger als 10 Prozent der ca. 2,5 Millionen betroffenen Schlafapnoiker adäquat behandelt werden. Der Schaden aller ermüdungsbedingten Unfälle wird allein in Deutschland auf ca. 20 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.
Warum Schlafapnoe im Straßenverkehr ein nicht zu unterschätzendes Risiko darstellt zeigt folgende Berechnung: Fährt man mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h, so legt man während 1 Sekunde Schlaf 28 Meter "blind" und reaktionslos zurück.
Daher wäre eine unbehandelter Schlafapnoiker in keiner Führerscheinklasse zur Teilnahme am Straßenverkehr zugelassen. Behandelte Schlafapnoiker dürfen nur unter der Bedingung regelmäßiger Kontrolle ein Fahrzeug führen.

Behandlung tut Not

Da das andauernde Schlafdefizit bei Menschen mit Schlafapnoe nicht nur zu verminderter Leistungsfähigkeit führt, sondern auch das Risiko erhöht schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln, sollten gefährdete bzw. bereits betroffene Personen möglichst frühzeitig diagnostiziert und adäquat therapiert werden.
Besteht der begründete Verdacht auf eine Schlafapnoe, wird der Patient in ein sog. Schlaflabor überwiesen, um eine gründliche Schlafuntersuchung durchzuführen.
Die wirkungsvollste Therapie ist heute die Behandlung mit Atemtherapiegeräten (Schlafmasken), die während des Schlafes durch konstanten Luftdruck die Atemwege geöffnet halten.

Wenn diese Behandlungsmethode nicht ausreicht, besteht zusätzlich die Möglichkeit einer medikamentösen Behandlung mit einem wachhaltenden Medikament (Wirkstoff Modafinil), das ein ungewolltes Einschlafen verhindern kann.

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