Gesund leben

Giftige Pflanzen, Bäume oder Sträucher

Giftpflanzen wachsen überall. Viele sind Zierpflanzen in unseren Gärten, Anlagen und Wohnungen. Nicht selten findet man sie sogar auf Schulhöfen und Spielplätzen.
Da Kinder ihre Umwelt häufig mit dem Mund entdecken, kann es in unbehüteten Augenblicken durchaus vorkommen, daß sie giftige Beeren oder Blätter in den Mund stecken. Meistens werden diese Pflanzenteile gleich wieder ausgespuckt, da viele bitter oder einfach schlecht schmecken. Deshalb kommen Vergiftungen recht selten vor, denn nur einmal darauf gekaut und dann sofort wieder ausgespuckt, sind die meisten Giftpflanzen nicht weiter gefährlich.

Wie Sie Vergiftungen bei Kindern vermeiden

Bei Kindern bis zum 2. Lebensjahr hilft nur Aufpassen oder Verzicht von giftigen Pflanzen im Garten. 3-jährigen und älteren Kindern sollten Sie die Natur erklären: Zeigen Sie ihnen die wichtigsten Giftpflanzen und warnen Sie eingehend vor den möglichen Gefahren.

Gefährliche Ausnahmen sind:

Blauer oder gelber Eisenhut
ist eine Wild- oder Zierpflanze, die sogar in geringsten Mengen hoch giftig ist. Sie löst bereits 10-20 Minuten nach dem Verzehr Brennen und Kribbeln im Mund aus. In Fingern und Zehen kann es zu Empfindlichkeiten kommen. Zu Erbrechen, Durchfall und Muskelschmerzen kommt es in schweren Fällen. Selbst Atemlähmung, Kreislaufversagen und Tod sind möglich.

Eibe
ist ein Nadelbaum, dessen Nadeln und zerbissener Samen giftig sind. Nach dem Schlucken von Pflanzenteilen kann es zu Erbrechen, Leibschmerzen, Durchfall, Pupillenerweiterung und auffallend roten Lippen kommen. In schweren Fällen zu Herzrasen und Bewußtlosigkeit. Auch Todesfolge ist möglich.

Goldregen
ist ein Ziergehölz, dessen Schoten in hoher Dosis tödlich wirken. Nach ca. einer halben Stunde nach dem Verzehr kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Leibschmerzen, Blässe und starkem Speichelfluß kommen. In schweren Fällen auch zu Kreislaufversagen, Krampfanfällen und Bewußtlosigkeit.

Gefleckter Schierling
ist eine Wiesenpflanze, bei der alle Teile stark giftig sind. Symptome nach Verzehr sind: Erbrechen, Herzrasen, Pupillenweitung, und Lähmung von den Beinen aufsteigend. Todesfolge ist möglich.

Herbstzeitlose
eine Wiesenblume, bei der alle Teile stark giftig sind, besonders die Samen. 2-6 Stunden nach dem Verzehr kann es zu Schluckbeschwerden, Erbrechen, Durchfall, Herzrasen, Krampfanfällen und Lähmungen kommen. Tod durch Atemlähmung ist möglich.

Seidelbast
ist ein Zierstrauch, bei dem alle Teile stark giftig sind. Schon allein der Umgang mit den Pflanzenteilen kann zur Hautrötung und Pusteln führen. Nach dem Schlucken kommt es zum Jucken und Brennen im Mund, dann folgen Lippen- und Gesichtsschwellung, starke Kopf- und Leibschmerzen, Brechreiz, blutiger Durchfall und Verwirrtheit.

Stechapfel
ist ein Unkraut, bei dem alle Teile - besonders Wurzeln und Samen - stark giftig sind. Bei Verzehr entstehen Trockenheit der Schleimhäute, Rötung des Gesichts, starker Durst, Pupillenweitung. In schweren Fällen kommen auch Gleichgewichtsstörungen, Überregbarkeit, Sehstörungen und Krampfanfälle vor. Selbst Todesfolge ist möglich.

Tollkirsche
ist eine süßschmeckende Waldpflanze, deren schwarze Beeren von Kindern mit Brombeeren verwechselt werden können. Sie ist stark giftig und der Verzehr zeigt die selben Erscheinungen wie beim Stechapfel.

Wasserschierling
ist eine Wiesenblume, deren frische Pflanzenteile vor allem die an den Sellerie erinnernde Wurzeln, stark giftig sind. Schon eine halbe Stunde nach dem Kauen, vor allem der Wurzel, kann es zu heftigem Brennen im Mund kommen, außerdem zu Erbrechen und Krampfanfällen bis hin zum Tod.

Giftige und somit gefährliche Topfpflanzen sind:

  • Dieffenbachie
  • Korallenbäumchen
  • Weihnachtsstern
  • Alpenveilchen

Gefährliche Gemüsepflanzen sind:

  • rohe grüne Bohnen
  • Blätter von Rhabarber
  • Blätter und Früchte von Kartoffeln

Was tun bei Vergiftungen?

Wenn der Verdacht besteht, daß Ihr Kind von einer Giftpflanze gegessen hat, geben Sie ihm Fruchtsaft (niemals Milch!) zu trinken und lassen Sie es Erbrechen.
Bringen Sie das Kind so schnell wie möglich in das nächste Krankenhaus und nehmen Sie wenn möglich die verdächtige Pflanze und das Erbrochene mit.

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